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TV-Tipp: "In Fleisch und Blut"

Am Sonntag wird eine Klassiker-Episode von "Raumschiff Voyager" wiederholt. Es handelt sich dabei um die herausragende Episode "In Fleisch und Blut", welche "Star Trek" in seiner Reinform ist. Lesen Sie eine kurze Inhaltsbeschreibung und eine ausführliche Kritik zur Episode. Erfahren Sie, warum "In Fleisch und Blut" eine Parodie auf "Deep Space Nine" ist. Plus: User-Meinungen zur Episode

Titelgrafik zur News
"In Fleisch und Blut"

Hinweis

Die Kritik basiert auf unserer Kolumne "Deep Space Nine(-Fans) - die Vergewaltigung von Star Trek hat einen Ursprung".

Inhalt

Chakotay findet sich auf einer perfekt nachgebauten Sternenflottenakademie der Föderation wieder. Dabei handelt sich um eine Imitation, nachgebaut von Spezies 8472. Diese haben den Plan, die Föderation zu infiltrieren und zu zerstören ... [mehr]

Kritik

"In Fleisch und Blut" ist nicht nur eine reine "Star Trek"-Episode, sondern auch eine herrliche Parodie auf "Deep Space Nine". Als ob Produzent Brannon Braga sagen möchte, "Schaut, wir lösen einen Krieg auf friedliche Art und Weise und innerhalb von nur einer Episode!", und bekräftigt wie keine "Raumschiff Voyager"-Episode zuvor das starke Einzelepisodenkonzept - vielleicht das beste, das je eine Sciencefiction-Serie hervorgebracht hat.

Während "Deep Space Nine" einen Krieg mehr als vier Jahre streckt und die brutalsten Episoden in "Star Trek" hervorgebracht hat, stellt sich "Raumschiff Voyager" gegen den Trend in der Sciencefiction zu mehr Düsterkeit und (leider) Kontinuität und kommt mit einer Glanzepisode in bester "Das nächste Jahrhundert"-Manier daher.

Mit "Deep Space Nine" hat "Star Trek" die furchtbarste Zuschauergruppe gewonnen, die im TV möglich ist: Action-Knaben, die keine Abwechslung in ihrem Leben haben und immer nur mehr Krieg und Gewalt und Tod und Blut sehen wollen. Action-Knaben, die deshalb Kontinuität so schätzen, weil ihr Alltag langweilig geworden ist und sie daher im TV einen kontinuierlichen Ersatz dafür finden wollen. Action-Knaben, die zum Verfall von Sciencefiction allgemein beitragen, weil die Macher ihre Produkte auf diese zuschneiden.

Was sagt das über die Menschen in unserer Zeit aus, dass Produzenten tatsächlich Zuschauer finden, die sich an jeden kleinen Handlungsverweis vor zig Jahren erinnern, der dann wieder aufgegriffen wird und fortgesetzt wird - eben Kontinuität in seiner Reinform. Haben die Menschen nichts mehr Besseres zu tun, als ihr Leben einer TV-Serie zu widmen? Was ist mit Gelegenheitszuschauern? Bekommen diese keine Chance mehr, Fan einer Serie zu werden? Findet Ausgrenzung im TV statt? Ist dies noch die Definition von TV? Geben sich die Macher keine Mühe mehr, sich jede Woche etwas Neues einfallen zu lassen, sondern stattdessen einen Handlungsstrang mit einer bekannten Story ewig zu strecken? Eine ganze Serie lang?

Es kann nicht sein, dass die Macher mit Episoden wie "Die Zukunft" aus der zweiten "Enterprise"-Staffel durchkommen, die von absolut nichts handeln, sondern nur vorgeben, einen Handlungsstrang weiterzuentwickeln. Wo bleibt da die Mühe, die Qualität? Es werden wöchentlich keine Geschichten mehr erzählt, sondern nur bekannte immer und immer wieder gestreckt mit Füllepisoden, die keinen eigenständigen Inhalt aufweisen. Wenn einem nichts mehr einfällt, setzt man also auf die ach so tolle Kontinuität. Dabei möchte man lieber eine neuerzählte eigenständige Episode, die noch so langweilig ist, als eine inhaltsleere Füllepisode, die mehr Rätsel aufwirft als löst - meistens nur vorgibt, einen noch so tollen Handlungsbogen weiterzuentwickeln, den Machern im Grunde aber eine kreative Pause erlaubt. Einfach eine Episode zu basteln, die einen bestehenden Handlungsbogen mit Rätseln füllt, kann jedes Kind. Doch wenn die Episode von nichts handelt, bleibt sie sinnlos. Wenn die Episode sich mit keinem Thema auseinandersetzt, bleibt sie belanglos. Belanglos - das sind die meisten Einzelepisoden in Kontinuitätsserien. Das kann nicht gutes TV - das kann nicht herausragende Sciencefiction sein.

Und man sollte ehrlich sein: Wie können die Produzenten von den Fans von "Star Trek" fordern, einen TV-Krieg mehr als vier Jahre lang zu verfolgen? Und das, obwohl der Zuschauer mehr als je zuvor von Krieg in den Nachrichten hört. Warum muss Sciencefiction so schrecklich düster sein? Hat uns "Star Trek" mit der nachwievor zeitlosen "Das nächste Jahrhundert"-Serie nicht eines Besseren belehrt? Genau aus diesem Grunde hat die Vergewaltigung von "Star Trek" wohl mit "Deep Space Nine" angefangen und ihre Fortsetzung in "Enterprise" gefunden, die ja mit dem entsetzlichen Xindi-Handlungsbogen auf Zuschauerfang geht.

Vorbei sind die Zeiten, in denen sich die grauen Zellen an so wunderbaren Episoden wie "Darmok" oder "Verborgene Bilder" erfreuen können, gegenwärtig ist die Zeit, in der sogar angesehene "Star Trek"-Kritiker wie Thomas Höhl oder Mike Hillenbrand eine so inhaltsleere und absolut sinnfreie Episode wie "Anomaly" aus der dritten "Enterprise"-Staffel als "als eine der besten Folgen" bezeichnen und sogar ""Anomaly" rockt!" ausrufen, und das, obwohl die Episode lediglich durch ihre gelungenen Produktionswerte besticht. Man ist in der Tat bescheiden geworden, was gute Sciencefiction angeht.

Da diese erwähnten, nutzlosen Action-Knaben sehr werberelevant sind - zu irgendetwas müssen sie ja gut sein - und die Produzenten eben ihre Serie auf diese ausrichten, sprich mehr Kontinuität, mehr Krieg, mehr Sex, massig Action einbringen - haben wir ihnen solchen Stuss wie "Andromeda", "Stargate", "Babylon 5" oder "Enterprise" zu verdanken. Wenn das alles so toll ist, warum sind es aber gerade die ruhigen Einzelepisoden, die die besten der Serie darstellen? "Deep Space Nine" lief erstaunlicherweise in ihren sehr gelungenen Einzelepisoden wie "Der Besucher" oder "Immer die Last mit den Tribbles" zur Hochform auf, die zweifelsohne zu den besten gehören, was "Star Trek" zu bieten hat - schade, dass die Serie ihr Potenzial so an einen Kriegshandlungsbogen verschwendet hat. Und auch "Enterprise" lässt ihr erzählerisches Potenzial erst in ruhigen Einzelepisoden wie "Lieber Doktor" oder "Similitude" aufblitzen.

Mit "Deep Space Nine" wurden so ziemlich alle "Das nächste Jahrhundert"-Fans verjagt und seit dem dominieren diese schrecklichen Action-Knaben von "Deep Space Nine" die "Star Trek"-Zuschauergruppe. Fatalerweise sehen die "Star Trek"-Produzenten darin die Zukunft und richten ihre "Enterprise"-Serie immer mehr auf diese suspekte Zuschauergruppe aus - was dabei verloren geht, ist Qualität und Einzigartigkeit von "Star Trek". Dies ist der Grund, warum keine neuen Zuschauer dazugewonnen werden können. Es wird lediglich die bestehende Zuschauergruppe - die Action-Knaben - glücklicher gemacht, die schon bei dem Begriff Kontinuität oder Krieg in Ekstase geraten. Gerade zu Zeiten des Terrors und des Kriegs sind aber Serien wie "Das nächste Jahrhundert" und "Raumschiff Voyager" viel willkommener!

Als "Skorpion" lief, kam schon die Befürchtung auf, in "Raumschiff Voyager" würde nun ein ähnlicher Kriegs-Arc mit der Spezies 8472 entwickelt werden und die Serie ihren "Star Trek"-typischen Optimismus verlieren. Welch eine Erleichterung, als Frieden mit dieser Spezies geschlossen wird und endlich einmal wieder - nach langer langer Zeit - wieder Friede, Freude, Eierkuchen serviert wird. Welch ein Genuss, endlich wieder eine Episode zu sehen, die all das beinhaltet, was einen zum "Star Trek"-Fan gemacht hat! Endlich vergeht eine Woche ohne Jem'Hadar-Leichen oder sonstige optische "Leichenbissen" ohne Tiefgang!

"Deep Space Nine"-Fans, wir erinnern uns, Action-Knaben, kritisieren an "Raumschiff Voyager" den Friede-Freu(n)de-Eierkuchen-Aspekt und man fragt sich, was daran so schlimm ist? Dass man überhaupt so eine Kritik anbringen kann, zeigt, dass man "Star Trek" nicht verstanden hat. Wie kann man soetwas überhaupt als Kritikpunkt anbringen? Ist das eigene Leben so langweilig geworden, dass man es gern ein wenig actionreicher, düsterer und sogar brutaler haben möchte? Der Kreis schließt sich mit der Frage: In welcher Zeit leben wir eigentlich, dass sie solch verabscheungswürdige Geschöpfe wie die Action-Knaben hervorbringen kann? Aktuelles Beispiel: Wenn man sich den Xindi-Handlungsbogen von "Enterprise" anschaut, muss man gestehen, die Serie war in ihren ersten beiden Staffeln erheblich besser - optimistischer. Das Problem der Serie war nie ihr Einzelepisodenkonzept, sondern schlicht die Qualität der Geschichten. Mit der Umstellung auf Kontinuität müssen sich die Macher nicht mehr jede Woche völlig neue Geschichten ausdenken - sie müssen sich weniger Mühe geben. Und da die Einzelepisoden aus diesem Grunde noch sinnfreier wirken als sie es ohnehin in den ersten beiden Staffeln waren, ist das ganze Ergebnis nur noch zum Verzweifeln. Jetzt werden Archer und Crew mit diesem düsteren, kriegerischen Sciencefiction-Einheitsbrei noch mehr vermischt.

Wo "Deep Space Nine" eine Episode wie "In Fleisch und Blut" mit möglichst vielen Toten darstellen würde, schämt sich "Raumschiff Voyager" nicht, "Star Trek" zu sein und löst den Konflikt auf diplomatischem Wege ohne größere Totenanzahl. Das mag naiv sein, aber es ist im Endeffekt anspruchsvoller und eleganter. Kritik hin, Kritik her - reden wir Klartext - wieviele "Raumschiff Voyager"-Gegner, die die Serie aufs Äußerste verreißen, kennen sie wirklich? Die meisten holen ihre Meinung doch eh aus irgendeinem ach so tollen Forum, ohne die Serie zu kennen und ohne über das, was sie von sich geben, nachzudenken - "Star Trek"-Fans waren und sind schon immer sehr manipulative Geschöpfe gewesen. Wer kann "Raumschiff Voyager" nicht mögen, wenn er die Serie wirklich kennt?

Da aber die optimistischen und niveauvolleren "Das nächste Jahrhundert"-Fans seit "Deep Space Nine" abgewandert sind, die von nun an mit ihren Action-Knaben die "Star Trek"-Zuschauergruppe dominiert, fehlt "Raumschiff Voyager" diese optimistischen "Das nächste Jahrhundert"-Fans. Nur so und nicht anders sind solche komischen Gestalten wie die "Raumschiff Voyager"-Basher zu erklären, die die Serie am besten so düster und kriegslastig sehen wollen wie "Deep Space Nine". Die wenigen gebliebenen Fans, die durch Picard zum "Star Trek"-Fan geworden sind, schätzen "Raumschiff Voyager" und ihr Einzelepisodenkonzept aber dafür umso mehr und genießen ihre Serie, ohne sich auf das Niveau der "Deep Space Nine"-"Star Trek"-Basher herabzubewegen - "Raumschiff Voyager" gilt in Fachkreisen nachwievor als die beste Sciencefiction-Serie, die jemals im TV lief. Hier trifft der Volksspruch "Der Kluge bemerkt alles, der Dumme gibt zu allem seine Bemerkung ab" wahrhaftig zu.

Es ist nicht Absicht dieses Artikels, "Deep Space Nine" - eine für sich genommen recht aufregende Serie - völlig in den Dreck zu ziehen. Aber es wird die Feststellung gemacht, dass die meisten und aggressivsten Basher eben "Deep Space Nine"-Fans sind, die, weil sie eben die Mehrheit der jetzigen "Star Trek"-Zuschauergruppe darstellen, durch ihre Action-Fixiertkeit, ihren chronischen Drang nach Düsterkeit und Kontinuität - alles Eigenschaft auch der Serie - sowie Unreife zum "Star Trek"-Untergang in Form von "Nemesis" und "Enterprise" beitragen, weil sie mit ihren Meinungen die Produzenten ja irgendwie beeinflussen. Dass deren Meinungen aber ganz falsch sind, zeigt sich am Flop von "Nemesis" und der katastrophalen Einschaltquoten von "Enterprise" weltweit. Auch das ist eine unabstreitbare Tatsache.

Und es wird auch die Feststellung gemacht, dass wenige "Das nächste Jahrhundert"-Fans geblieben sind, die "Star Trek" so erfolgreich gemacht haben.

Fest steht außerdem, dass die Action-Knaben mit einer Serie, wo eine Frau das Kommando hat, nichts anfangen können. Anders ist deren Kritik an Captain Janeway - eine Frau mit Klasse - nicht zu erklären. Die Frauen in modernen Sciencefiction-Serien haben offensichtlich so männlich zu sein wie Sigourney Weaver oder so schwach wie Hoshi Sato. Alles andere würde die Testosteron-Werte der Action-Knaben verwirren. Ein sanfter Zug von Chauvinismus scheint Einzug in die moderneren Sciencefiction-Serien zu halten, wobei man "Raumschiff Voyager"s Ausnahmestellung diesbezüglich nicht genug würdigen kann. Jedenfalls ist es ohne Zweifel, dass ein so steifer Darsteller wie Avery Brooks (spielte Captain Sisko) nicht einmal im Ansatz an ein so vielfältiges Talent wie Kate Mulgrew (spielte Captain Janeway) herankommt.

Auch scheinen die Basher nicht viel anfangen zu können mit dem sehr hohen Humor in "Raumschiff Voyager", der manchmal sehr sarkastisch, gelegentlich sehr ironisch und oft parodistisch sein kann. Und auch scheint den Bashern "Raumschiff Voyager" zu originell zu sein (Schwarz-Weiß-Holodeckprogramm um Captain Proton). Sciencefiction hat heutzutage anscheinend toternst zu sein und darf von nichts handeln außer Krieg in all seiner Variation.

Und weil eben viele Zuschauer, die "Raumschiff Voyager" verfolgen, eben "Deep Space Nine"-Düsterkeits-Action-Knaben sind - und mit all dem Besprochenen im Hinterkopf - kann man eine Episode wie "In Fleisch und Blut" nicht hoch genug schätzen, dass sie so viele von ihrer ("Deep Space Nine"-)Zuschauerschaft vor den Kopf stößt, eine "Rebellion Alpha" durchführt; praktisch in jedem Punkt das umsetzt, was die "Deep Space Nine"-Fans so hassen: Frieden, Freunde und Optimismus, gewürzt mit Lakonik, sprich, der Krieg wird nur in einer Episode abgeschlossen. Eine Episode wie "In Fleisch und Blut" wäre in "Deep Space Nine" unbedenkbar, was bereits viel über diese Serie aussagt.

Diese Hartnäckigkeit in der Rebellion gegen die Basher, diese Hartnäckigkeit im Verharren auf das Einzelepisoden-Konzept ermöglichte erst diese brillante fünfte Staffel und machte "Raumschiff Voyager" endgültig zur besten Serie der Sciencefiction - man muss heute schon beinahe sagen, der klassichen Sciencefiction.

"In Fleisch und Blut" an sich überzeugt durch eine rundum gelungenen Story-Aufbau. Der Zuschauer wird zu Anfang völlig im Dunkeln gelassen und die Rückkehr von Spezies 8472 - eine augenzwickernde Kontinuität, die Gelegenheitszuschauer nicht vor den Kopf stößt - sorgt für atemberaubende Spannung. Erst nach und nach lüftet sich der Schleier und es macht wahrhaftig Spaß, zuzuschauen, wie sich Misstrauen langsam abbaut, eine gemeinsame Basis erschlossen und letzten Endes Freundschaft geschlossen wird. Wer kann da widersprechen, dass dies einen höheren Anspruch hat als irgendwelche Weltraumschlachten und Jem'Hadar-Leichen? Das ist "Star Trek", das Hoffnung macht und einen zum Fan konvertieren könnte. Und Hoffnung ist beim derzeitigen "Star Trek" in jeder Hinsicht rar geworden. Der Mut zum Friede-Freude-Eierkuchen, der Mut zum Optimismus, der Mut zur Hoffnung - das ist "Star Trek" at its best und das ist "Star Trek", das wir in "Das nächste Jahrhundert" und "Raumschiff Voyager" kennen und lieben gelernt haben.

Fazit

"In Fleisch und Blut" ist eine spannende Episode mit einem unerwarteten, aber sehr willkommenen Finale. Die Episode überzeugt durch einen rundum gelungenen Aufbau, der die Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute fesselt. Es ist eine Episode, die sich nicht dafür zu schämen braucht, "Star Trek" zu sein. Vor allem das Ende ist einer der schönsten Momente der Serie. "In Fleisch und Blut" ist der dritte Höhepunkt von gerademal erst vier ausgestrahlten Episoden der fünften Staffel. Alle Achtung, "Raumschiff Voyager"! Note 1+

Kommentare

Da diese Kritik nicht nur über die Episode an sich handelt, sondern auch über die "Star Trek"-Fans allgemein, wurden zwei "Star Trek"-Fans aus unserer großen Community gebeten, ihre Meinung zu "In Fleisch und Blut" und "Deep Space Nine" abzugeben.

Ralf Bzyl (Usernickname: "Fazer") schreibt:

"In Fleisch und Blut" ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie sehr sich das "Star Trek"-Universum mit der Weiterentwicklung der Story um die "Voyager" wieder auf seine ursprünglichen Werte zurückbesonnen hat.

Ganz im Gegensatz zu den epochalen, langjährigen Schlachten mit Tausenden und Abertausenden von Todesopfern im Krieg gegen das Dominion bei "Deep Space Nine" wird hier ein fundamentaler Konflikt zwischen "echtem" und "unechtem", eben dem "Leben" der Holodeck-Persönlichkeiten, auf eine Weise gelöst, die der grundlegenden "Star Trek"-Idee alle Ehre macht.

Die endgültige Lösung des Konflikts beweist einmal mehr die fortschreitende Entwicklung der Serie es ist ein positives Ende, das beiden Parteien Luft zum Atmen lässt und eben nicht mit Tod und Vernichtung endet.

Diese sehr schöne "Raumschiff Voyager"-Folge zeigt den Unterschied zu "Deep Space Nine" mehr als deutlich auf:

"Deep Space Nine" ist nicht in der Lage, das "Star Trek"-Universum anständig zu verkörpern, sondern versucht ausschließlich mit Krieg und Schlachten Zuschauer zu gewinnen.

"Raumschiff Voyager" hingegen zeigt, wie einfach es sein kann, in einer Folge alles von "Star Trek" zu verkörpern und es auch noch zu einem guten Abschluss zu bringen. Und das alles ohne Tote und ohne Schlacht.

Diese wichtige "Star Trek"-Philosophie ist bei "Deep Space Nine" leider völlig verloren gegangen.


Angela König (Usernickname: "Arwen") schreibt:

Wie kann man, wenn man wirklich ein "Star Trek"-Fan ist, "Deep Space Nine" besser als "Raumschiff Voyager" finden, wo doch "Deep Space Nine" den Sinn von "Star Trek" völlig vergessen hat.

"In Fleisch und Blut" ist eine Folge, die uns zeigt, dass es möglich ist, einen aufkeimenden Krieg in einer Folge aufzuhalten, und es wird beispielhaft gezeigt, was eigentlich der Sinn von "Star Trek" ist, nämlich Diplomatie und Friedenserhaltung. Es muss nicht sein, dass "Star Trek" so verhunzt wird wie in "Deep Space Nine", wo man über vier jahre lang den ein und denselben Krieg solange hinzieht, dass jeder intelligente und aufmerksame "Star Trek"-Fan sich fragt, ob das noch was mit "Star Trek" zu tun hat.

In "In Fleisch und Blut" wird wunderbar gezeigt, dass es ohne Gewalt und Blutvergießen geht und man mit Diplomatie und ein wenig Geschick viel mehr erreicht. Gucken wir denn "Star Trek", um mehr als vier Jahre lang einen Krieg anzusehen? Ich bin der Meinung, dass den "Deep Space Nine"-Machern einfach nichts anderes mehr eingefallen ist, obwohl man doch so viel mit einer Raumstation anfangen könnte, wenn diese nicht grade in einen Krieg verwickelt wäre. "In Fleisch und Blut" ist eine beispielhafte Folge, die den wahren Geist von "Star Trek" zeigt.

"In Fleisch und Blut" ist eine der besten "Raumschiff Voyager"-Folgen und lässt jedes "Star Trek"-Fan-Herz höher schlagen, weil es zeigt, dass es nicht nötig ist, einen ewigen Krieg und ausufernde Schlachten zu führen - dass es auch ohne Tote, ewiges Leiden, Qualen, verstümmelte Leichen, kaputte Schiffe und Außenposten geht. Es ist die wahre Verwirklichung von "Star Trek".


Linktipps zu zwei extrem populären Kolumnen unserer Seite

- Kolumne: "Enterprise - die Vergewaltigung von Star Trek"
- Kolumne: "Nemesis - die Vergewaltigung von Star Trek geht weiter"

Sat.1 - 11.01.2004, 17:00 Uhr: Wiederholung von "In Fleisch und Blut", 98. Episode (5. Staffel) der Serie "Raumschiff Voyager", Sciencefiction, USA 1998

(sl); STVC-Meldung vom 10.01.2004; Quelle: [1109 Aufrufe; 0 Kommentare]

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