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Mars nähert sich weiter

Vor 60.000 Jahren waren sich Erde und Mars zuletzt so nah wie in diesen Tagen. Die internationalen Weltraumagenturen nutzen die Gunst der Stunde und starten ihre jeweiligen Mars-Missionen, denn eine solch günstige Gelegenheit ergibt sich erst wieder in 205 Jahren...

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Mars

Am 27. August werden sich Erde und Mars so nah wie zuletzt vor 60.000 Jahren sein. Die beiden Planeten trennt dann "lediglich" eine Entfernung von etwa 56 Million Kilometer. Ein weiter Weg, legt man jedoch die alltäglichen Wegstrecken auf der Erde auf der Skala unseres Sonnensystems zu Grunde, erscheint dies nur als kurze Distanz.

Diese günstige Konstellation haben im Frühsommer bereits die ESA ("European Space Agency") und die NASA ("National Aeronautics and Space Administration") genutzt, um die Missionen "Mars Express" und "Mars Rover" zu starten. Und auch China wird sich an den Reisen zum "roten Planeten" beteiligen.

In der Zeitspanne zwischen Juni und August "wird der Mars vor dem dunklen Hintergrund des Weltalls in all seiner Pracht erstrahlen, so dass er in seiner Leuchtkraft Sirius übertrifft und dem gigantischen Jupiter Konkurrenz macht", schrieb der Astronom Percival Lowell während einer ähnlich nahen Marsstellung im 19. Jahrhundert. Lowell hatte seiner Zeit die Gräben und Kanäle auf der Marsoberfläche kartographiert.

Auch jetzt schon ist der Mars einen Blick wert. Man kann ihn bereits in diesem Monat am Morgenhimmel sehen - strahlend, beständig und außergewöhnlich rot. Nur die Venus in Sonnennähe erstrahlt heller.

Amateurastronomen, die den Mars durch herkömmliche Teleskope beobachteten berichteten vor Kurzem von wunderbaren Bildern der südlichen Polkappe des Mars'. Bestehend aus gefrorenem Wasser und Kohlendioxid ("trockenes Eis") wird das Sonnenlicht stark reflektiert. "Ich kann das polare Eis mit meinem "8-inch"-Teleskop leuchten sehen", sagte Ron Wayman aus Tampa, Florida. Er entdeckte außerdem schwache, dunkler wirkende Strukturen auf der Oberfläche. Diese "Zeichnung" wird in den kommenden Wochen besser sichtbar werden.

Die Neandertaler waren die Letzten, die eine so günstige Stellung zwischen Erde und Mars beobachten konnten. Das war vor ungefähr 60.000 Jahren. Dennoch waren sich Mars und Erde auch in den vergangenen Jahrhunderten so nahe gekommen wie momentan. Am 23. August 1924, am 18. August 1845 und am 13. August 1766 betrug die ungefähre Entfernung zwischen den beiden Planeten ebenfalls nur knapp 56 Millionen Kilometer.

Von Astronomen wird dieses Phänomen "Perihel Opposition" genannt. "Perihel" meint in diesem Zusammenhang, dass der Mars sich in Sonnennähe befindet (perihel). Die Umlaufbahn des Mars' ist wie die aller Planeten eine Ellipse, so dass die Entfernung zwischen Sonne und Mars schwankt. "Opposition" wird die Konstellation genannt, weil sich der Mars auf der einen Seite der Erde befindet und die Sonne auf der anderen. Mars und Sonne stehen sich also gegenüber. Die Erde befindet sich in der Mitte. Alle drei Planeten bilden eine Linie. Wenn sich der Mars in genau dieser Stellung, der "Perihel Opposition" befindet, ist er der Erden am nächsten.

Seit den Tagen der Neandertaler ist die "Perihel Opposition" am 27. August eine der Spektakulärsten, da der Mars näher ist als in früheren Jahrhunderten. Momentan kann er nur am frühen Morgenhimmel beobachtet werden, seine Stellung ändert sich jedoch ständig. Mitte Juli wird der Mars um etwa 11 Uhr Ortszeit vormittags im Osten aufgehen. Im späten August wird er zusammen mit der Sonne aufgehen. Die nächste "Perihel Opposition" findet 2018 statt, eine ähnlich nahe Stellung bei einer solchen "Opposition" wie der Diesjährigen wird erst wieder für 2208 erwartet.

Der Originalartikel findet sich http://science.nasa.gov/headlines/y2003/18jun_approachingmars.htmauf den Seiten von http://science.nasa.gov/.


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