Der vor kurzem entdeckte Planet umkreist einen alternden, weißen Zwergstern in einem binären System, zu dem außerdem ein Pulsar zählt. Astronomen glauben, dass der "Methusalem"-Planet über 13 Milliarden Jahre alt ist. Er befindet sich im Sternenhaufen "M4", im Sternbild des Skorpion, etwa 5.600 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Astronomen zu Folge gibt es in unserer Galaxie möglicherweise mehr Planeten als ursprünglich angenommen. Diese weitreichende Schlussfolgerung basiert auf der Entdeckung eines einzelnen Planeten, dessen Position in einem Gebiet bestimmt wurde, wo er nicht erwartet wurde zu sein.
Der neue Planet bildete sich um einen anderen Stern herum in einem so genannten Sternenhaufen – einer Ansammlung von Sternen, von denen angenommen wurde, dass sie keine Planeten besitzen, die sie umkreisen.
Durch eine Serie von außergewöhnlichen Zusammenstößen mit anderen Sternen wurde der neue Planet, zusammen mit seinem "sterbenden" Eltern-Stern in eine Region des Weltalls getrieben, in der er nun entdeckt wurde.
Seine Geschichte – zusammen mit der Entdeckung von Planeten in unserer Nähe sowie isolierten Sternen – bedeutet, dass es in unserer Galaxie, sowie in großen Teilen des Universums höchstwahrscheinlich vor Planeten wimmelt.
Die bemerkenswerten Abenteuer des Eltern-Sterns und seines Planeten zieht sich über Milliarden von Jahren hin.
Vor über zehn Milliarden Jahren bildete sich ein Planet um einen jungen Stern herum, der zur ersten Generation von Sternen zählte, die nach dem Urknall entstanden.
Für eine lange Zeit fristete der Stern ein eher langweiliges Leben im überfüllten Herzen eines Sternenhaufens, von außen fast nicht auszumachen.
Doch dann kam die Begegnung mit einem binären System, welches aus einem Neutronenstern und einem weißen Zwergstern bestand. Beides sind kleine, kompakte Sterne.
Im "Gerangel" der Anziehungskräfte das dann folgte, wurde der weiße Zwergstern aus dem System geschleudert und der normale Stern samt Planet nahm seinen Platz ein. Der Planet kreiste nun um beide verbliebenen Sterne, also auch um den Neutronenstern.
Das Herausschleudern des weißen Zwergsterns bewirkte Newtons Gesetzen zu Folge, dass sich die beiden verbliebenen Sterne in die entgegengesetzte Richtung bewegten.
Innerhalb der nächsten Milliarden Jahre wurde der "ausgetauschte" Stern immer älter und entwickelte sich zu einem roten Riesenstern, um dann selbst zu einem verblassenden weißen Zwergstern zu werden.
Allerdings bewirkte in der Phase der Ausdehnung des roten Riesensterns die Anziehungskraft seines "Kollegen", des Neutronensterns, dass Material aus der Atmosphäre des alternden Sterns in die des Neutronensterns gelangte. Daraufhin erhöhte sich die Geschwindigkeit, mit der sich der Stern um die eigene Achse drehte, enorm.
Schließlich drehte sich der Neutronenstern mehr als 100 Mal in der Sekunde um die eigene Achse und wurde zu einem Pulsar.
Über die nächsten Milliarden Jahre verließ der Neutronenstern samt Anhang das überfüllte Zentrum des Sternenhaufens und durchquerte die dünn besiedelten Randgebiete, wo seine Impulse aus Radiowellen von einem Teleskop auf der Erde entdeckt wurden.
Aufgrund der Untersuchung der Radiowellen des Pulsars konnte die Existenz eines kleinen Planeten im selben System enthüllt werden.
Im "Science Journal" berichteten die Wissenschaftler, die bei ihren Untersuchungen das Hubble Weltraumteleskop benutzten, über die Entdeckung des "alten" weißen Zwergsterns und tragen mit ihrem Bericht weiter zum Verständnis über die Geschichte unseres Sonnensystems bei.
Stein Sigurdsson von der staatlichen Universität von Pennsylvania und seine Kollegen sagten, dass sie es nie für möglich gehalten hätten, dass sich ein Planet um einen so jungen Stern bilden könne.
Normalerweise wäre es nicht möglich, den Planeten zu sehen, aber dank einer bemerkenswerten Reihe von Ereignissen konnten Astronomen bestätigen, dass unfruchtbare, karge Sterne Planeten haben können, die sie umkreisen.
Weitere Informationen zum Hubble Weltraumteleskop, sowie eine Foto-Gallerie sind auf der offiziellen Seite verfübar.

