Nach beinahe 14 Jahren im Weltraum werden keine weiteren Wartungsarbeiten an dem Weltraumteleskop "Hubble" vorgenommen, kündigte die "NASA" letzte Woche an. Damit leitete die US-Raumfahrtbehörde das frühzeitige Ende eines der bedeutendsten astronomischen Instrumente ein.
"NASA"-Chef Sean O'Keefe teilte mit, die Entscheidung, das Weltraumteleskop aufzugeben, sei wegen Bedenken, die Sicherheit der Raumfähren betreffend, gefallen. Sie stelle somit eine direkte Folge des tragischen Shuttleunglückes der "Columbia" vor einem Jahr dar.
Die neuen Sicherheitsvorschriften der amerikanischen Raumfahrtbehörde erfordern, dass ein zweites Shuttle die Reparaturarbeiten begleitet, um im Notfall einen Rettungseinsatz zu ermöglichen. Da ein Einsatz von zwei Raumfähren für eine Mitte 2005 geplante Reparatur- und Wartungsmission jedoch finanziell nicht zu vertreten sei, würden die verbliebenen Raumfähren für die Arbeiten an der internationalen Raumstation "ISS" genutzt.
Vermutlich wird das Weltraumteleskop ohne die erforderlichen Wartungsarbeiten in den nächsten zwei bis vier Jahren ausfallen und soll dann mit einem unbemannten Raumschiff in die Erdatmosphäre verschoben werden und dort verglühen. Ursprüngliche Pläne, "Hubble" nach dem Ende seiner Mission zurück auf die Erde und in ein Museum zu bringen, wurden auf Grund zu hoher Risiken verworfen.
Nachfolger von "Hubble" soll das "James Webb Space Telescope" (JWST) werden, ein Weltraumteleskop, das mit Infrarottechnik und einem 6,5 Meter großem Spiegel ausgestattet sein soll und voraussichtlich 2012 seine Arbeit aufnehmen wird.
Forscher und Wissenschaftler kritisieren jedoch, dass in der Zeit zwischen der Aufgabe von Hubble und dem Einsatz des neuen Teleskops nur Beobachtungen von der Erde aus gemacht werden können. "Hubble" hatte den Wissenschaftlern in den vergangenen Jahren immer wieder spektakuläre Erkenntnisse und Bilder unseres Universums gebracht.
Zudem wird befürchtet, dass bis 2011 nicht mehr genügend Gelder zur Verfügung stehen, da George W. Bush auf Grund seiner milliardenschweren Pläne zur Wiederaufnahme der bemannten Mondflüge und einer Reise zum Mars ankündigte, Gelder für andere Raumfahrtprojekte zu kürzen.
(ss); STVC-Meldung vom 18.01.2004; Quelle: Basler Zeitung Online
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