Wie Wissenschaftler eines amerikanisch-/russischen Forschungsteam berichteten, ist der Nordpol des Mars mit gefrorenem Wasser, das selbst die am Südpol des Roten Planeten gefundenen Eisvorkommen übertrifft, durchsetzt. Diese Entdeckung weckt Hoffnungen, Hinweise auf vergangenes, mikroskopisches Leben auf dem Mars zu finden.
Bill Boynton von der "University of Arizona" zufolge, befindet sich das nördliche Eis direkt unter der Oberfläche des Planeten. Boynton gehört zu dem aus amerikanischen und russischen Wissenschaftlern bestehenden Forschungsteam, das die Entdeckung machte.
Was sie genau fanden, war Wasserstoff, welcher zusammen mit Sauerstoff Wasser bilden kann. Es wurde jedoch soviel Wasserstoff gefunden, dass im Polareis des Mars' sonst kaum etwas anderes existiert, sagte Boynton in einem Telefoninterview am Donnerstag.
Wenn der Mars vor langer Zeit einmal ein warmes und feuchtes Klima bieten konnte, was viele Astronomen glauben, dann könnte diese breite Verteilung des Eis' unter der Oberfläche ein Hinweis darauf sein, dass dort Wasser in großen Mengen existiert hat. Wasser, aus dem Leben hätte entstehen können.
Das amerikanisch-/russische Team, das diese Entdeckung in einem wissenschaftlichen Magazin veröffentlichte, nutzte Daten der beiden Mars-Sonden "Mars Global Surveyor" und "Mars Odyssey" der NASA (National Aeronautic and Space Administration).
"Mars Odyssey" fand den ersten Hinweis auf Eis an der südlichen Mars-Polkappe, welches sich unter der Oberfläche befindet, vor etwa einem Jahr. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass sich in der nördlichen Polarregion ein Drittel mehr Eis befindet als am Südpol des Mars.
Die beiden Sonden, die den Mars in einer Umlaufbahn umkreisen, erhalten schon bald Gesellschaft von weiteren Sonden. Der "Mars Express" der ESA (European Space Agency), der aus einem Orbiter und einem Landefahrzeug ("Beagle 2") besteht, wird als erster gegen Ende des Jahres am Mars erwartet. Bald darauf folgen die japanische "Nozomi"-Sonde, sowie die beiden "Mars Exploration Rovers" "Spirit" und "Opportunity" der NASA.
Der Start von "Opportunity", der letzten Samstag stattfinden sollte, wurde aufgrund eines Problems an der Isolierung der "Delta II"-Trägerrakete erneut verschoben. Er ist nun für Mittwoch angesetzt. Am 15. Juli schließt sich das Startfenster für Mars-Sonden. Bis dahin wollen die Bodenkontrolleure der NASA "Opportunity" jedoch im All beobachten können.

