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Die etwas andere Captain Janeway

Die wunderbare Captain Janeway aus "Raumschiff Voyager" ist eine neugierige Wissenschaftlerin. Ihre Darstellerin Kate Mulgrew unterscheidet sich in dieser Hinsicht sehr, denn Mulgrew ist eine sehr religiöse Frau. Mehr über ihren Glauben und ihr Leben, über das sie vor kurzem mit "Catholic Digest" (wir berichteten) sprach, lesen Sie in diesem Special.

Titelgrafik zur News
Kate Mulgrew

Die neueste Ausgabe des katholischen US-Magazins "Catholic Digest" enthält einen Bericht über die Darstellerin von Captain Janeway, Kate Mulgrew (wir verwiesen bereits in dieser Kurznews darauf hin). In dem Bericht spricht sie über ihren Glauben und einige andere Aspekte ihres Lebens: "Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass die Schüssel auf dem Wohnzimmertisch in Kate Mulgrews Upper-West-Side-Appartment in New York einige Alltagshelfer-Gegenstände enthält, in Wahrheit ist es jedoch nur eine kleine Schüssel mit Hals- und Hustenbonbons. In Wirklichkeit sind aber auch sie Helfer, denn sie retten die Stimme von Kate Mulgrew.

Die Schauspielerin setzt ihre Stimme Abend für Abend großen Belastungen aus, da sie in diesem Frühjahr und Sommer die vor kurzem verstorbene Katharine Hepburn in dem Einpersonen-Stück "Tea at Five" auf dem Broadway darstellt.

Die Darstellung der Katharine Hepburn, da sind sich die Kritiker einig, scheint für die 47-jährige Mulgrew ganz natürlich zu sein. Mulgrew ist den meisten "Star Trek"-Kennern wohl am Besten durch ihre Rolle als Captain Kathryn Janeway aus "Star Trek: Raumschiff Voyager" bekannt.

Bei ihrer Darstellung bei "Tea at Five" kommt ihr besonders zu Gute, dass ihre Stimme der Stimme der älteren Hepburn ähnelt. Auch durch ihr Aussehen, besonders durch die Wangenknochen und das hellbraune Haar, könnte sie beinahe ein Spiegelbild der Hollywoodlegende sein. Aber mit ihren 1,65 Metern ist Mulgrew 5cm kleiner als Hepburn.

Die Stimme vibriert, eine Folge von dem, was Mulgrew als tricksen bezeichnet. Mulgrew zwingt ihre Stimme vom ersten zum zweiten Akt um 2 Oktaven tiefer, um sich der Stimmlage der älteren und kranken Hepburn anzupassen. "Um die Stimme der älteren Hepburn zu erreichen, muss ich meine Stimmbänder aneinander reiben und zur Unterstützung durch den Kehlkopf atmen", sagte Mulgrew dazu. Die Bonbons und der ständige Strom von einem Luftbefeuchter sind ein Teil ihres täglichen Rituals, um ihre Stimmbänder feucht zu halten und sie so auf die allabendliche Anstrengung vorzubereiten.

Durch die Darstellung von Captain Janeway von 1995 bis 2001 ist Mulgrews Stimme den Zuschauern schon genauso bekannt wie ihr Gesicht. Die Leute erinnern sich auch noch an ihre Rolle als Mary Ryan in der Seifenoper "Ryan's Hope" und an ihre Darstellung als Billy Crystals Frau in dem Film "Schmeiß die Mama aus dem Zug".

An den Tagen, an denen Mulgrew einen Auftritt hat, steht sie um 6.00 Uhr morgens auf, liest ein wenig und genehmigt sich daneben eine Tasse Tee und legt sich dann bis um 10.00 Uhr wieder ins Bett. Sie schwimmt außerdem jeden Tag. Um 15.00 Uhr geht sie wieder ins Bett und ruht sich noch bis um 17.00 Uhr aus. Danach macht sie sich auf den Weg ins Theater.

Ihr Wohnzimmer, das komfortabel eingerichtet ist und einen Überblick über die West End Avenue bietet, ist mit Bildern dekoriert, einige davon hat ihre Mutter Joan gemalt. Mulgrew ist die älteste Tochter von T.J. und Joan Kiernan Mulgrew. Sie hat noch 7 weitere Geschwister und ist in Dubuque, Iowa, geboren. Heute trägt Mulgrew einen dünnen weißen Pullover, eine beige Hose und Schuhe zum Hineinschlüpfen. Da sie ihr Haar heute zusammengebunden hat, kann man ihr makelloses Gesicht gut sehen. Mulgrew hat mit ihren 55kg auch eine gute Figur.

Sie ist aufmerksam und beantwortet die Fragen wohl überlegt. Irgendwo in dem geräumigen Appartement schlendert Alec Egan, der jüngere ihrer beiden Söhne, umher. Auch Mulgrews älterer Sohn, Ian, ist vom College nach Hause gekommen. Alle 2 Wochen kommt ihr Ehemann, Tim Hagan, von seiner Arbeitsstelle in Cleveland nach New York.

Dass Mulgrew aus einer irisch-katholischen Familie kommt, erkennt man an ihrer folgenden Aussage: "Ich glaube an Gott und daran, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist. Es ist für mich wichtig, eine religiöse Ebene in meinem Leben zu haben. Ich mag den tiefen Glauben".

Mulgrew erzählt auch, dass sie sich schon immer mit den Cistercian-Nonnen der "Mississippi Abbey of Our Lady" in Dubuque, die auch unter dem Namen Trappistinerinnen bekannt sind, verbunden fühlt: "Diese religiöse Suche ist es, was mich neugierig macht. Als ich mich mit meiner geschätzten Freundin Mutter Columba, der Äbtissin der Trappistinerinnen, über die höheren Wahrheiten unterhielt und ihr die Frage stellte, ob Gott existiere, dachte sie darüber einen kurzen Moment nach und antwortete mir mit einem Lächeln: "Ich habe keine Ahnung, aber ich hoffe es". Diese Aussage trifft es auch nach beinahe 50 Jahren noch genau auf den Punkt".

Mulgrew wuchs mit Reichtum auf, da ihr Urgroßvater T.J. Mulgrew der erste Millionär Iowas war. Dennoch begann sie schon mit 12 Jahren zu arbeiten. Mulgrews Vater arbeitete im Straßenbau, bis er sich entschloss, sein Geschäft zu verkaufen. Ihre Mutter war eine Künstlerin. Ihre Eltern leben noch, aber ihre Mutter leidet mittlerweile an Alzheimer. Zwei von Mulgrews Schwestern starben schon in jungen Jahren. Eine hatte einen Gehirntumor, die andere starb durch eine Lungenentzündung. Ihre jüngste Schwester, Jenny, lebt ebenfalls in New York.

In ihrer Kindheit wurde Mulgrew von ihrer Mutter bei ihrem Wunsch, zum Theater zu gehen, unterstützt. "Sie war meine Heldin", sagt die Schauspielerin dazu. Ihr Vater jedoch war von dem Berufswunsch seiner Tochter weniger angetan: "In der Highschool übersprang ich ein Jahr und verließ die Highschool, als ich 16 war. Ich wollte unbedingt auf die "London Academy of Music and Dramatic Art" gehen. Mein Vater zwang mich jedoch, das College zu besuchen. Ich ging dann auf ein katholisches College und zwar auf das "Clarke"-College in Dubuque. Mit 17 oder 18 Jahren ging ich nach New York und besuchte die "Stella Adler" (Schauspielschule) der New York University".

Ihren Durchbruch - durch eine Rolle in "Ryan's Hope" - schaffte sie schon, bevor sie ihre Schauspielschule beendet hatte. Sie übernahm von 1975 bis 1977 die Rolle der Mary Ryan. Zur gleichen Zeit bekam sie auch die Rolle der Emily Webb in einer Produktion von "Our Town" beim Amerikanischen Shakespeare-Festival in Stratford, Connecticut.

Zu ihren Arbeiten beim Fernsehen zählen unter anderem "Mrs. Columbo", "Cheers", "Murphy Brown" und 1981 eine Miniserie namens "The Manions of America". Zu ihren Filmen gehören z.B. "A Stranger Is Watching", "Remo Williams" und "Schmeiß die Mama aus dem Zug". 1980 spielte sie in "A Time for Miracles" Elizabeth Ann Seton, die erste amerikanische Heilige.

"Ich habe eine starke Persönlichkeit und bekomme daher nie irgendwelche Dummchenrollen. Ich war nie ein Filmstar und das war wahrscheinlich meine Rettung. Als ich noch jünger war, wollte ich mehr Filme drehen. Aber das Schicksal hatte etwas anderes mit mir vor; etwas, das mehr zu meiner Veranlagung passte. Meine Karriere war bis jetzt sehr ausgeglichen".

Auch wenn die Kritiker sie wegen ihres Aussehens und ihren künstlerischen Fähigkeiten als perfekt für die Rolle der Katharine Hepburn ansehen, glaubt sie nicht, dass die Rolle der Hepburn sie auf ein Image festlegt. "Hat mich die Rolle der Captain Janeway etwa auf ein Image festgelegt? Sie können sagen was sie wollen über Parallelen oder Ähnlichkeiten, aber ich ähnle Hepburn nicht besonders".

Aber, wie die Hepburn im Stück, die alleine auf ihrem Fenwick-Gut in Old Saybrook, Connecticut, lebt, hat auch Mulgrew eine Vorliebe für die Einsamkeit. Sie sinnt darüber nach, wie es wohl wäre, ein Haus im Westen von Irland in der Nähe der Bantry Bay zu haben. Dort könnte sie vielleicht etwas schreiben und ihrer Liebe zu Büchern - am liebsten liest sie Biographien und Autobiographien - nachgehen. Die "Bekenntnisse von St. Augustine" liegen auf ihrem Nachttisch. Letztes Jahr hat sie "Marcel Proust" bezwungen. Ihr Lieblingsbuch ist aber "Krieg und Frieden".

Dass sie ihre Söhne im Moment bei sich hat, freut sie sehr. "Ich liebe es, Zeit mit den Leuten zu verbringen, die ich liebe". Als ihre Kinder noch jung waren und sie die Schauspielerei und ihre Rolle als Mutter miteinander in Einklang bringen musste, konnte sich Mulgrew immer auf die treue Hilfe ihrer Nanny, Lucy Ledezma, verlassen. Sie half ihr 19 Jahre lang bei der Erziehung ihrer beiden Söhne.

"Ich liebe meine Arbeit, ich musste auch arbeiten, um die Rechnungen zu bezahlen, aber ich musste auch meine Kinder erziehen", erzählt Mulgrew, deren Söhne auf katholische Schulen gingen. "Ich hoffte, dass meine Söhne letzten Endes anerkennen würden, was ich getan hatte und meine Beschwerden über die harte Wirklichkeit [mit der eine alleinerziehende Mutter zurecht kommen muss] verstehen würden".

"Wir machen nun eine so große Sache daraus", sagt Mulgrew, wenn sie auf die Kindererziehung angesprochen wird. "Wir sagen, dass wir mit unseren Kindern befreundet sein wollen. Ich sage, dass wir das tun, was wir können und dass unsere Kinder das vielleicht verstehen werden".

"Eine Sache, die mir bei der Kindererziehung immer wichtig war, ist, dass meine Söhne freundlich sein sollten. Ich arbeitete hart daran, ihnen Einfühlungsvermögen beizubringen. Ich war beim besten Willen keine strenge Vorgesetzte, die sicherstellte, dass sie ihre Betten machten oder um 10 Uhr daheim waren, aber ich stellte sicher, dass sie freundlich zu alten Menschen und Kindern sind. Ich weiß, dass sie freundlich sind"."Mehr zu Captain Janeway und Kate Mulgrew finden Sie auch in unserem Charakterfocus unter diesem Link.

(aw, STVC-Meldung vom 10.08.2003, Quelle: )


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