Die kürzlich abgelöste Besatzung der Internationalen Weltraumstation ISS ist am heutigen Sonntag wieder zur Erde zurück gekehrt. Mit Hilfe einer russischen "Sojus"-Kapsel war eine Landung auch ohne ein Space Shuttle möglich. Allerdings wurde der anvisierte Landeplatz um einige Hundert Kilometer verfehlt.
So dauerte es mehr als zwei Stunden bis die Bergungstrupps das Raumgefährt gesichtet hatten. Beruhigend war allerdings, dass ein ständiger Funkkontakt mit den drei Astronauten aufrecht erhalten wurde.
Als Landeplatz war eigentlich eine Region 90 Kilometer nördlich des kasachischen Arkaljk geplant, tatsächlich kam die Kapsel in mehr als 450 Kilometern Entfernung herunter. Die Unklarheit über den Verbleib drückte auf die Stimmung im Kontrollraum, wo normalerweise nach der Landungsbestätigung Applaus ausbricht.
Mittlerweile sind die die zwei US-amerikanischen Astronauten Ken Bowersox und Donald Pettit sowie ihr russischer Kollege Nikolai Budarin von den Bergungsteams aufgelesen worden.
Die "Sojus"-Kapsel, welche eine Erdlandung ermöglicht, war eine der neuesten Generation. Anders als bei den vorherigen Modellen, hatte diese ein Kontrollsystem, welches ein präzises Landen ermöglichen sollte, was offensichtlich nicht korrekt funktioniert hat.
Seit der "Columbia"-Katastrophe vom 1. Februar ist eine Versorgung der ISS mit Space Shuttles vorerst nicht möglich. Deshalb nutzt man die russischen "Sojus"-Raumschiffe, weil diese gegenwärtig die einzige zuverlässige Technologie für einen derartigen Einsatz sind. So wurde die neue Crew der Weltraumstation Ende April ins All befördert.

