Wie immer finden Sie vor der Ausstrahlung einer neuen "Enterprise"-Episode auf Sat.1 eine kurze Inhaltsbeschreibung und Kritik. Diese Woche: "Gesetze der Jagd". Lesen Sie, warum diese Folge "08/15 pur" ist.
Inhalt
Bei der Erforschung eines unbekannten Planeten treffen "Enterprise"-Crewmitglieder auf eine Gruppe von Aliens, die in ihrer Freizeit einheimische Kreaturen jagen. Während ihrer Erkundung wird Archer von Visionen von einer Frau in den Bann gezogen, die verzweifelt versucht, mit ihm zu kommunizieren. Das Notrufsignal der Frau setzt Archer in Kenntnis, dass sie und andere ihrer Art die Beute dieser Alien-Jäger sind. Ihrem Ruf folgend, stellt sich Archer auf die Seite gegen die Alien-Jäger...
Kurzkritik
Eine wie "Verschmelzung" von letzter Woche überflüssige Episode, die von der Story her reduziert und voraussehbar ist und lediglich von den Produktionswerten her überzeugen kann.
Eine Story wie die von "Gesetze der Jagd" kennt man in der Sciencefiction und vor allem in "Star Trek" schon zur Genüge und noch nicht einmal ein sonnenloser Planet ist wirklich neu (man denke nur an die Dominion-Heimatwelt in "Deep Space Nine"). So schleppt sich die Episode träge bis zum Ende hin und der "Star Trek"-Fan fragt sich, wie das alles sein kann.
Das Ärgerliche ist, die Episode bemüht sich nicht einmal um eine spannende Wendung, neue Elemente der Story, Tiefgang oder sonstiges. Ganz beabsichtigt flach verläuft die Handlung von A bis B. 08/15 pur.
Wer "Enterprise" auch nach "Gesetze der Jagd" noch vergöttert oder nicht zumindest ein wenig Kritikbereitschaft zeigt, der hat entweder nie in seinem Leben Sciencefiction gesehen, redet sich diese gut, im dümmlichen Glauben, er könne damit "Star Trek" irgendwie retten oder verteidigt die Serie aus Prinzip, weil diese nicht von einem "Raumschiff Voyager"-Befürworter kritisiert werden sollte (Winke Winke!).
Aber die Anzahl dieser hirnlosen und kindischen "Enterprise"-Aus-Prinzip-Fans ist so gering, dass die US-Quoten der Serie weiterhin sinken. Die mit Intelligenz bestückte Allgemeinheit hat spätestens nach dieser Episode abgeschaltet. Im "TV Quick" zu der großartigen Episode "Lieber Doktor" sprachen wir die Empfehlung aus, dass, wenn Sie "Enterprise" positiv in Erinnerung behalten wollen, nach jener Folge hätten abschalten müssen. Aber so bekommen Sie nun Woche für Woche erbärmlichste "Star Trek"-Kost serviert, die jede auf ihre Art und Weise die Kritikpunkte unserer äußerst populären Kolumne "Enterprise - die Vergewaltigung von Star Trek" mit Bravour erfüllen.
"Gesetze der Jagd" soll wie "Allein" (Lesen Sie hierzu das "TV Quick") Fernsehen für den Durchschnittsamerikaner werden, entsprechend niveaulos gibt sich abermals Captain Archer. Da hört man von irgendwelchen kindlichen Träumen von einer attraktiven Frau, die sich dann als das Alien ausgibt. Und man fragt sich als Zuschauer, der nicht geistesbehindert ist, was dieser Schrott in der Story zu suchen hat? Der Captain erkennt das Alien wieder, das sich ihm in Form einer wunderschönen Frau präsentiert, von der er in seiner Kindheit geträumt hat. Anscheinend soll man sich sagen können, dass man soetwas selbst in der Kindheit erlebt hat, dass man eventuell sogar das Bild einer solchen Frau als Masturbationsvorlage verwendet hat. Ein Aha-Effekt soll dieses Story-Element liefern, das zur Identifikation der Zuschauer mit Archer dienen soll. Gott bewahre... wie tief ist "Star Trek" gesunken, dass die Produzenten ein solches Bild von der Zuschauergruppe haben. Dass sie allen Ernstes auf die Idee kommen können, dass auch nur irgendein Zuschauer sich damit identifizieren kann - nun ja, von den "Enterprise"-Aus-Prinzip-Fans mal abgesehen, aber diese sind ja in der Minderzahl.
Leider hilft die Episode daher nicht wirklich der Archer-Figur, ein wenig erwachsener zu wirken. Der Captain wirkt noch immer wie ein Baby im Vergleich zu Captain Picard oder Janeway. Aber ebenbürtig? Nicht wirklich.
Die Autoren haben nachwievor ein falsches Bild von einem Durchschnittsamerikaner. Wie schön die US-Quoten daher sinken, soll nicht wieder betont werden...achja
Lediglich die Produktionswerte können in dieser Episode überzeugen. Nie zuvor hat ein Studio-Wald in "Star Trek" so realistisch gewirkt wie in "Gesetze der Jagd". Doch wie des Öfteren bereits gesagt wurde, hat man sich an die Ästhetik gewöhnt. Man sucht nun nach dem Inhalt und der Inhalt dieser Episode ist schlicht belanglos.
Fazit
"Gesetze der Jagd" durchzieht ein dichter Dschungel von uninspirierten Storyelementen. Zwar beinhaltet die Episode eine kleine Moral, doch macht diese die lächerliche Story nicht wirklich wett. Zu voraussehbar und flach ist diese. "Gesetze der Jagd" ist damit eine weitere äußerst durchschnittliche Episode, in der man deutlich Ermüdungserscheinungen der Autoren erkennt. Doch Müdigkeit bereits so früh in der Serie? In der ersten Staffel? Was sagt das nur über die Zukunft von "Enterprise" aus? Note 4+
Linktipp
- Die extrem populäre Kolumne "Enterprise - die Vergewaltigung von Star Trek"
Sat.1 - 08.08.2003, 20:15 Uhr: "Gesetze der Jagd", 18. Episode (1. Staffel) der Serie "Enterprise", Sciencefiction, USA 2002.
(sl); STVC-Meldung vom 08.08.2003; Quelle:
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