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US-Bundesstaat suchte einen Klingonisch-Dolmetscher

Die "Star Trek"-Sprache Klingonisch ist der erfolgreichsten deutschen Newsseite "Spiegel Online" eine Meldung wert. Denn eine ungewöhnliche Stellenanzeige wurde vom Gesundheitsamt des US-Bundesstaates Oregon aufgegeben: Man suchte nach einem Übersetzer für die klingonische Sprache.

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Klingone Worf

Das "Department of Human Services" im US-Bundesstaat Oregon gab eine Stellenanzeige auf, in der es um einen Dolmetscher mit Klingonisch-Kenntnissen ging. Neben Übersetzern für 55 andere Sprachen bemühte man sich um jemanden, der die speziell für "Star Trek" entwickelte Sprache fließend beherrscht. Damit wollte man für Fälle psychischer Störungen gewappnet sein, bei denen der Kranke nur klingonisch spricht.

Klingt unglaublich, ist aber wahr, wenn man der Leiterin des Amtes Glauben schenken will: "Es gibt ein paar Fälle, in denen dies die einzige Sprache ist, in der die Patienten sprechen wollen".

Eine Phantasie-Sprache hat sich zu einer wahren Verkehrssprache entwickelt, die immer mehr Anhänger findet. So wurde bereits 1992 das inkommerzielle "Klingon Language Institut" (KLI) gegründet, dessen Ziel es ist, die Klingonisch-Sprechenden weltweit zu koordinieren. Zu diesen zählen neben Sprachwissenschaftlern und Philologen auch Psychologen und natürlich Serien-Fans sowie Computer-Spieler.

Dass Klingonisch eine reale Sprache mit echter Grammatik und Vokabular und keine Aneinanderreihung sinnfreier Phantasielaute ist, verdankt sie dem Linguisten Marc Okrand. 1984 wurde dieser nämlich vom Studio "Paramount Pictures" beauftragt, für "Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock" eine sprachliche Grundlage für die Dialoge zwischen den Mitgliedern der populären Krieger-Rasse zu schaffen. Okrand entwarf kurzerhand ein 2000 Vokabeln umfassendes Wörterbuch und eine eigenständige Grammatik.

Klingonisch ist eine Sprache, die vorwiegend aus Kehllauten besteht. Das Bemerkenswerte ist die Tatsache, dass es in der Sprache kein "Danke" oder "Bitte" gibt, vielmehr handelt es sich hierbei um eine sehr raue Sprache, die den Sprechenden geradezu zwingt, sein Gegenüber zu sticheln.

Der Siegeszug von Klingonisch trat nun an. Mittlerweile sind etliche Bücher und CDs zu diesem Thema erschienen. Sogar die beliebte Suchmaschine "Google" bietet Besuchern eine Klingonisch-Maske an. Als ob dies nicht genug wäre, hielt KLI-Gründer Dr. Lawrence Schoen im Schatten des 11. Septembers sogar einen Vortrag vor Mitarbeitern der "National Security Agency" (NSA), die die Möglichkeit untersuchen wollten, ob al-Qaida-Kämpfer ihre Nachrichten womöglich klingonisch verschlüsselt haben könnten. Laut KLI wird Klingonisch in fünfzig Ländern und auf allen Kontinenten - inklusive Antarktis - gepflegt. Sogar eine klingonische "Restaurierung" des Shakespeare-Klassikers "Hamlet" wurde veröffentlicht.

Leider wurde die anfangs erwähnte, zugegeben ungewöhnliche Stellenanzeige am Dienstag dieser Woche wieder zurückgezogen, nachdem die lokale Presse mit Hohn und Spott darauf reagierte. Man hat daraufhin den Steuerzahlern eiligst versichert, es wäre noch kein Geld für einen Klingonisch-Übersetzer ausgegeben worden und man denunzierte sich selbst, indem man zugab, es sei ein "Fehler" gewesen, auch sei man "über das Ziel hinaus geschossen".

Dass die Stelle aber durchaus sinnvoll war, zeigt sich an einem Beispiel aus dem Jahre 1998, wo man einem Vater das Sorgerecht für seine vier Kinder entzog. Denn dieser hatte seinen Nachwuchs in einem völlig verwahrlosten Wohnmobil hausen lassen, welches mit "Star Trek"-Utensilien vollgestopft war. Als die Polizei sich ein genaueres Bild von der Situation machen wollte, wurde ihnen dieses durch eine Sprachbarriere verwehrt, denn der Vater sprach nur klingonisch.

Den deutschen Original-Artikel von "Spiegel Online" finden Sie unter diesem Link. "Hamlet" auf klingonisch können Sie unter diesem Link auf "Amazon.de" bestellen. Die offizielle Website des "Klingon Language Institut" finden Sie unter diesem Link.

Wir bedanken uns ganz herzlichst bei unserem Besucher Georg für den Hinweis.

(sl); STVC-Meldung vom 14.05.2003; Quelle: Spiegel Online [1943 Aufrufe; 0 Kommentare]

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