Was wir gestern in unserem ausführlichen Artikel zur 55. jährlichen "Emmy"-Verleihung bereits angerissen haben, wurde heute bestätigt: "Enterprise" ist ein Gewinner in den technischen Kategorien (5 Nominierungen), doch wie die anderen "Star Trek"-Serien zuvor schafft sie es nicht, Beachtung in den höheren Kategorien zu finden.
"""Enterprise" wird von vielen Fans als die schlechteste "Star Trek"-Serie betrachtet. Die Serie ist keiner Nominierung in den höheren Kategorien wert [...] "Star Trek" ist produktionstechnisch gesehen weiterhin herausragend, doch inhaltlich ist es seelenlos geworden. [...] Es ist so, als würde es nur "Star Trek" oder "Stargate" für die technischen Kategorien geben - daher ist die Chance von "Enterprise" groß, in diesen Kategorien zu gewinnen","so brachte es "Cinescape"-Kolumnist Andrew Hershberger in unserem gestrigen ausführlichen Artikel über die diesjährigen Chancen von "Enterprise" auf einen "Emmy" auf den Punkt.
Und in der Tat hat er Recht behalten. "Enterprise" kann sich in den technischen Kategorien besser nicht schlagen, wohingegen das gesamte Sciencefiction-Genre in den höheren Kategorien (Bester Schauspieler, Beste Serie usw.) auch weiterhin ignoriert wird.
Im Folgenden die Liste der "Enterprise"-Nominierungen. Die Verleihung der technischen "Emmy"-Awards findet am 13. September statt, während die eigentliche "Emmy"-Award-Verleihung mit den höheren Kategorien am 21. September auf dem US-Sender FOX live ausgestrahlt wird. " - "Herausragendes Make-Up in einer Serie"
"Star Trek"-Altmeister Michael Westmore und sein Team wurden in dieser Kategorie seit 1991 jährlich nominiert und gewannen vier Male. Dieses Jahr findet Ihre Arbeit an der "Enterprise"-Episode "Canamar" beim "Emmy"-Jury Beachtung. Damit wird "Enterprise" gegen "CSI: Den Tätern auf der Spur", "MADtv", "Primetime Glick" und "Six Feet Under" antreten. Das gesamte nominierte Make-Up-Team um Westmore besteht aus Suzanne Diaz-Westmore, Bradley M. Look, Jeff Lewis, Earl Ellis, Michael Burnett, Joe Podnar, Todd McIntosh, Barry Koper, Art Anthony, Robert Maverick, Steven Anderson, Debbie Zoiler, Judith Silverman, Roxy D'Alonzo und Ruth Haney.
- "Herausragende Musikkomposition in einer Serie"
Nach einem Jahr Abstinenz kehrt "Star Trek" auf die "Emmy"-Bühne zurück und schickt sein Zweite-Staffel-Finale "The Expanse" gegen Konkurrenten wie "The Agency", "JAG", "Odyssey 5" oder "24" ins Rennen. Die Komposition stammt von Dennis McCarthy, der in jeder der vier modernen "Star Trek"-Serien für mindestens einen "Emmy" nominiert wurde. Er gewann einen "Emmy" für seine Titelmusik zu "Deep Space Nine". Zuletzt gewann Jay Chattaway einen "Emmy" für seine Musik zum "Raumschiff Voyager"-Finale "Endspiel".
- "Herausragende visuelle Effekte in einer Serie"
Diese Kategorie ist eindeutlich "Star Trek"s Liebling. So bekam das Franchise seit 1991 - mit einer Ausnahme - jährlich eine Nominierung ab. Insgesamt konnten fünf "Emmy"-Awards gewonnen werden. Dieses Jahr tritt "Enterprise" nur gegen zwei Serien - "Buffy" und "Firefly" - und gegen sich selbst an. Die erste nominierte "Enterprise"-Episode ist "Dead Stop". Die Effekte zu dieser Episode lieferten Mitch Suskin, Art Codron, Steve Fong, Greg Rainoff, Robert Bonchune, Pierre M. Drolet, Sean Scott, John M. Teska und Koji Kuramura.
- "Herausragende visuelle Effekte in einer Serie"
Die zweite Nominierung für "Enterprise" gilt der Episode "The Crossing", für deren Effekte sich Dan Curry, Ronald B. Moore, Armen Kevorkian, Paul Hill, David Morton, John M. Teska, Sean Scott und Pierre M. Drolet verantwortlich zeichnen.
- "Herausragende visuelle Effekte in einer Serie"
Alle guten Dinge sind drei und so bildet "The Expanse" die letzte Nominierung für "Enterprise" in dieser Kategorie. Die Effekte zu dieser Episode entstammen dem Fleiß dieser Menschen: Dan Curry, Ronald B. Moore, Elizabeth Castro, Paul Hill, Fred Pienkos, Bruce Branit, Greg Rainoff, Eric Hance und Sean Scott. " Der US-Sender UPN bekommt mit "Enterprise", "Buffy" und überraschenderweise "Girlfriends" insgesamt sieben Nominierungen. Für "Buffy" bedeutet die eine und einzige Nominierung in der Effekte-Kategorie ein herber Verlust, wurde die Serie letztes Jahr noch vier Male für einen "Emmy" vorgeschlagen. Zwar kann UPN seinen Erzrivalen WB ausstechen, der sich mit nur zwei Nominierungen begnügen muss, doch ist der Sender noch immer weit entfernt von den vier größeren Sendern, die jeweils mindestens 30 Nominierungen vorweisen können.
SchauspielerInnen, die den "Star Trek"-Fans noch bekannt sein dürften, finden sich auch unter den Nominierten. So wurde Kim Cattrall (spielte Valeris in "Star Trek VI: Das unentdeckte Land") auch dieses Jahr als "Herausragende Nebendarstellerin" für ihre Rolle als Samantha Jones in "Sex And The City" nominiert. James Cromwell (spielte Zefram Cochrane in "Star Trek VIII: Der erste Kontakt) und Alfre Woodard (spielte Lily ebenfalls in "Der erste Kontakt") wurden beide für ihre Gastrollen in "Six Feet Under" und "The Practice" mit einer Nominierung geehrt.
Die "Emmy"-Nominierungen gelten auch dieses Jahr als voraussehbar. So führt "Six Feet Under" das Feld an und kann mit 16 Nominierungen aufwarten, u.a. mit einer in der Kategorie "Herausragende Drama-Serie". Damit tritt die Serie gegen "The West Wing", "CSI: Den Tätern auf der Spur", "The Sopranos" und "24" an. Im Comedy-Sektor wird es ein Rennen zwischen "Friends", "Everybody Loves Raymond", "Sex And The City", "Curb Your Enthusiasm" und "Will & Grace". Alles in allem Serien, die bereits letztes Jahr im Rampenlicht stehen durften.
In unserem gestrigen Artikel erwähnten wir, dass Sciencefiction- und Fantasy-Serien grundsätzlich ignoriert werden. Dieses Jahr ist dem nicht gänzlich so. So wurde Steven Spielbergs "Taken" als "Beste Miniserie" nominiert und der US-Kabelsender "Sci-Fi Channel" kann mit 10 Nominierungen glänzen. Dennoch findet sich keine einzige reine Sciencefiction- oder Fantasy-Serie unter den Nominierten der höheren Kategorien.
Linktipp
News (16.07.2003) - Die Chancen von "Enterprise" auf einen "Emmy"
(sl); STVC-Meldung vom 18.07.2003; Quelle: TrekToday
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