Die dieswöchige Episode "Similitude" behauptete sich sehr gut und erlangte eine der besten US-Quoten der dritten Staffel. Lesen Sie, wie sich "Enterprise" geschlagen hat und welche Konsequenzen sich aus den aktuellen US-Quoten ziehen lassen. Plus: umfangreiche Analyse und Kommentar.
Die Zahlen
Mit einem Fast-National-Rating von 2,8 bei 4% Marktanteil (Overnight-Rating: 4,1 bei 6% Marktanteil) landete "Enterprise" mit der Episode "Similitude" auf dem sechsten und letzten Platz im 20-Uhr-Sendeblock des vergangenen Mittwoch-Abends.
Den fünften Platz belegte der Sender WB mit "Smallville" und einem Fast-National-Rating von 3,7 bei 6% Marktanteil.
Vierter Platz ging an den Sender FOX mit zwei Episoden von "That 70s Show".
Ein Overnight-Rating von 4,1 Punkten entspricht also 4,1% der gesamten US-TV-Haushalte. Der Marktanteil gibt an, wieviel Prozent von den gesamten Zuschauern, die zur Sendezeit den Fernseher eingeschaltet hatten, "Enterprise" sahen. 6% bedeutet also, dass 6% aller zur Sendezeit aktiven Zuschauer "Enterprise" eingeschaltet hatten, der Rest bevorzugte andere Sender.
Fast-National-Ratings zeichnen sich dadurch aus, dass sie Auswertungen von Daten sind, die aus 5.000 Haushalten, verteilt über alle 210 US-TV-Märkte (Overnight-Ratings decken nur 55 TV-Märkte ab). Sie werden - analog zu den Overnight-Ratings - ebenfalls in Punkten angegeben. Fast-National-Ratings sind sehr viel genauer und entsprechen in den meisten Fällen den finalen Quoten.
Die finalen Einschaltquoten, sogenannte (Final-)National-Ratings, berücksichtigen alle TV-Märkte in den USA. Die Zahl wird in Haushaltspunkten angegeben, was nichts anderes bedeutet als die Prozentzahl aller US-TV-Haushalte. Bei einer finalen Einschaltquote von 2,6 Punkten sahen also rund 2,6% der US-TV-Haushalte "Enterprise". Der Marktanteil gibt an, wieviel Prozent von den gesamten Zuschauern, die zur Sendezeit den Fernseher eingeschaltet hatten, "Enterprise" sahen. 4% bedeutet also, dass 4% aller zur Sendezeit aktiven Zuschauer "Enterprise" eingeschaltet hatten, der Rest bevorzugte andere Sender. Die Zuschauerzahl in Millionen gibt schließlich an, wieviele Zuschauer (nicht Haushalte) tatsächlich eingeschaltet haben.
Silber holte der Sender CBS mit "60 Minutes II".
Sieger im 20-Uhr-Sendeblock wurde der Sender ABC mit seiner Kombination der Serien "My Wife and Kids" und "It's All Relative" sowie einem Fast-National-Rating von 7,4 bei 12% Marktanteil.
Analyse
Fast sensationell ist die Steigerung der Fast-National-Ratings sowohl in der Gesamt- als auch in der werberelevanten Zuschauergruppe - "Enterprise" konnte sich um satte 0,3 Punkte gegenüber "North Star" steigern und kam in der werberelevanten Zuschauergruppe zum ersten Mal seit "Rajiin" auf ein 2,0.
Einmal mehr besticht "Enterprise" durch Kontinuität nicht nur in Bezug auf ihren Handlungsbogen, sondern auch auf die US-Quoten. "Similitude" wird in Hinsicht auf das Final-National-Rating das beste Ergebnis seit "Impulse" erlangen und in Sachen Zuschauerzahlen ebenfalls eine der besten Zahlen - wenn nicht gar die besten - vorlegen.
Im Vergleich zur letzten Episode "North Star" konnte die Serie ihre Overnight-Ratings halten und ihre Fast-National-Ratings steigern. Der seit "Twilight" eingeleitete, positive Trend, findet mit "Similitude" seine Fortsetzung, was sehr erfreulich für die Serie ist.
Interessant ist der Absturz der "Smallville"-Quoten um satte 0,5 Punkte (Fast-National-Rating: 3,7 versus 4,2) in der Gesamt- und 0,2 Punkte (Fast-National-Rating: 2,7 versus 2,9) in der werberelevanten Zuschauergruppe im Vergleich zur Vorwoche. Wird sich dieser Trend fortsetzen? Es bleibt spannend, wie das "Enterprise"/"Smallville"-Duell vonstatten geht.
Erfreulich ist auf den ersten Blick auch die Platzierung von "Enterprise" in der Liste der erfolgreichsten Serien des US-Senders UPN in Bezug auf die Zuschauerzahlen (Woche: 03.11.2003 - 09.11.2003):
1. WWE Smackdown - 5,8 Millionen
2. Enterprise - 4,1 Millionen
In Hinblick auf das Final-National-Rating aber kommt "Enterprise" nur auf einen mageren 6. Platz (Woche: 03.11.2003 - 09.11.2003) und zeigt daher kaum Verbesserungen gegenüber den Vorwochen:
1. WWE Smackdown - 3,6 bei 5% Marktanteil
2. Girlfriends - 3,0 bei 4% Marktanteil
3. Half & Half - 2,8 bei 4% Marktanteil
4. Eve - 2,8 bei 4% Marktanteil
5. All Of Us - 2,7 bei 4% Marktanteil
6. Enterprise - 2,6 bei 4% Marktanteil
Kommentar
Trotz aller erfreulichen Neuigkeiten muss man festhalten: Der "positive Trend" besteht aus lediglich 0,1-0,3 Punkten und ist für "Enterprise"-Verhältnisse groß, für die Senderverhältnisse aber gering. Und so dümpelt die Serie weiterhin auf einem schlechten Platz in der Programmliste des Senders UPN, der eine so teure Produktion gar nicht rechtfertigt.
Man erkennt, dass "Enterprise" ihre Zuschauerschaft zwar halten kann, aber diese nicht auszubauen vermag. Inwieweit der durchgehende "Delphic"-Handlungsbogen Gelegenheitszuschauer verschreckt und für die Stagnation der US-Quoten sorgt, kann man sich denken. Wenn in den US-Quotenbesprechungen von guten Quoten die Rede ist, so ist dies wirklich nur eine Steigerung von wenigen Punkten gegenüber Vorgängern und eine Zahl von rund 2,7 um +/- 0,3 Punkte zu knacken, ist nicht weiter schwer. Insofern sind alle positiven Quotennews um "Enterprise" stets mit Vorsicht zu genießen, denn eigentlich sind die US-Quoten stabil - gelegentlicher Sinkflug, aber kein Hochflug im eigentlichen Sinne.
Und genau das ist das Fatale: "Enterprise" hat in ihrer dritten Staffel zwar dank dem durchgehenden Handlungsbogen eine erstaunlich stabile Zuschauerschaft gefunden, doch wächst diese nicht und weil diese so klein ist, bleibt die Zukunft der Serie sehr ungewiss.
Dass für den US-Sender UPN nicht nur die Quoten zählen, sondern auch die Qualität einer Serie wichtig ist, bewies er, als er die Serie "Jake 2.0" (welche immer direkt im Anschluss an "Enterprise" ausgestrahlt wird) um eine weitere Staffel verlängerte - und das trotz miserabelster US-Quoten.
Wird der Sender also auch gnädig mit "Enterprise" sein? Unwahrscheinlich, zumal "Enterprise" eine sehr teure Serie ist. Connor Trinneer, der "Trip" in "Enterprise" spielt, gab außerdem in diesem Interview die interessante Tatsache bekannt, dass der US-Sender UPN in der zweiten Staffel tatsächlich in Betracht zog, "Enterprise" abzusetzen. Nun, die Verantwortlichen dürften mit den jetzigen US-Quoten nicht viel glücklicher sein, die allesamt niedriger sind als die der vergangenen Staffel.
Trinneer erwähnte auch, dass, sollte "Enterprise" auf UPN erst einmal abgesetzt werden, die Serie dennoch weiter bestehen dürfte - nämlich im US-Syndication-TV - wie damals "Das nächste Jahrhundert" und "Deep Space Nine". Dies ist eine gute Alternative, zumal "Star Trek" im US-Syndication-TV stets große Erfolge gefeiert hat - doch inwieweit "Enterprise" hierbei sich behaupten kann und die Serie sich für "Paramount" rentiert, bleibt Zukunftsmusik. Fakt ist: Mit den jetzigen US-Quoten wird "Enterprise" es nur mit größter Mühe auf eine vierte Staffel auf dem US-Network-Sender UPN bringen.
Nichtsdestotrotz sollte man der Serie ihren kleinen Erfolg, sprich den "positiven Trend" der letzten Episoden, nicht absprechen. Es fragt sich, ob dieser Trend fortgesetzt wird. Die Entwicklung von "Enterprise" bleibt also weiterhin spannend ...
Bitte bedenken Sie, dass die Overnight-Ratings und Fast-National-Ratings nur Vorabquoten sind. Die endgültigen US-Quoten - die sogenannten National- oder Final-Ratings - können anders aussehen. Doch haben sich die Fast-National-Ratings bisher immer ganz gut bewährt und daher sollten die endgültigen US-Quoten nicht allzu sehr davon abweichen. Sobald die (Final-)National-Ratings zu "Similitude" abrufbar sind, werden wir Sie darüber informieren.
Die US-Quotenbesprechung beruht auf Zahlen von "Zap2it.com", "TheFutonCritic.com" und "MediaWeek.com".
(sl); STVC-Meldung vom 20.11.2003; Quelle:
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