Nach sechs Wochen Pause meldet sich "Star Trek: Enterprise" mit der vergangenen Episode "Chosen Realm" eindrucksleer im US-TV wieder zurück. "Chosen Realm" erlangte das schlechteste Ergebnis der bisherigen dritten Staffel und eine der schlechtesten Quoten der gesamten Serie. Lesen Sie eine ausführliche US-Quotenbesprechung - wie immer - mit allen Zahlen, Analyse und Kommentar.
Hinweis
Wir gingen eine Zeit lang in unseren Quotenbesprechungen stets von Fast-National-Ratings aus. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie Auswertungen von Daten sind, die aus 5.000 Haushalten, verteilt über alle 210 US-TV-Märkte (Overnight-Ratings decken nur 55 TV-Märkte ab), stammen. Dies ändert sich nun mit dieser Quotenbesprechung. Denn nun kehren wir wieder zu den Overnight-Ratings zurück, da die bisherige Quelle der Fast-National-Ratings, "TheFutonCritic.com", ihre Quotenseiten bedauerlicherweise herausnehmen musste und die andere Quelle, "Zap2it.com" nicht immer alle Zahlen veröffentlicht. Dies ist insofern schade, als dass die Fast-National-Ratings den finalen Quoten immer sehr ähnlich gewesen waren. (Mehr Begriffserklärungen finden Sie in der rechten Infobox).
Ein Overnight-Rating von 3,5 Punkten entspricht also 3,5% der gesamten US-TV-Haushalte. Der Marktanteil gibt an, wieviel Prozent von den gesamten Zuschauern, die zur Sendezeit den Fernseher eingeschaltet hatten, "Enterprise" sahen. 5% bedeutet also, dass 5% aller zur Sendezeit aktiven Zuschauer "Enterprise" eingeschaltet hatten, der Rest bevorzugte andere Sender.
Fast-National-Ratings zeichnen sich dadurch aus, dass sie Auswertungen von Daten sind, die aus 5.000 Haushalten, verteilt über alle 210 US-TV-Märkte (Overnight-Ratings decken nur 55 TV-Märkte ab). Sie werden - analog zu den Overnight-Ratings - ebenfalls in Punkten angegeben. Fast-National-Ratings sind sehr viel genauer und entsprechen in den meisten Fällen den finalen Quoten.
Die finalen Einschaltquoten, sogenannte (Final-)National-Ratings, berücksichtigen alle TV-Märkte in den USA. Die Zahl wird in Haushaltspunkten angegeben, was nichts anderes bedeutet als die Prozentzahl aller US-TV-Haushalte. Bei einer finalen Einschaltquote von 3,0 Punkten sahen also rund 3,0% der US-TV-Haushalte "Enterprise". Der Marktanteil gibt an, wieviel Prozent von den gesamten Zuschauern, die zur Sendezeit den Fernseher eingeschaltet hatten, "Enterprise" sahen. 5% bedeutet also, dass 5% aller zur Sendezeit aktiven Zuschauer "Enterprise" eingeschaltet hatten, der Rest bevorzugte andere Sender. Die Zuschauerzahl in Millionen gibt schließlich an, wieviele Zuschauer (nicht Haushalte) tatsächlich eingeschaltet haben.
"Enterprise" landete mit einem schwachen Overnight-Rating von nur 3,5 bei 5% Marktanteil auf einem sechsten und letzten Platz am Mittwoch-Abend um 20 Uhr. Der US-Sender UPN dürfte nicht glücklich darüber gewesen sein.
Glücklicher sollte sich der Sender WB zeigen, denn dessen Liebling "Smallville" konnte sich mit einem guten Overnight-Rating von 5,1 bei 8% Marktanteil noch auf einem fünften Platz behaupten.
Zwar langte es nicht für einen Podest-Platz, doch immerhin landeten die Serien "My Wife And Kids" (6,7 bei 10% Marktanteil) und "It's All Relative" (5,5 bei 8% Marktanteil) aus dem Hause ABC noch auf einem vierten Platz.
Bronze konnte die Serie "The Apprentice" holen, die den NBC-Sender mit einem Overnight-Rating von 6,5 bei 10% Marktanteil beglücken konnte.
Silber ist edler und wird sogleich von den Serien "That '70s Show" (7,0 bei 10% Marktanteil) und "The Simple Life" (8,3 bei 12% Marktanteil) gesichert. Der Sender FOX dürfte sich freuen.
Star des Abends ist eine Wiederholung der CBS-Serie "Cold Case", die den 20-Uhr-Sendeblock mit einem sehr guten Overnight-Rating von 9,2 bei 13% Marktanteil abrunden konnte.
Analyse
Mit "Chosen Realm" kehrte "Enterprise" aus ihrer langen, sechswöchigen Weihnachtspause zurück und die Serie erlangte mit diesem schwachen Overnight-Rating das schlechteste Ergebnis der gesamten dritten Staffel und eines der schlechtesten Ergebnisse der gesamten Serie.
Wie wir prognostizierten, fallen die Quoten der Serie traditionsgemäß, wenn sie aus der Wiederholungs-Phase zurückkehrt. Wo "Similitude" ein Staffelhöhepunkt in Sachen (finale) Quoten war, ist "Chosen Realm" von den Overnight-Ratings her nun ein Staffeltief - größer kann der Kontrast nicht sein.
"Enterprise" verliert an Boden - Marc Berman ist von der Performance von "Enterprise" in seiner renommierten, täglichen TV-Kolumne sichtlich nicht angetan und würde "Enterprise" fast auf die "Liste der Verlierer" setzen.
Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass "Smallville", gegen die "Enterprise" antreten musste, die "Star Trek"-Serie um 46% schlug. Auch verlor "Enterprise" sage und schreibe 0,6 Punkte verglichen mit der Overnight-Leistung von "Similitude".
Da war sogar "Exile" besser - diese Episode erlangte ein Overnight-Rating von 3,6 bei 5% Markanteil.
Kommentar
Ja, wo bleiben nur die Action-Knaben (lesen Sie hierzu die populäre Kolumne "Deep Space Nine(-Fans) - die Vergewaltigung von Star Trek hat einen Ursprung")? Überall redet man von steigenden US-Quoten von "Enterprise" in der dritten Staffel. Nun ja, der Begriff "steigend" ist sehr relativ. Verglichen mit den Staffeln zuvor ist die dritte Staffel trotz "Similitude" (die einzige Episode der bisherigen dritten Staffel, die die 3er Marke erreichte!) in Sachen Quoten ein Armutszeugnis sondergleichen. Wer da noch optimistisch blickt, der ist dann wohl nur noch ein Aus-Prinzip-Fan:
Bei den ersten zwölf "Enterprise"-Episoden aus der ersten Staffel waren noch im Durchschnitt 8,5 Millionen Zuschauer dabei. Bei der zweiten Staffel im selben Zeitraum hingegen nur noch 5,0 Millionen. Bei der dritten Staffel, wo die Quoten ja angeblich so astronomisch sein sollen, kann die Serie in den ersten elf Episoden durchschnittlich nur noch 4,1 Millionen Zuschauer an sich fesseln - nun, ich weiß nicht, ob man dieselbe Mathematik-Sprache spricht, aber 4,1 Millionen sind für mich deutlich geringer als 5,0 Millionen oder gar 8,5 Millionen. Steigende Quoten sind in der Tat etwas Relatives. Relativ ist aber nicht das schlechte Abschneiden von "Chosen Realm".
Wie wir in der besagten Kolumne erwähnt haben, ist "Enterprise" mit dem Xindi-Handlungsbogen ein Stück durchschnittlicher im TV geworden als die Serie es ohnehin gewesen ist. Zwar kann sie ihre kleine Zuschauergruppe halten, doch es werden keine neuen Zuschauer dazugewonnen bzw. die jetzigen Zuschauer scheinen die Serie nicht mehr mit Interesse zu verfolgen, da sie bei "Stargate" oder "Andromeda" in Sachen Action und Niveaulosigkeit besser unterhalten werden.
Sicherlich ist der Grund für das schlechte Abschneiden von "Chosen Realm" darauf zurückzuführen, dass viele Zuschauer nichts von der Rückkehr von "Enterprise" wussten - doch rechtfertigt dies die schlechteste Quote einer Staffel? Oder gar eine der schlechtesten der Serie? Nein! Es ist eher so, dass viele von der Rückkehr von "Enterprise" nichts wissen wollten!
Es wird interessant sein, inwiefern sich die US-Quoten der jüngsten "Star Trek"-Serie erholen werden, inwiefern Krieg und Action und Kontinuität die Serie quotentauglicher machen - qualitativ besser ist "Enterprise" definitiv nicht geworden. Da bis nächste Woche auch die dümmsten Action-Knaben von der Rückkehr ihrer Serie erfahren haben werden, sollten die US-Quoten wieder ansteigen - wohlgemerkt, ein relatives Ansteigen.
Es wird interessant sein, wieviele Zuschauer noch interessiert sind an einem entzauberten "Star Trek"-Universum, das man mit "Deep Space Nine" und jetzt mit "Enterprise" so zugesetzt hat.
Es wird interessant sein, zu sehen, wieviele Staffeln lang diese "Enterprise"-Serie noch läuft. Derzeitigem Stand der Dinge zufolge wohl nur noch höchstens - allerhöchstens ein Jahr.
Hinweis
Bitte bedenken Sie, dass jeder Kommentar nur die Meinung des jeweiligen Redakteurs wiederspiegelt und nicht repräsentativ ist für die Website.
Bitte bedenken Sie auch, dass die Overnight-Ratings Vorabquoten sind. Die endgültigen US-Quoten - die sogenannten National- oder Final-Ratings - können anders aussehen. Sobald die (Final-)National-Ratings zu "Chosen Realm" abrufbar sind, werden wir Sie darüber informieren.
Die US-Quotenbesprechung beruht auf Zahlen von "MediaWeek.com".
Linktipps
- Kolumne: "Enterprise - die Vergewaltigung von Star Trek"
- Kolumne: "Nemesis - die Vergewaltigung von Star Trek geht weiter"
- Kolumne: "Deep Space Nine(-Fans) - die Vergewaltigung von Star Trek hat einen Ursprung"
(sl); STVC-Meldung vom 15.01.2004; Quelle:
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