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"Nozomi" passiert die Erde erneut

Die japanische Mars-Sonde "Nozomi" hat die Erde erneut passiert und damit Schwung für ihre Reise zum Mars aufgenommen. Diese Beschleunigung ist nötig, da die Sonde den Roten Planten aus eigener Kraft nicht mehr erreichen kann.

Titelgrafik zur News
"Nozomi"-Sonde

Nozomi, was auf Deutsch soviel heißt wie "Hoffnung", startete bereits am 4. Juli 1998, ihre Ankunft am Mars war für Herbst 1999 vorgesehen. Ende Dezember 1998 sollte sie durch Zündung der Bordtriebwerke auf ihren endgültigen Kurs gebracht werden. Eine Fehlfunktion im Treibstoffsystem bewirkte jedoch, dass die Sonde nicht genügend beschleunigt wurde. Bei diesem Vorgang wurde mehr Treibstoff verbraucht als dafür vorgesehen war. Aus eigener Kraft konnte die Sonde den Mars nicht mehr erreichen.

Deshalb knobelten die japanischen Bodenkontrolleure ein besonderes Manöver aus: Durch ein Einschwenken von "Nozomi" um die Erde sollte die Sonde durch die Anziehungskraft der Erde beschleunigt und auf den richtigen Kurs zum Mars gebracht werden.

"Ohne die Beschleunigung, die die Sonde durch dieses Manöver erhält, wäre es ihr aufgrund ihrer geringen Treibstoffvorräte nicht möglich, den Mars zu erreichen", sagte Dr. Yasunori Matogawa, der Direktor des "Kagoshima Space Center" in Japan.

Im Dezember 2002 hatte die Sonde zum ersten Mal das Manöver bestritten, jedoch wurde sie nicht ausreichend beschleunigt. Das Bodenkontrollteam wird erst in einer Woche erfahren, ob das Manöver dieses Mal das gewünschte Ergebnis erzielt hat.

Die Bodenkontrolleure sehen sich außerdem mit einem weiteren Problem konfrontiert: Im April 2002 wurden Teile der Sonde durch eine Sonneneruption beschädigt. Neben den sich an Bord befindlichen Kommunikations- und Energiesystemen wurde auch das Heizsystem beschädigt. Momentan arbeitet es nicht, es ist jedoch unablässig, dass es bis zur Ankunft am Mars repariert wird.

Wenn sich "Nozomi" auf seinem Kurs zum Mars weiter von der Sonne entfernt, kann der in den Tanks verbliebene Treibstoff gefrieren. Dieser wird jedoch benötigt, um die Sonde in eine korrekte Umlaufbahn um den Mars zu bugsieren. Mit gefrorenem Treibstoff wird es nicht möglich sein, die Feinsteuerungstriebwerke der Sonde zu aktivieren. Sie wird am Mars vorbeischießen und im All verloren gehen.

"Ich denke, es besteht eine 50 prozentige Chance, dass wir mit den Reparaturen an "Nozomi" Erfolg haben werden, basierend auf den Informationen, die mir momentan vorliegen", sagte Dr. Matogawa.

Momentan ist es trotz Beschädigung möglich, der Sonde Steuerungsbefehle zu erteilen. Über diesen Kommunikationsweg sollen auch die Befehle für die Reparaturen übermittelt werden.

Sollte die Sonde all diesen Widrigkeiten trotzen und am Mars ankommen, wird sie die Atmosphäre des Mars untersuchen und deren Wechselwirkung mit den Sonnenwinden.

"Nozomi" wird etwa zur gleichen Zeit wie die europäische Mars-Mission "Mars Express" mit dem Landefahrzeug "Beagle 2" und den amerikanischen "Mars Exploration Rovers" "Spirit" und "Opportunity" am Mars ankommen.

Der Originalartikel findet sich http://news.bbc.co.uk/1/hi/sci/tech/3003584.stm auf den Seiten von "BBC News Online".


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