Bereits gestern dockte ein russisches Versorgungsraumschiff an der Internationalen Raumstation ISS an, beladen mit Vorräten für die ISS und deren Crew. Neben Wasser, Treibstoff und Nahrungsmitteln befand sich auch das aufgezeichnete Quaken von Fröschen im Gepäck.
Ein russisches, unbemanntes Versorgungsraumschiff, die einzige Verbindung zur Internationalen Raumstation ISS (International Space Station) koppelte sich gestern erfolgreich an die Station an. Beladen war der "Progress"-Frachter mit Treibstoff, Nahrung, sowie aufgezeichneten Naturgeräuschen, wie das Prasseln von Regen oder das Quaken von Fröschen. Diese Aufnahmen sollen das Heimweh der Crew lindern.
Psychologen, die mit der russischen (Rosawiakosmos) und der amerikanischen Weltraumbehörde (NASA) zusammenarbeiten, sagten, dass Naturgeräusche der Besatzung helfen werden, sich zu entspannen und mit dem sechsmonatigen Aufenthalt im All besser zurechtkommen werden.
"Das Ankopplungsmanöver war erfolgreich", sagte eine Sprecherin des Bodenkontrollzentrums außerhalb Moskaus.
Die russischen "Progress"-Frachtraumschiffe, sowie die bemannten "Sojus"-Kapseln sind die einzig verbliebene Möglichkeit, die ISS zu erreichen und zu versorgen, nachdem amerikanische Shuttle-Starts nach dem "Columbia"-Unglück erst einmal auf Eis gelegt wurden. Die ISS, eine 95 Milliarden US-Dollar schwere Investition, ist jedoch auf eine regelmäßige Versorgung durch große Frachtschiffe angewiesen.
Die "Progress M1-10" ist beladen mit etwa 2.400 Kilogramm an Vorräten für die Station, unter anderem Grundversorgungsmittel, aber auch Musik, aufgezeichnete Naturgeräusche und Briefe an die beiden Astronauten Edward Lu aus den Vereinigten Staaten und Juri Malenschenko aus Russland, die beide seit April an Bord sind.
Die Besatzung wurde in dem Versuch, Wasser und Treibstoff zu sparen, von den üblichen drei Astronauten auf zwei Besatzungsmitglieder reduziert. Lu und Malenschenko sollen im Oktober zur Erde zurückkehren.
Der nächste Start eines "Progress"-Frachters vom russischen Weltraumbahnhof in Baikonur/Kasachstan ist für August geplant. Für November ist augrund des "Columbia"-Unglücks ein weiterer Start angesetzt.
Die "Columbia", das älteste Shuttle der NASA, wurde im Februar dieses Jahres beim Eintritt in die Erdatmosphäre über Texas auseinandergerissen, dabei kamen alle sieben Besatzungsmitglieder ums Leben.
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