Trotz einer in letzter Sekunde aufgetretenen Funktionsstörung, die einen Abbruch des Countdowns bei sieben Sekunden verursachte, gelang es der NASA, nach dem das Problem behoben worden war und die Uhr erneut gestellt wurde, ihre jüngste Mars-Mission erfolgreich zu starten.
Der erfolgreiche Liftoff beendete eine zweiwöchige Phase von frustrierenden Verschiebungen für die amerikanische Weltraumbehörde. Techniker hatten mit einem fehlerhaften Druckventil an der ersten Stufe der "Delta-II"-Trägerrakete zu kämpfen, dessen Instandsetzung eine Verzögerung des Starts um 43 Minuten auf 23.18 Uhr Ortszeit nach sich zog.
Wenn der sechsrädrige "Mars Exploration Rover" "Opportunity" den roten Planeten erreicht, wird er die Oberfläche nach Hinweisen, die auf vergangenes Leben deuten, absuchen. Auf seinem Weg zum Mars befindet sich bereits "Spirit", der Zwilling von "Opportunity", der am 10. Juni ins All befördert worden war.
Die "Delta-II"-Trägerrakete von "Opportunity" stand bereits seit dem 25. Juni betriebsbereit auf der Startplattform. Der Start wurde jedoch immer wieder verschoben, teils wegen technischer Probleme, teils wegen schlechtem Wetter und sogar einmal, weil sich zum Startzeitpunkt ein fehlgeleitetes Fischerboot im gesperrten Seegebiet um Cape Canaveral aufhielt.
Die 400 Millionen USD Mission startete schließlich in einer spektakulären Art und Weise, als die Rakete den Nachthimmel über Florida wie ein massiver Feuerball durchschnitt und die nahe liegenden Strände in ein rötliches Licht tauchte.
Die beiden Mars-Rover werden in einem Abstand von 9.500 Kilometern zueinander im Januar 2004 auf dem Mars landen, wo sie mit der Untersuchung des Planeten beginnen werden. Für drei Monate werden sie täglich eine Distanz von 40 Metern zurücklegen, während sie Gesteins- und Bodenproben sammeln und auswerten.
Die NASA (National Aeronautic and Space Administration) sagte, dass Wissenschaftler nicht erwarten, dass die Rover dort Leben, oder auch nur einen Hinweis darauf finden werden. Jedoch hoffen sie, verifizieren zu können, ob es vor drei bis vier Milliarden Jahren auf dem Mars eine Umgebung gab, aus der sich Leben entwickelt haben könnte.
Die Rover sehen sich jedoch nicht nur mit einer 500 Millionen Kilometer andauernden Reise konfrontiert: bei ihrer Ankunft werden sie mit Hilfe von Fallschirmen und Airbags auf dem Planeten landen müssen. Von neun Missionen, die eine Landung auf dem Mars versuchten, waren lediglich drei erfolgreich.
"Opportunity" ist die letzte Sonde eines Quartetts auf dem Weg zum Mars. Alle Missionen nutzen die geringe Entfernung zwischen Mars und Erde, die die Reise von den üblichen neun bis zehn Monaten auf sieben verkürzt.

