Der Mars nähert sich seiner Opposition. Erfährt man seit Wochen aus den Medien. Genau wie die Tatsache, dass immer mal wieder Sonden zum Roten Planeten geschickt werden und gelegentlich sogar dort ankommen. Dann wird wieder über Besiedlungspläne spekuliert aber was steckt wirklich dahinter? Lesen Sie es in unserer Reihe zum Mars.
Zunächst: Was bedeutet der Begriff Opposition? Stellen Sie sich unser Planetensystem vor: In der Mitte befindet sich unsere Sonne, um sie herum kreisen die 9 bzw. 8 Planeten in elliptischen Bahnen und mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten.
Nehmen wir einmal die äußeren Planeten - dazu zählen alle, die weiter von der Sonne entfernt sind als die Erde; sie kreisen langsamer als die Erde selbst und die inneren Planeten. So kommt es, dass die Erde etwa alle zwei Jahre und zwei Monate am Mars vorbeizieht, welcher für seine Umlaufzeit ganze 687 Tage benötigt die Erde braucht dafür bekanntlich nur 365 Tage.
Ein äußerer Planet wie der Mars ist nur die ganze Nacht sichtbar, wenn er von der Erde aus gesehen gegenüber der Sonne steht, wie auf dem Bild rechts zu sehen ist. Wenn der Planet weiterwandert, verschiebt sich die Zeitspanne, in der man ihn beobachten kann - zunächst kann man ihn nur noch abends sehen, weil er zu einer Zeit aufgeht, wenn die Sonne scheint, nach einer Zeit überhaupt nicht mehr, weil er, wenn er von der Erde aus betrachtet hinter der Sonne steht, von ihr überstrahlt wird. Später hebt er sich dann vor Sonnenaufgang über den Horizont, bis er sich wieder seiner Opposition der Erde nähert und sich seine Aufgangszeiten weiter in die Nacht bis hinein in den Abend verschieben.
Abstand zur Sonne: Perihel 206,7 Mio. km; Aphel 249,2 Mio. km
Rotationsdauer: 24h 37min
Umlaufzeit um die Sonne: 687 Erdenjahre
Masse: 0,641024 kg
Durchmesser: 6794 km
Dichte: 3,93 g cm3
Abplattung: 0.006476
Bahngeschwindigkeit: 24,1 km s-1
Zur Beobachtung: Am besten sehen Sie in den nächsten Nächten einmal aus dem Fenster. Schon nach neun Uhr kann man den Mars am südlichen Horizont aufgehen sehen. Mit einer scheinbaren Helligkeit von bis zu 2,88 mag ist er nicht zu verfehlen ("mag", die Maßeinheit der scheinbaren Helligkeit, ist die Abkürzung für "magnitude" und gibt eine scheinbare Größenklasse an; jedoch nicht seine wahre, seine "absolute" Helligkeit. Es gilt: Je kleiner die Zahl, desto heller erscheint das Himmelsobjekt). Zum Vergleich: Der Polarstern besitzt eine scheinbare Helligkeit von 2,1 mag, Sirius 1,4 mag, der Vollmond 12,5 mag.
Die größte Annäherung wird am 27. August erreicht. Aber bereits am 26. August kommen sich die Planeten bis auf 55.779.253 km nahe, um dann am 27. August den geringsten Abstand von 55.759.808 km zu erreichen. Danach zieht die Erde dem Mars wieder davon. Erst in knapp 780 Tagen wird es erneut zu einer Marsopposition kommen diese wird jedoch nicht so spektakulär ausfallen. Die nächste vergleichbare Annäherung findet in 285 Jahren statt.

