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Die Chancen von "Enterprise" auf einen "Emmy"

Die "Emmy"-Awards stehen wieder an. Die Nominierungen für die höchste Auszeichnung des US-Fernsehens werden morgen feststehen. "Star Trek" ist einer der Rekordhalter, was die Nominierungsanzahl angeht - doch leider nur in den technischen Kategorien. Wie das Franchise zum "Emmy" steht und wie die Chancen dieses Jahr für "Enterprise" stehen, lesen Sie in diesem ausführlichen Artikel.

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"Emmy"-Award

Morgen werden die Nominierungen für den diesjährigen "Emmy"-Award bekanntgegeben. "Emmy" wird als das TV-Gegenstück zum "Oscar" angesehen und ist somit die höchste Auszeichnung für eine TV-Produktion.

Man unterscheidet bei "Emmy" zwischen höheren und technischen Kategorien. Bei den höheren Kategorien werden Schauspieler und Serien geehrt, bei den technischen Kategorien "nur" die Produktion dahinter. Aus Zeitgründen findet die Verleihung der beiden Hauptkategorien zu unterschiedlichen Zeiten statt.

Erwarten Sie jedoch nicht, dass "Star Trek" in irgendeiner der höheren Kategorien nominiert wird. Denn "Star Trek" und Sciencefiction im Allgemeinen werden in den höheren Kategorien grundsätzlich übergangen. Die Frage, warum dem so ist, wird von Aaron Barnhart, TV-Kritiker bei "Kansas City Star" seit 1997 und Webmaster von "TV Barn", folgendermaßen beantwortet:""Die Frage kann einfach mit einer Gegenfrage beantwortet werden: Warum werden Kabel- und Syndikations-Fernsehen ebenfalls vom "Emmy"-Jury übergangen? Oder warum werden WB- und UPN-Serien [WB und UPN sind beide US-Sender. Auf letzterem läuft "Enterprise"] häufig übersehen?

Nun es hat quotentechnische Gründe, so werden die Top-30-Programme deutlich bevorzugt. Das ist so und war schon immer so gewesen. Vielleicht findet ein Umdenken statt, jetzt, wo HBO [ein Bezahl-Sender, auf dem hochkarätige Serien wie "Sex And The City" laufen] und Kabelserien große Popularität genießen. Aber Sie sollten nicht darauf zählen"."Dies ist auch mitunter der Grund, warum von den 142 "Star Trek"-"Emmy"-Nominierungen (31 Auszeichnungen insgesamt) nur 6 aus den höheren Kategorien stammen. Die original "Raumschiff Enterprise"-Serie gewann zwar nie einen "Emmy", heimste aber 1967 und 1968 zwei Nominierungen für die beste Drama-Serie ein - ein Erfolg, der 1994 von "Das nächste Jahrhundert" wiederholt wurde, als "Star Trek" am Gipfel seines Erfolgs angekommen war.

"Deep Space Nine" und "Raumschiff Voyager" konnten nie auch nur annähernd denselben Erfolg bei den Quoten und Kritikern wie "Das nächste Jahrhundert" vorweisen. Und da diese auch noch Sciencefiction-Serien waren, standen die Chancen um einen "Emmy" mehr schlecht denn recht: ""Egal wie niveuvoll eine Sciencefiction-Serie auch ist, Sciencefiction wird stets als niedere Kunst für Kinder und in der Entwicklung stehengebliebene Individuen angesehen", kommentiert "Cinescape"-Kolumnist Andrew Hershberger. "Niemand würde es wagen, für eine Sciencefiction-Serie zu stimmen, die nicht mit den Namen Stanley Kubrik oder Chris Carter in Verbindung steht".""Das nächste Jahrhundert" gewann insgesamt 18 "Emmy"-Awards während ihrer Laufzeit - ausschließlich in den technischen Kategorien wie "Beste visuelle Effekte" oder "Kostümdesign". "Deep Space Nine" und "Raumschiff Voyager" gewannen vier bzw. sieben, inklusive jeweils einem "Emmy" für ihre Titelmusik.

Letztes Jahr wurde "Enterprise" fünfmal nominiert - alles in den technischen Kategorien - und konnte zwei ("Beste Frisur" und "Beste visuelle Effekte") mit nach Hause nehmen.

Und wie stehen "Star Trek"s Chancen mit "Enterprise" dieses Jahr? Dem "Emmy"-Experten Tom O'Neil zufolge sollten die Fans nicht zu sehr hoffen:"""Enterprise" hat nicht die geringste Chance auf einen "Emmy" in den höheren Kategorien, fürchte ich. Die Serie verlor eine Menge Zuschauer dieses Jahr und machte nur wenig auf sich aufmerksam. "Emmy"-Jurymitglieder würden die Serie nicht sehen wollen. Wie die "Oscar"-Leute sind diese Sciencefiction und Fantasy fast schon aus Prinzip angeneigt"."Und was für Chancen hat eine Show wie "Enterprise" dann noch? Vielleicht mehr Promotion seitens Studio Paramount? "TV Barn"s Barnhart ist der Meinung, dass ein Erfolg "unwahrscheinlich" ist:""Die Probleme, die "Enterprise" mit ihrer Handlung hat, liegen klar auf der Hand und werden im Fandom akribisch diskutiert. Erstmal sollten die Macher eine gute Show vorweisen. Wenn sie bei den Kritikern ähnlich gut ankommt wie "Buffy" - eine weitere komplett übergangene Show - dann kann man über Promotion sprechen"."Eine interessante Ausnahme beim Ignorieren von Genre-Serien bildet da "Akte X". So wurden die Hauptdarsteller Gillian Anderson und David Duchovny jeweils für einen "Emmy" nominiert, während die Schauspielerin Gillian Anderson mit der begehrten Trophäe tatsächlich ausgezeichnet wurde. Doch dies war 1997. Als der Erfolg von "Akte X" bei den Quoten und Kritikern nachließ, bedeutete dies auch eine Verminderung ihrer Chancen bei den "Emmy"-Awards.

Der einzige "Star Trek"-Schauspieler, der jemals für einen "Emmy" nominiert wurde, war Leonard Nimoy (spielte Spock in "Raumschiff Enterprise"). Dieser wurde für die begehrte Auszeichnung in jeder der drei Staffeln der Serie nominiert.

Damit blieb es auch, noch nicht einmal Patrick Stewart (spielte Captain Picard in "Das nächste Jahrhundert") vermochte die "Emmy"-Wähler für sich zu gewinnen. Da half auch der verzweifelte Versuch seitens Produzenten Michael Piller nicht, eine Anzeige im Handelsblatt "Variety" zu schalten, um so auf den Star aufmerksam zu machen.

Scott Bakula, der umstrittene "Enterprise"-Captain, wurde zwar viermal für seine Arbeit in "Zurück in die Vergangenheit" nominiert, aber bei "Emmy" stellt sich Fehlanzeige ein. Zumindestens konnte er zwei "Saturn"-Nominierungen für sich beanspruchen. Der "Saturn"-Award ehrt die Leistungen speziell nur in den Genre-Serien.

Auf die Frage, ob überhaupt einer der "Enterprise"-Schauspieler einer "Emmy"-Nominierung wert ist, antwortet Aaron Barnhart schlicht mit "Nein".

Das Problem mit "Enterprise" ist vielleicht nicht ihr Genre, sondern schlicht die Tatsache, dass sie von den Kritikern und von vielen Fans als eine schlechte Serie angesehen wird. Dem stimmt "Cinescape"s Hershberger zu:"""Enterprise" wird von vielen Fans als die schlechteste "Star Trek"-Serie betrachtet. Die Serie ist keiner Nominierung in den höheren Kategorien wert - trotz einiger seltener guter Kritiken (von denen ich aber denke, dass diese nicht ernstzunehmen sind)". "Nichtsdestotrotz ist Hershberger der Meinung, dass diese künstlerischen Mängel die Chance von "Enterprise" auf einen "Emmy" in den technischen Kategorien nicht vermindern sollten. ""[...] Es ist so, als würde es nur "Star Trek" oder "Stargate" für die technischen Kategorien geben - daher ist die Chance von "Enterprise" groß, in diesen Kategorien zu gewinnen", fährt Hershberger fort.""Star Trek ist produktionstechnisch gesehen weiterhin herausragend, doch inhaltlich ist es seelenlos geworden", schließt Hershberger ab. Schauen Sie morgen vorbei und lesen Sie, für welche "Emmy"-Awards "Enterprise" nominiert ist. Den englischen Original-Artikel finden Sie unter diesem Link auf "TrekNation".

(sl); STVC-Meldung vom 16.07.2003; Quelle: TrekNation [1207 Aufrufe; 0 Kommentare]

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