Der Ausbruch der Lungenkrankheit SARS werde Chinas ersten bemannten Aufbruch ins All nicht verhindern, dies erklärten staatliche Pressestellen vergangenen Samstag. Ein genauer Termin für den Start der bemannten "Shenzhou V"-Kapsel ist zwar noch nicht festgesetzt, wird aber vorherigen Meldungen zufolge in der zweiten Jahreshälfte 2003 stattfinden.
Der Ausbruch der ansteckenden, atypischen Lungenentzündung SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome) in China wird den ersten bemannten chinesischen Flug ins All Zeitungsberichten zufolge nicht verzögern. Mit dem Start der Raumkapsel "Shenzhou V" wird China neben den USA und Russland zu den drei Ländern zählen, die einen Menschen ins All geschickt haben.
Die Titelstory der kommunistischen Tageszeitung "People's Daily" nennt zwar kein genaues Datum, berichtet aber, dass der Start in der zweiten Jahreshälfte erfolgen soll. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums hat SARS in China bisher 230 Opfer gefordert. Mehr als 4.800 Menschen haben sich mit der sehr ansteckenden Krankheit infiziert.
Laut dem Bericht in "People's Daily" wurde das "Shenzhou V"-Programm durch spezielle Sicherheitsvorkehrungen vor den Auswirkungen von SARS geschützt. "Nachdem SARS in einigen Teilen des Landes aufgetreten ist, wurden effektive und vorbeugende Maßnahmen ergriffen, um den sicheren und reibungslosen Ablauf des "Shenzhou V"-Programms zu gewährleisten", zitiert der Bericht Verantwortliche des Programms.
Nach dem "Columbia"-Unglück im Februar diesen Jahres, bei dem alle sieben Astronauten umkamen, bestätigte China seine Entschlossenheit, einen Menschen ins All zu schicken. Es wird angenommen, dass man nicht weniger als eine Milliarde US-Dollar in das Programm investiert hat eine enorme Summe für ein Land, in dem das jährliche Durchschnittseinkommen bei 700 US-Dollar liegt. Für die Regierung jedoch symbolisiert das Gelingen des Programms den Erfolg des kommunistisch geführten Fortschritts.
1992 gegründet, operierte das militärverbundene Weltraumprogramm bis vor kurzem im Verborgenen. Mehr Informationen wurden erst nach den positiven Ergebnissen von vier Testflügen von Raumkapseln der "Shenzhou"-Serie veröffentlicht. Der letzte bekannte Flug fand im Januar statt, als "Shenzhou IV" im Norden Chinas landete.

