Die Entwicklung der Galaxien verläuft schneller als bisher von Astronomen angenommen. Roberto Abraham von der "University of Toronto" berichtete vergangene Woche auf der Tagung der "American Astronomical Society" in Atlanta, dass die meisten acht bis elf Milliarden Jahre alten Galaxien bereits voll entwickelt wären. Dies wurde mit Hilfe des Teleskops "Gemini" in Hawaii festgestellt.
Die Zeit, in der unser Universum erst drei bis sechs Milliarden Jahre alt war, war bisher für astronomische Untersuchungen sehr schwer zugänglich. Der Grund: Durch die Rotverschiebung des Lichtes wurden viele Linien im Spektrum der Galaxien in einen Bereich verrückt, der einem schwachen "Leuchten" des Nachthimmels im optischen Bereich des Lichtes entspricht.
Mit dem "Gemini"-Teleskop konnte dieses Problem von Abraham und seinen Kollegen allerdings umgangen werden. Erstmals nahmen sie das Spektrum von mehr als 300 Galaxien aus der so genannten Rotverschiebungs-Wüste auf. Vor dieser Entwicklung konnten nur besonders aktive Galaxien aus dieser Zeit beobachtet werden. Dies ergab allerdings ein schiefes Bild der kosmischen Vorgänge.
Es wurde herausgefunden, dass vor acht bis elf Milliarden Jahren schon sehr viele große Galaxien existierten. Eigentlich hätte sich der Theorie zufolge zu dieser Zeit erst eine kleine Struktur zusammenballen dürfen. Weiterhin wurde festgestellt, dass diese Galaxien nicht nur junge Sterne, sondern auch schon ältere Sterne enthielten. Auch der Gehalt an schwereren Elementen war höher als angenommen.
(bs); STVC-Meldung vom 16.01.2004; Quelle: Wissenschaft Online
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