Die US-Quoten von "Enterprise" befinden sich auch diese Woche im Aufschwung - trotz großer Konkurrenz. So mussten "First Flight" und "Bounty" gegen das Finale von "Dawson's Creek" antreten. Lesen Sie einen ausführlichen Quotenbericht zu den beiden Episoden - wie immer mit Analyse, Vergleich und Kommentar. Plus: Finale Quoten zu "Regeneration"
"First Flight" und "Bounty"
Am letzten Mittwoch wurden die letzten regulären "Enterprise"-Episoden nacheinander ausgestrahlt: "First Flight" und "Bounty" - die erste um 20 Uhr und letztere um 21 Uhr. Beide Episoden konnten gegenüber Vorwoche an Overnight-Ratings zulegen - wenn auch nur minimal.
Ein Overnight-Rating von 4,3 Punkten entspricht also 4,3% der gesamten US-TV-Haushalte. Der Marktanteil gibt an, wieviel Prozent von den gesamten Zuschauern, die zur Sendezeit den Fernseher eingeschaltet hatten, "Enterprise" sahen. 6% bedeutet also, dass 6% aller zur Sendezeit aktiven Zuschauer "Enterprise" eingeschaltet hatten, der Rest bevorzugte andere Sender.
Die finalen Einschaltquoten, sogenannte National-Ratings, berücksichtigen alle TV-Märkte in den USA. Die Zahl wird in Haushaltspunkten angegeben, was nichts anderes bedeutet als die Prozentzahl aller US-TV-Haushalte. Bei einer finalen Einschaltquote von 2,7 Punkten sahen also rund 2,7% der US-TV-Haushalte "Enterprise". Der Marktanteil gibt an, wieviel Prozent von den gesamten Zuschauern, die zur Sendezeit den Fernseher eingeschaltet hatten, "Enterprise" sahen. 4% bedeutet also, dass 4% aller zur Sendezeit aktiven Zuschauer "Enterprise" eingeschaltet hatten, der Rest bevorzugte andere Sender. Die Zuschauerzahl in Millionen gibt schließlich an, wieviele Zuschauer (nicht Haushalte) tatsächlich eingeschaltet haben.
Ein Sweep-Monat ist ein Monat, in dem die Einschaltquoten von Serien getestet werden, um die Werbepreise festzulegen. Die Sender strahlen in diesen Monaten (November, Februar, Mai) die vielversprechendsten Episoden ihrer Serien aus, um besonders hohe Einschaltquoten zu verbuchen.
"Bounty" erlangte ein Overnight-Rating von 4,3 bei 6% Marktanteil und konnte gegenüber "First Flight" überraschenderweise zulegen.
Das Finale von "Dawson's Creek" ist ein großer Quotenbringer für den Sender WB. Die erste Hälfte, welche um 20 Uhr ausgestrahlt wurde, erlangte ein Overnight-Rating von 5,9 bei 9% Marktanteil, während die letzte Stunde der einst populären Serie ein für den Sender grandioses Overnight-Rating von 6,7 bei 9% Marktanteil erzielen und der Serie ein würdiges Ende schenken konnte.
Analyse
Trotz großer Konkurrenz seitens "Dawson's Creek" konnte "Enterprise" gegenüber letzter Woche nochmals zulegen und ist weiterhin im Aufwind. Es wird spannend sein zu sehen, wie das Finale "The Expanse" bei den Zuschauern ankommen wird. Dass das Finale von "Dawson's Creek" keinen Einfluss auf die US-Quoten von "Enterprise" hat, zeigt, dass die Zuschauer von "Enterprise" und damit UPN ihrer Serie/ihrem Sender treu bleiben - inwieweit man dieses als gutes Zeichen auffassen kann für die kommende TV-Saison, in der "Enterprise" gegen "Smallville" antreten muss (wir berichteten mehrfach), sei dahingestellt.
Mit diesen Ergebnissen konnte "Enterprise" zum ersten Mal wieder in die Nähe ihrer Februar-Quoten kommen. "Bounty" stellt das höchste Overnight-Rating seit "Canamar" (4,5 bei 7% Marktanteil auf).
Kleine Spaltung
Soweit zu den Overnights. Eine Änderung sind die sogenannten Fast-National-Ratings. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie Auswertungen von Daten sind, die aus 5.000 Haushalten, verteilt über alle 210 US-TV-Märkte (Overnight-Ratings decken nur 55 TV-Märkte ab), stammen (Mehr dazu in der rechten Infobox).
Somit haben beide Rating-Formen eins gemeinsam: Sie sind nur Vorabquoten und können von den endgültigen Quoten, den sogenannten Final- oder National-Ratings abweichen, die immer eine Woche später erscheinen und alle Haushalte und TV-Märkte berücksichtigen. Da hört aber auch die Gemeinsamkeit schon auf.
Weil ein Vergleich beider Daten unfair wäre - wegen verschiedener Flächendeckung - haben wir diese Quotenbesprechung gespalten. Zuerst kommen die Overnight-Ratings der Sender UPN und WB - für die es keine Fast-National-Rating-Aufzeichnungen gibt - und für die restlichen Sender.
Fast-National-Ratings
Im Folgenden eine Auflistung der Shows im 20-Uhr-Sendeblock mit ihren Fast-National-Ratings (soweit angegeben):
Platz 1: "That 70s Show" und "American Idol" auf FOX - 10,7 bei 17,5% Marktanteil (Durchschnitt)
Platz 2: "Star Search" auf CBS - 6,9 bei 12% Marktanteil
Platz 3: "Dateline" auf NBC
Platz 4: "My Wife and Kids" und "George Lopez" auf ABC - 5,75 bei 9,5% Marktanteil (Durchschnitt)
Eine Auflistung der Shows im 21-Uhr-Sendeblock mit ihren Fast-National-Ratings (soweit angegeben):
Platz 1: "American Idol" und "The Bernie Mac Show" auf FOX - 12,5 bei 18,5% Marktanteil (Durchschnitt)
Platz 2: "The West Wing" auf NBC - 9,1 bei 14% Marktanteil
Platz 3: "60 Minutes II" auf CBS
Platz 4: "The Bachelor" auf ABC - 6,4 bei 10% Marktanteil
"Regeneration"
Die finalen US-Quoten zu der "Enterprise"-Borg-Episode sind abrufbar und diese sehen stabil aus: ein National-Rating von 2,7 bei 4% Marktanteil. Damit sind die Zahlen unverändert gegenüber Vorgänger-Episode "Cogenitor". Lediglich die Zuschauerzahlen wuchsen: von 4,08 Millionen auf 4,12 Millionen. "Regeneration" stellt damit die höchsten Zuschauerzahlen seit der Februar-Episode "Future Tense" (4,62 Millionen) auf und schlägt alle nach ihr kommenden Episoden inklusive "Canamar" mit 4,10 Millionen Zuschauern.
"Star Trek" Episoden (24. Erstausstrahlung in einer Staffel) 1998 - 2003
Vergleich der US-Quoten zu denen in den Vorjahren (National-Ratings):
2003 - "Enterprise": "Regeneration" - 2,7
2002 - "Enterprise": "Gefallene Heldin" - 3,2
2002 - "Enterprise": "Durch die Wüste" (21 Uhr) - 3,0
2001 - "Raumschiff Voyager": "Eine Heimstätte" - 3,4
2000 - "Raumschiff Voyager": "Rettungsanker" - 3,7
1999 - "Raumschiff Voyager": "Zeitschiff "Relativity"" - 3,3
1998 - "Raumschiff Voyager": "Eine" - 3,9
...
1994 - "Das nächste Jahrhundert": "Neue Intelligenz" - 11,3
Kommentar
Die Zahlen sind insofern interessant, als dass die Episode "Bounty", welche um 21 Uhr ausgestrahlt wird, höhere US-Quoten erlangen konnte als die erste, um 20 Uhr ausgestrahlte. Vielleicht behauptet sich "Enterprise" ja auf dem Sendeplatz um 21 Uhr besser, zumal hier die Konkurrenz weniger stark ist. Ob es weise ist von den UPN-Verantwortlichen, "Enterprise" ab der kommenden Staffel direkt gegen "Smallville" anzutreten zu lassen, wird sich zeigen (wir berichteten mehrfach). Doch spricht auch hier einiges dafür, die Serie lieber auf den 21-Uhr-Sendeblock zu verschieben, um so der Konkurrenzschaft zur starken "Smallville"-Serie zu entfliehen. Die fünfte "Star Trek"-Serie hat nicht genug Kraft, um gegen die "Superman"-Serie anzukommen.
Ferner lief "Raumschiff Voyager" bereits im 21-Uhr-Sendeblock mehr oder minder stabil in ihrer letzten Staffel und Stabilität könnte "Enterprise" in ihren Quoten mehr brauchen als jemals zuvor.
Zurück zu den beiden Episoden "First Flight" und "Bounty": erfreuliche Bilanz. Selbstverständlich sind die Overnight-Ratings noch immer lächerlich, doch die Serie befindet sich gegen Ende der zweiten Staffel noch einmal deutlich im Aufschwung. Man sollte hoffen, dass das Finale "The Expanse" nächste Woche nicht nur einen inhaltlichen, sondern auch einen quotentechnischen Richtungswechsel für die Serie einleiten wird.
Sehr gut ist die Tatsache, dass "Enterprise" diese Woche trotz starker Konkurrenz seitens "Dawsons's Creek" und natürlich "American Idol" nichts an ihren Quoten einbüßen musste, was zeigt, dass die Serie durchaus eine Stammzuschauerschaft besitzt, die ihr treu bleibt. Hoffentlich verscherzt sich die Serie es nicht wieder mit ihr.
Die Zahlen von "Regeneration" zeigen deutlich: Die Borg können nicht mehr für Top-Quoten sorgen und das ist äußerst gut so. Das zeigt, dass "Enterprise" sich endlich etwas neues einfallen muss, statt altgediente Geschichten immer und immer wiederzuverwerten. Dies wird die Produzenten dazu zwingen, neue Wege zu gehen.
Die zweite Staffel von "Enterprise" ist aus quotentechnischer Sicht gesehen ein einzigartiger Tiefpunkt in der gesamten "Star Trek"-Geschichte. Niemals zuvor verbuchte "Star Trek" in einer Staffel so niedrige US-Quoten. "Enterprise" kann froh sein, auf einem so angeschlagenen Sender wie UPN zu laufen, woanders hätte die Serie es noch nicht einmal auf eine zweite Staffel gebracht.
Aber die zweite Staffel hat gerade wegen dieser niedrigen US-Quoten etwas Gutes: Sie zwingt die Macher dazu, einen neuen Weg mit der Serie zu gehen. Die Serie der kümmerlichen Episoden - vor allem aus der ersten Staffel - mit ihren sinnfreien Inhalten sollte nun enden, weil die Produzenten nun genau wissen, dass reduziertes "Star Trek" auf längere Sicht nicht funktionieren kann. So gesehen bedeutet die zweite Staffel hoffentlich einen Wendepunkt für die gesamte Serie, in der sich die Macher endlich besinnen und wieder mit komplexeren Episoden mit sinnvollen Inhalten daherkommen wollen, statt die Zuschauer für dumm zu verkaufen, in der Hoffnung, dies könnte die Quotensituation in irgendeiner Weise verbessern.
"Enterprise" hat eine Menge Probleme in ihren ersten beiden Jahren gehabt - genau wie alle anderen "Star Trek"-Serien zuvor, das sollte man nicht leugnen. Das Problem bei "Enterprise" ist aber wirklich die Tatsache, dass Quoten Vorrang haben und man komplexe Episoden absichtlich im Niveau senkt, um den Durchschnittszuschauer anzusprechen - und diese Frechheit hat es noch in keiner "Star Trek"-Serie zuvor gegeben. Insofern kann man wirklich hoffen, dass die Macher zur Einsicht gelangt sind und nun eine dritte Staffel produzieren, die hoffentlich bessere und vor allem niveauvollere Unterhaltung bieten wird.
Noch nie zuvor steht es so kritisch um eine "Star Trek"-Serie. "Enterprise" muss ihre Quoten steigern, sonst dürfte der angeschlagene Sender UPN kaum in ein viertes Jahr dieser teuren Serie investieren wollen. Die dritte Staffel muss ein Wendepunkt darstellen, sie muss ein Wendepunkt im positiven Sinne sein. Ob die Produzenten unter diesem Druck gute Arbeiten abliefern können? Wir sollten optimistisch sein, denn bisher hatte jede "Star Trek"-Serie sich in ihrer dritten Staffel erheblich steigern können. Und die Macher sollten erheblich dazugelernt haben in der zweiten Staffel.
Insofern gesehen sollte man der zweiten Staffel dankbar sein, dass sie quotentechnisch gesehen so katastrophal war, denn sonst hätte der Zuschauer weiterhin lieblose Episoden bekommen und das darf bei "Star Trek" nicht der Fall sein, weil "Star Trek" nachwievor für anspruchsvolles Fernsehen steht und nicht vergleichbar ist mit niedrigeren Serien wie "Stargate" oder - man mag sie kaum erwähnen - "Andromeda".
Hoffen wir alle das Beste für das kommende Finale "The Expanse" und hoffen wir noch mehr, dass der großangepriesene Richtungswechsel der Serie sowohl inhaltlich als auch quotentechnisch ein voller Erfolg wird. Denn eins sollte man nicht vergessen: Wenn "Enterprise" abgesetzt wird, so käme dies geradezu einem Tod von "Star Trek" gleich, schließlich war der letzte Kinostreifen "Star Trek X: Nemesis" kläglich an den US-Kinos gescheitert. Hoffen wir inständig, dass die Produzenten aus den Fehlern der letzten Jahre gelernt haben.
Wir werden selbstverständlich ausführlichst über die US-Quoten von "The Expanse" berichten.
Hinweis
Die Zahlen zu "First Flight" und "Bounty" sind Overnight-Ratings und damit Vorabzahlen. Sie sind Indizien für die finalen Quoten - nicht mehr und nicht weniger. Die finalen Quoten - National-Ratings - zu den beiden Episoden sind mit der nächstwöchigen Quotenbesprechung abrufbar. Alle Zahlen stammen von "Zap2it.com"
Linktipps
Für weitere Informationen verweisen wir Sie auf unser ausführliches Quotenarchiv zu "Enterprise" und "Raumschiff Voyager" mit allen US- und Deutschland-Quoten inklusive Wiederholungen.
(sl); STVC-Meldung vom 16.05.2003; Quelle:
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