Das Weltall ist groß und steckt voller Überraschungen. So fanden Forscher der australischen Universität von Queensland eine Galaxie, die sich keiner der bisher bekannten Klassen zuordnen lässt. Dies werde weitreichende Auswirkungen auf das Verständnis des Universums haben, ließen die Astronomen verlauten.
Zunächst nahm man an, dass es sich bei den Galaxien um Kugelsternhaufen handelte, ihr Aussehen war äußerst unscheinbar und so ordnete man sie der Milchstraße zu: Lediglich kleine Leuchtpunkte wurden von den großen Observatorien aufgespürt.
Durch eine komplette Durchmusterung des in kosmischen Dimensionen nahegelegenen "Fornax"-Galaxiehaufens wurde die Entdeckung der Zwerggalaxien möglich. Die Wissenschaftler benutzen hierfür das "Anglo-Australian Telescope", welches einen Durchmesser von nur 3,9 Metern hat. Unterstützt durch das "Hubble"-Weltraumteleskop und das chilenische "Very Large Telescope" (VLT) kam man zu weiteren Eckdaten. So stellte man fest, dass die Kombination aus Helligkeit, Kompaktheit und Masse absolut einmalig war und noch nie zuvor aufgezeichnet wurde.
Zu der Genesis der "ultrakompakten" Galaxien wurde auch schon eine Theorie von dem deutschen Astronomen Michael Hilker der Universität Bonn aufgestellt. Er führt die Existenz des Phänomens auf Überreste von ehemals elliptischen Zwerggalaxien mit Kern zurück. Computersimulationen belegten die Möglichkeit dieser Annahme.
Die Konsequenz hieraus wäre, dass es früher weitreichende kosmische Turbulenzen gab, welche die äußeren Sterne der ursprünglichen Galaxie entrissen. Auch bestätigt sich die Hochrechnung von Astronomen, wonach es viel mehr Zwerggalaxien geben müsse, als bisher tatsächlich entdeckt wurden. Vermutlich verbirgt sich hinter so manchem vermeintlichen Stern eine kleine Galaxie.

