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Der Mars, Teil 2

Zunächst: Weshalb spricht man vom "Roten Planeten"? Die Antwort ist, dass die Oberfläche des Mars schlicht und einfach verrostet ist. Das lässt darauf schließen, dass es dort einmal große Mengen an Sauerstoff gegeben haben muss eine der Grundlagen für Leben? Das heutige Thema ist also: "Leben auf dem Mars"

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Mars-Landschaft

Stellen Sie sich vor, sie befinden sich auf dem Mars sehen Sie sich um: Die Landschaft ist eine rostrote Steinwüste, gefurcht, voller Krater und mit ausgetrockneten Flussbetten durchzogen; in der Ferne ragt ein Gebirge auf und über Ihnen wölbt sich der rot- bis rosa-lilafarbene Himmel. Vereinzelt ziehen Wolken aus Kohlendioxid und ein wenig Wasser darüber hinweg. In der Luft fliegt Staub, der sich alljährlich zu einem ausgewachsenen Staubsturm entwickelt und bis zu Wochen andauern kann. Gelegentlich bildet sich sogar Nebel in den Schluchten.

Jedoch - keine Anzeichen für Leben, weder für diese ominösen grünen oder grauen Männchen, noch für niederes Leben. Der bisher einzige Gegenbeweis für letzteres ist ein uralter Meteorit, bei dem noch nicht einmal sicher ist, ob die Strukturen darauf tatsächlich Reste von Bakterienkolonien darstellen oder weitere zufällige Formationen sind, die schon des Öfteren für Aufregung gesorgt haben; man denke dabei an das Marsgesicht.

Aber was macht den Mars zu einem so ungastlichen Ort? Unterschiedliche Lebensformen benötigen unterschiedliche Lebensbedingungen. Dennoch gibt es einige grundlegende Bedingungen, die vorhanden sein müssen, um Leben, wie wir es kennen, zu ermöglichen (natürlich gibt es Ausnahmen, hauptsächlich Bakterien, die sich anderen, extremen Bedingungen angepasst haben, aber darauf soll hier nicht eingegangen werden).

Die Wichtigste, neben dem Planten selbst, ist wohl das Wasser. Vermutlich seit der Entdeckung der sogenannten "canali", natürlich entstandenen Gräben auf dem Mars, 1877, hofften Menschen auf das Vorhandensein von Flüssen oder gar künstlich geschaffenen (Bewässerungs-) Kanälen auf dem Planeten. Zusammen mit den Messergebnissen der ersten Marssonden lösten sich ihre Hoffnungen und teils auch Befürchtungen in Nichts auf: Es wurde kein flüssiges Wasser gefunden und in seiner Atmosphäre gibt nur noch Spuren von Wasserstoff.

Jedoch wurde festgestellt, dass sich an den Polen große Mengen von Kohlendioxid-, aber auch von Wasser-Eis befinden. Weiter wird von riesigen Wasserreservoirs tief unter der Marsoberfläche gefroren oder nach einer anderen Theorie von geothermischer Energie über den Gefrierpunkt erwärmt gesprochen; neueste Sonden-Messergebnisse ließen darauf schließen. Aber an der Oberfläche fließt kein Wasser mehr, nur ausgetrocknete Flussbetten oder Sturzflutrinnen deuten an, wie es auf dem Mars vor langer Zeit einmal ausgesehen hat oder haben könnte.Übersicht: Physikalische Daten (2)

Oberflächentemperatur: 17C bis -140C
Schwerkraft: 0.385 g
Anzahl der Monde: 2
Atmosphäre: 96% CO2, 3% N2, Ar und andere Gase (O2 0,15%)
Oberfläche: oxidierte Gesteinslandschaft
Ein weiter Faktor ist die Atmosphäre. Sie besteht zum größten Teil aus Kohlendioxid und etwas Stickstoff, schließlich gibt es auf dem Mars keine Pflanzen, die aus dem CO2 Sauerstoff erzeugen könnten. Außerdem ist sie sehr dünn.

Man nimmt an, dass dem Mars wegen seiner relativ geringen Schwerkraft ein großer Teil seiner ursprünglichen Gashülle verloren ging, d.h., dass die Moleküle ins All entwichen, weil sie gravitativ nicht so stark genug an den Planeten gebunden waren wie es zum Beispiel auf der Erde der Fall ist.

Aus dieser geringen Dichte ergibt sich der niedrige Luftdruck von durchschnittlich 7 Millibar (zum Vergleich: Auf der Erde sind es rund 1000 Millibar) an der Oberfläche, was zur Folge hat, dass dort schon bei Minustemperaturen flüssiges Wasser sofort zu kochen beginnen und verdampfen würde. Noch ein weiteres Ergebnis aus dem geringen Luftdruck steht gewissen Besiedlungsplänen im Weg: Würde sich ein Lebewesen wie der Mensch ohne Raumanzug auf dem Mars aufhalten, würden seine Zellen zerplatzen, was mit dem Ausgleich von Außen- und Zellinnendruck zusammenhängt.

Auch dass es auf dem Mars so kalt ist, hängt mit der Atmosphäre zusammen. Auf der Erde sorgt ein natürlicher Treibhauseffekt für eine Durchschnittstemperatur von 15 Grad Celsius, ohne ihn wären es Minus 18 Grad. Das kommt so: Die in der Luft vorkommende Wasserstoff- und Kohlendioxidmoleküle absorbieren zwar einen Teil der kurzwelligen Strahlung der Sonne, aber es kommt genug hindurch, um von der Erde selbst absorbiert zu werden. Die wieder ausgesandte langwellige Wärmestrahlung wird von der Atmosphäre größtenteils aufgenommen, woraufhin sich die Luft erhitzt.

In der Marsatmosphäre kann dieser Effekt mangels Wasserstoff nicht stattfinden. Des Weiteren wird auf der Erde der gefährlichste Teil der harten ultravioletten Strahlung durch die Ozonschicht (besteht aus dreifachem Sauerstoff) herausgefiltert. Die Marsatmosphäre besitzt keine solche schützende Schicht und somit kann die gefährliche Strahlung ungehindert zur Oberfläche vordringen.

Diese (UV-)Strahlung verursacht eben nicht nur einen leichten Sonnenbrand, sondern ist so aggressiv, dass es organische Moleküle regelrecht zerschlägt. Auf diese Weise wird auch gleich die Verkettung von Aminosäuren und so die Bildung von Eiweißen verhindert, auf denen jedes Lebewesen aufgebaut ist.

Also kann man sagen: Selbst wenn es vor Ewigkeiten einmal primitive Lebensformen gegeben hat jetzt ist der Mars ein toter Planet. Wenn nicht der Mensch ihm Leben einhaucht - durch eine Methode namens Terraforming. Mehr dazu lesen Sie in Teil 3.


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