Die japanische Regierung erteilte vor kurzem die Genehmigung für das ehrgeizige Gemeinschaftsprojekt zwischen der japanischen und der europäischen Weltraumagentur: die Merkur-Mission "BepiColombo", deren Start für 2010 vorgesehen ist.
Die Mission, die planmäßig in sieben Jahren starten soll, wird ein Gemeinschaftsunternehmen zwischen der japanischen (NASDA, National Space Development Agency of Japan) und der europäischen Weltraumagentur (ESA, European Space Agency) sein. Zum ersten Mal wird versucht werden, auf dem Merkur zu landen.
Bisher hatte nur eine Sonde den innersten Planeten unseres Sonnensystems erreicht. Die "Mariner 10"-Sonde der NASA (National Aeronautic and Space Administration) flog 1974 bzw. 1975 insgesamt drei Male am Merkur vorbei, konnte aber nur Daten von weniger als der Hälfte des Planeten sammeln.
Die Oberfläche des Merkurs ist stark verkratert und erinnert an die Oberfläche unseres Erdmonds. Aufgrund der anders als gewöhnlich verlaufenden Umlaufbahn des Merkurs um die Sonne vermuteten Astronomen im 19. Jahrhundert einen weiteren Planeten zwischen Sonne und Merkur, der für die abweichende Bahn verantwortlich gemacht wurde. Er erhielt den Namen "Vulcan". Die Relativitätstheorie von Einstein erklärte später jedoch die Abweichung der Merkurbahn.
Benannt wurde die Mission zu Ehren des verstorbenen Mathematikers der "Mariner 10"-Mission Guiseppe "Bepi" Colombo (1920 1984), dessen Berechnungen maßgeblich zum Erfolg der Mission beitrugen.
"BepiColombo" wird aus zwei Sonden bestehen, die den Merkur umkreisen werden und einer Landeeinheit, die sich durch die Planetenoberfläche bohren soll.
Die europäische Weltraumagentur ESA billigte das Projekt samt Budget bereits vor drei Jahren, die japanische Regierung muss allerdings noch den Anteil der Mittel festlegen, die in die Mission investiert werden sollen.
Nach der Zustimmung des Gremiums für Raumfahrt wird erwartet, dass die Regierung die Kosten der Mission in den Haushalt für das kommende Jahr einplant. Dies würde bedeuten, dass der Start von "BepiColombo" planmäßig in 2010 stattfinden könnte.
Die nächste Merkur-Mission startet jedoch schon im März 2004. Die "MESSENGER"-Sonde der NASA wird auf ihrem Weg zweimal Venus und Merkur passieren, bis sie in einen Orbit um den Planeten einschwenken kann. Deshalb wird die Reise von "MESSENGER" etwa fünf Jahre dauern (die japanisch/europäische Sonde soll nur etwa halb so lang unterwegs sein).
"MESSENGER" und "BepiColombo" sollen das Magnetfeld, seine Wechselwirkung mit dem Sonnenwind und die Oberfläche des Merkurs untersuchen. Die Landeeinheit von "BepiColombo" wird chemische und mineralogische Untersuchungen durchführen.
Der Originalbericht von "BBC News" verbirgt sich hinter diesem Link.

