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"Elektronisches Papier" erreicht Videogeschwindigkeit

Basierend auf der "Electrowetting" -Technologie wurde nun ein hauchdünner reflektierender Bildschirm entwickelt, dessen Schnelligkeit und Reflexionsfähigkeit Flüssigkristallbildschirme bei Weitem übertrifft.

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"Electrowetting"

Physiker bei "Philips Research" in den Niederlanden haben eine neue Methode entwickelt, "elektronisches Papier" herzustellen, welches in der Lage ist, bewegte Bilder zu zeigen. Robert Hayes und Johan Feenstra sagten, dass ihre "Electrowetting" -Technik genutzt werden kann, ein papierartiges reflektierendes Display herzustellen, das viermal so hell ist wie reflektierende Flüssigkristallbildschirme (LCDs). Ihr Ansatz bestand in dem Nutzen von niedrigen Spannungen, um eine (farbige) Ölschicht zu bewegen.

Das "elektronische Papier" verbindet die vorteilhaften optischen Eigenschaften von konventionellem Papier mit der Möglichkeit, die darauf dargestellten Informationen elektronisch zu manipulieren. Forscher haben bereits zuvor "elektronisches Papier" hergestellt, doch es war immer sehr teuer und änderte nur langsam seine Farbe.

Hayes und Feenstra begannen mit der Beschichtung einer weißer Kunststofffolie mit einer gerademal 15 Nanometer dünnen Schicht aus Elektroden, auf die wiederum eine wasserabweisende isolierende Fluorpolymerbeschichtung gelegt wurde. Die Forscher errichteten winzige "Wände", um die einzelnen Bildpunkte voneinander abzugrenzen, dann fügten sie eine Schicht aus farbigem Öl hinzu und darauf kam wiederum eine Schicht Wasser - wie auf dem oberen Teil des Bildes erkennbar.

Liegt keine Spannung an, bildet das farbige Öl einen dünnen Film zwischen dem Wasser und der Elektrodenbeschichtung, was zur Entstehung eines farbigen Bildpunktes führt. Liegt jedoch eine Spannung von etwa 20 Volt zwischen der Elektrode und dem Wasser an, ändert sich die Grenzflächenspannung zwischen Beschichtung und Wasser, das System ist nun nicht mehr stabil und das Wasser verursacht eine Bewegung des Öls zu einer Seite, wie auf dem unteren Teil des Bildes zu erkennen ist. Dadurch kommt die weiße Folie unter den transparenten Elektroden zum Vorschein.

Das Schalten zwischen weißer und farbiger Reflexion dauert weniger als 10 Millisekunden und ist somit schnell genug, um Videos zeigen zu können. Außerdem fanden die Forscher heraus, dass eine zweite Ölschicht die Reflexionsfähigkeit verbessert - viermal so hoch als bei einem LCD.

"Die Fähigkeit einer hohen Reflektion und Videogeschwindigkeit zu erreichen ist nötig, um reflektierende Bildschirme erfolgreich zu machen. Unsere neue Bildschirm-Technologie ist ein wichtiger Schritt in beide Richtungen", sagte Hayes PhysicsWeb.

Das Forscherteam meinte auch, dass ihre Technik nützlich sein wird, Bildschirme für mobile Einsätze und zur Anwendung im Freien herzustellen.

"Wir hoffen nun diese neue Technologie industrialisieren und größere Active-Matrix-Bildschirme herstellen zu können", sagte Hayes.


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