Die Gerüchte über eine eventuelle Absetzung von "Enterprise" nach der dritten Staffel mehren sich. So soll es inoffiziellen Quellen zufolge Spannungen auf dem "Enterprise"-Set geben, nachdem die Schwesterserie "Jake 2.0" sang- und klanglos durch eine Reality-Show ersetzt wurde, obwohl dieser eine ganze Staffel zugesprochen war. Die Macher von "Enterprise" befürchten nun dasselbe auch für ihre Serie.
Im Laufe des heutigen Tages sind gleich zwei News bezüglich einer Absetzung von "Star Trek: Enterprise" im Umlauf, die wir Ihnen selbstverständlich nicht vorenthalten möchten:
15:38 Uhr - Interview mit den CBS/UPN-Verantwortlichen
Bei einem Interview mit Drehbuchautoren weigerten sich die Verantwortlichen der beiden US-Sender CBS und UPN, Les Moonves und Dawn Ostroff, Fragen zur Zukunft von "Star Trek: Enterprise" zu beantworten.
"New York Newsday" berichtete, dass die beiden Verantwortlichen nicht verraten wollten, ob "Enterprise" grünes Licht für eine vierte Staffel bekommt. Moonves und Ostroff bestätigten aber, dass "Enterprise"' Schwesterserie "Jake 2.0" aller Wahrscheinlichkeit nach nicht verlängert werden wird, sollten deren Quoten nicht ansteigen. Dies bedeutet sogut wie den sicheren Tod für "Jake 2.0", da sie momentan durch die relativ erfolgreiche Reality-Show "America's Next Top Model" ersetzt wurde und die Chancen schlecht stehen, dass die Serie nach ihrer Rückkehr in Sachen Quoten sich bessern wird.
Moonves erwähnte, dass der Sender mit der Quotenleistung der Comedy-Sendungen am Montag und Dienstag sehr zufrieden sei und weitere Comedy-Sendungen in Produktion wären, die den Federn so bekannter Entertainment-Größen wie Queen Latifah ("Chicago", "Haus über Kopf"), Lisa Kudrow ("Friends") und Samuel L. Jackson ("S.W.A.T.") entstammen und im Herbst das Licht der US-TV-Welt erblicken sollen.
UPN wird im Frühling nur zwei Ersatzserien ausstrahlen, von denen die eine "America's Next Top Model" ist, welche am vergangenen Dienstag ihr Debüt feiern konnte, und die andere die computer-animierte Comedy "Game Over" darstellt. "Game Over" profitiert von den Stimmen von Patrick Warburton ("Seinfeld") sowie Lucy Liu ("Drei Engel für Charlie", "Ally McBeal") und handelt vom Leben eben der von diesen Personen dargestellten Charaktere.
Außerdem hat UPN zwei neue Reality-Shows für den kommenden Sommer in Vorbereitung. Die eine hört auf den Namen "The Player" und sieht einen Wettbewerb zwischen jungen Männern und Frauen vor, die um den Titel "Ultimativer Spieler" ringen. Die andere Show zeigt junge Amish-Leute, die sich dem Ritual "rumspringa" unterziehen, bei dem sie in die weite Welt hinausziehen und somit die Stärke ihres Glaubens testen.
Mehr zu UPNs Plänen finden Sie unter diesem Link auf "New York Newsday!"
16:03 Uhr - "Enterprise"-Macher sorgen sich um die Zukunft ihrer Serie
Eine anonyme Quelle der Website "Cinescape" verriet vor wenigen Stunden, dass die Macher von "Star Trek: Enterprise" im Moment alles daran setzen würden, ihre Show vor der Absetzung zu bewahren und dass dieses Vorhaben auch einen möglichen Wechsel zu einem anderen Sender miteinschließt.
Die Quelle wandte sich an den Redakteur Patrick Sauriol und sprach von der gespannten Atmosphäre auf dem Set:
Der Quelle zufolge, kam die Absetzung von "Jake 2.0" völlig unerwartet, da der Serie - wie "Enterprise" - eine komplette Staffel versprochen wurde:
Da die UPN-Verantwortlichen nun so schroff mit "Jake 2.0" umgegangen sind, befürchten die "Enterprise"-Produzenten ein ähnliches Desaster für ihre Serie. Die erste Hiobsbotschaft kam vor wenigen Wochen, als bekannt wurde, dass die Anzahl der Episoden der dritten "Enterprise"-Staffel von 26 auf 24 gekürzt wurde und dass die Serie eventuell auf einen Freitags-Sendeplatz verlegt werden würde. Wie auch immer hat sich das Gerücht mit der Verschiebung des Sendeplatzes als unwahr herausgestellt - die Kürzung der Episodenanzahl jedoch nicht (wir berichteten).
Zwar hatte der US-Sender UPN damals noch - nach der Dementierung der Sendeplatzverschiebung - eine Absetzung von "Enterprise" als "unwahrscheinlich" abgestempelt, doch kann es damit zusammenhängen, weil sich die Serie zu dem Zeitpunkt noch in der Weihnachtspause befand und der Sender eine Belastung durch schlechte Presse bei der Serienrückkehr vermeiden wollte. Schließlich hat die Serie sich doch gerade in den Quoten ein wenig erholt und mit der Episode "Similitude" zum ersten Male seit langem wieder die 3er Quotenmarke knacken können (wir berichteten). Trotz allem tauchen nun wieder beunruhigende Gerüchte über eine Absetzung der Serie auf. Die erwähnte Quelle schließt ab:
Um den ursprünglichen englischen Artikel zu lesen, besuchen Sie bitte diesen Link auf "Cinescape".
Kommentar, Hinweis und Linktipps
In der Tat könnten die Versprechen falsch gewesen sein, denn warum sonst beantwortet UPN die Frage nicht, ob "Enterprise" für eine vierte Staffel zurückkehren wird, wie Sie in der News von 15:38 Uhr nachlesen können. Solangsam, aber sicher wird es ungemütlich für "Enterprise". Innerhalb von nur wenigen Wochen sind etliche Gerüchte aufgetaucht, die auf eine eventuelle Absetzung der Serie schließen lassen. Die Situation scheint im Moment brenzliger denn je zu sein, sind die "Enterprise"-Quoten in den USA doch schlechter als jemals zuvor.
Wie wir in unzähligen Quotenbesprechungen zur dritten Staffel richtig analysiert und prognostiziert haben, ist UPN zur Zeit sehr erfolgreich mit seinen Comedy-Sendungen, von denen die meisten erfolgreicher sind als "Enterprise". Wir stellten in den Besprechungen die berechtigte Frage, warum UPN nicht einfach eine so teure Serie wie "Enterprise" absetzt und diese durch eine billigere Comedy ersetzt - das würde für den Sender doch viel profitabler sein!
Anscheinend stimmten unsere Prognosen und UPN entwickelt zur Zeit wirklich eine Menge neuer Comedies, die ja noch einen Sendeplatz benötigen. Und da ist es doch naheliegend, dass diese den Sendeplatz von "Enterprise" bekommen.
Bitte bedenken Sie, dass die beiden News sich auf unbestätigte Gerüchte berufen und daher mit Vorsicht zu "genießen" sind. Solange eine offizielle Bestätigung ausbleibt, sollten Sie all diese Gerüchte auch als solche auffassen. Nichtsdestotrotz bekommen Sie aber einen sehr schönen Eindruck davon, wie es um "Enterprise" in den USA zur Zeit steht, dass solche Gerüchte die Runde machen, von denen ja nicht alle falsch sind - wie das bestätigte Gerücht über die Kürzung der Episodenanzahl zeigt.
Sollte "Enterprise" in dieser Staffel tatsächlich abgesetzt werden, so wäre dies nicht nur keine große Überraschung, sondern auch eine große Erleichterung: Denn erstens war "Enterprise" von der Qualität her nun endgültig vor die Hunde gegangen und der Xindi-Handlungsbogen hat aus der Serie eine B-Serie in Hinsicht auf die Qualität gemacht. Und zweitens würde im Falle einer Absetzung endlich die Vergewaltigung von "Star Trek" aufhören, die ja mit "Deep Space Nine" begann und auf die wir so oft und so ausführlich in unserer "Vergewaltigungs-Trilogie" eingegangen sind. Anscheinend reicht die Anzahl der Action-Knaben nicht aus, um "Enterprise" am Leben zu erhalten.
Was es mit diesen Action-Knaben auf sich hat und warum "Enterprise" und "Deep Space Nine" eine Vergewaltigung von "Star Trek" sind, lesen Sie in unserer "Vergewaltigungs-Trilogie", die aktueller denn je zu sein scheint:
- Kolumne: "Enterprise - die Vergewaltigung von Star Trek"
- Kolumne: "Nemesis - die Vergewaltigung von Star Trek geht weiter"
- Kolumne: "Deep Space Nine(-Fans) - die Vergewaltigung von Star Trek hat einen Ursprung"
(sl); STVC-Meldung vom 19.01.2004; Quelle: TrekToday
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