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US-Quoten von "Enterprise" ein komplettes Desaster

Die US-Quoten zu der vorletzten "Enterprise"-Episode waren schon nicht so toll, die am vergangenen Mittwoch-Abend ausgestrahlte Episode "Proving Ground" setzte diesen Negativ-Trend gekonnt fort. Mit dem schlechtesten Fast-National-Rating der Seriengeschichte setzte "Enterprise" abermals neue Akzente in Sachen miserable US-Quoten.

Hinweis und die Zahlen

Da unsere Hauptquelle für US-Quoten, "MediaWeek.com", erst am Freitag wieder neue Zahlen veröffentlicht, mussten wir dieses Mal die Website "Zap2it.com" zur Hilfe nehmen, die jedoch nur Fast-National-Ratings veröffenlicht, weshalb diese US-Quotenbesprechung im Gegensatz zur letzten wieder auf den Fast-National-Ratings beruhen wird. Die Overnight-Ratings sind Vorabquoten, da sie nur die 55 wichtigsten TV-Märkte berücksichtigen und daher nur als Indiz für die finale Quote gewertet werden können - nicht mehr und nicht weniger. Dabei werden die Zahlen in Haushaltspunkten/Marktanteil angegeben, was nichts anderes bedeutet als die Prozentzahl aller US-TV-Haushalte.

Ein Overnight-Rating von 2,8 Punkten entspricht also 2,8% der gesamten US-TV-Haushalte. Der Marktanteil gibt an, wieviel Prozent von den gesamten Zuschauern, die zur Sendezeit den Fernseher eingeschaltet hatten, "Enterprise" sahen. 4% bedeutet also, dass 4% aller zur Sendezeit aktiven Zuschauer "Enterprise" eingeschaltet hatten, der Rest bevorzugte andere Sender.

Fast-National-Ratings zeichnen sich dadurch aus, dass sie Auswertungen von Daten sind, die aus 5.000 Haushalten, verteilt über alle 210 US-TV-Märkte (Overnight-Ratings decken nur 55 TV-Märkte ab). Sie werden - analog zu den Overnight-Ratings - ebenfalls in Punkten angegeben. Fast-National-Ratings sind sehr viel genauer und entsprechen in den meisten Fällen den finalen Quoten.

Die finalen Einschaltquoten, sogenannte (Final-)National-Ratings, berücksichtigen alle TV-Märkte in den USA. Die Zahl wird in Haushaltspunkten angegeben, was nichts anderes bedeutet als die Prozentzahl aller US-TV-Haushalte. Bei einer finalen Einschaltquote von 2,2 Punkten sahen also rund 2,2% der US-TV-Haushalte "Enterprise". Der Marktanteil gibt an, wieviel Prozent von den gesamten Zuschauern, die zur Sendezeit den Fernseher eingeschaltet hatten, "Enterprise" sahen. 4% bedeutet also, dass 4% aller zur Sendezeit aktiven Zuschauer "Enterprise" eingeschaltet hatten, der Rest bevorzugte andere Sender. Die Zuschauerzahl in Millionen gibt schließlich an, wieviele Zuschauer (nicht Haushalte) tatsächlich eingeschaltet haben.
Die Fast-National-Ratings zur letzten "Enterprise"-Episode "Proving Ground" wurden aber nicht direkt angegeben, sondern mussten ausgerechnet werden, da "Zap2it.com" lediglich angab, dass der US-Sender UPN am vergangenen Mittwoch-Abend ein Durchschnitts-Fast-National-Rating von 2,4 bei 4% Marktanteil erlangen konnte, zu dem die Sendung "America's Next Top Model" mit einem Fast-National-Rating von 2,6 bei 4% Marktanteil beigetragen hat. Dies bedeutet, dass "Enterprise" ein Fast-National-Rating von 2,2 bei 4% Marktanteil erzielt haben muss.

Damit landete "Enterprise" auf einem sechsten und letzten Platz im 20-Uhr-Sendeblock - der US-Sender UPN dürfte mit diesem Ergebnis äußerst unzufrieden sein.

Der fünfte Platz ging an "Smallville". Ähnlich wie bei "Enterprise" sahen die Quoten alles andere als gut aus: Mit einem ungewohnt schlechten Overnight-Rating von nur 3,1 bei 5% Markanteil dürfte sich auch der Sender WB alles andere als gefreut haben.

Vierter Platz ging an den Sender ABC mit seinen beiden Serien "My Wife and Kids" und "It's All Relative", die ein Durchschnitts-Overnight-Rating von 4,7 bei 7% Marktanteil verbuchen konnten.

Dritter wurde CBS mit "60 Minutes II", während NBC mit "The Apprentice" und einem Overnight-Rating von 7,9 bei 12% Marktanteil stabilen Erfolg genießen konnte.

Sieger des Abends und der Grund allen Quotenübels der anderen Serien war die US-Version von "Deutschland sucht den Superstar": "American Idol". Diese Sendung erlangte ein großartiges Overnight-Rating von 16,2 bei 24% Marktanteil - damit dürfte der Sender FOX außer sich vor Glück gewesen sein.

Analyse und "Carpenter Street"

Da die Fast-National-Ratings immer sehr genau die finalen Quoten wiederspiegeln, dürften die finalen US-Quoten zu "Proving Ground" sich nicht so sehr von der angegebenen Zahl von 2,2 bei 4% Marktanteil unterscheiden. Ist dem tatsächlich so, so teilt sich "Proving Ground" zusammen mit der Episode "Horizon" aus der zweiten Staffel die zweifelhafte Ehre, die von den Quoten her schlechteste "Star Trek"-Episode zu sein, die jemals regulär ausgestrahlt wurde.

Damit nicht genug, sind endlich - nach etlichen Wochen - die finalen Quoten zu "Carpenter Street" - der Episode vor der Weihnachtspause - abrufbar. Und diese sprechen eine stabile Sprache: "Enterprise" hielt ihre US-Quoten zumindest an Thanksgiving. So musste "Carpenter Street" im Vergleich zur Vorfolge "Similitude" - ein Staffelhoch in Sachen Quoten - zwar gleich 0,5 Punkte einbüßen und avancierte mit einem Final-National-Rating von nur 2,5 bei 4% Marktanteil - welch eine Ironie - zum Staffeltief, aber im Vergleich zur Thanksgiving-Episode der zweiten Staffel, "Vermisst", sind die US-Quoten stabil geblieben. Zumindest eine gute Nachricht - aber was zählt schon eine Thanksgiving-Episode? Merke: Die TV-Quoten der einen Abend vor Thanksgiving ausgestrahlten Sendungen sind traditionsgemäß schlecht.

Im Vergleich zur Vorfolge "Chosen Realm" verlor "Proving Ground" abermals 0,5 Punkte an Fast-National-Ratings. Das Overnight-Rating zu "Proving Ground" ist unbekannt, dürfte aber unter der 3er Marke liegen und das ist bei einem Overnight-Rating miserabel.

Kommentar

Absetzung hin, Absetzung her - fest steht nur, dass wenn nicht bald die Quoten wieder zu steigen beginnen, es wohl keine Zukunft mehr für die Serie gibt. Wie wir bereits berichtet haben, scheinen sich die UPN-Verantwortlichen nicht mehr sicher zu sein, ob sie "Enterprise" in eine vierte Staffel schicken wollen.

Sicherlich könnte man jetzt mit starker Konkurrenz seitens "American Idol" argumentieren und dass diese für das vergangene Quotendesaster verantwortlich ist. Aber fest steht außerdem, dass "Enterprise" auch in der Vergangenheit größerer Konkurrenz ausgesetzt war und die Serie scheinbar immer schlechter gegen diese ankommt. Ein Fast-National-Rating von 2,2 ist nun einmal ein Fast-National-Rating von 2,2 und ist eine absolute Katastrophe, welche zeigt, wie schlimm es um die Serie steht - mit so einer Quote kann "Enterprise" keinen Senderchef beeindrucken. Mit so einer Quote - Konkurrenz hin, Konkurrenz her - kann sie sich gleich verabschieden. Eine so teure Serie wie "Enterprise" kann nicht solche erbärmlichen Quoten präsentieren. Das darf sie nicht.

Es ist ein Hin und Her mit den US-Quoten. Kaum haben sich die US-Quoten von "Enterprise" mit "Similitude" relativ stabilisiert (man beachte das Wort "relativ", das zum Ausdruck bringen soll, dass die US-Quoten von "Enterprise" noch immer sich auf einem lächerlichen Niveau aufhalten), schon folgt umso (relativ) steiler die Talfahrt mit "Carpenter Street". Dann eine sanfte (relative) Sturzpause mit "Chose Realm", um nur (relativ) steiler als zuvor den Quoten/Qualitätsberg hinunterzurollen. Da fragt man sich doch glatt - ist etwa am Fuße des Quoten/Qualitätsbergs ein Vierte-Staffel-Häuschen zu finden?

Ab hier folgt ein Kommentar-Abschnitt, der für Leser, die unsere extrem populäre Kolumne "Deep Space Nine(-Fans) - die Vergewaltigung von Star Trek hat einen Ursprung" gelesen haben, gedacht ist:

Ja, wo bleiben nur die Action-Bubis, wenn man sie braucht. Wo bleiben nur diese komischen, gewaltverliebten "Star Trek"-Zuschauer aus "Deep Space Nine", die sich wohl gefreut haben dürften, als der Xindi-Handlungsbogen eingeführt wurde. Welch ein Jammer, dass dieser Xindi-Handlungsbogen womöglich das letzte "Star Trek" ist, was diese Bubis zu sehen bekommen werden. Kann man nichts machen, müssen sie halt ihr Glück bei "Andromeda" oder "Stargate" versuchen, wo sie definitiv besser aufgehoben sind, entsprechen diese Serien doch exakt ihrer Intelligenz.

Ja, vielleicht sollten diese Action-Bubis damit anfangen, Action-Figuren von Archer und Sisko zu kaufen, um beide gegeneinander in einem "Star Trek"-Deathmach antreten zu lassen. Denn, sollte "Enterprise" abgesetzt werden, werden diese eine lange Zeit lang kein Action-"Star Trek" mehr im TV sehen. Vielleicht wäre es spätestens dann an der Zeit, nachzudenken, was den Erfolg von "Star Trek" wirklich ausgemacht hat und immer noch ausmacht und eins sollte Ihnen dann klar sein - es ist weder Krieg noch die ach so tolle Kontinuität ... ach ja, zum Glück nur noch 4 Monate bis zur Erscheinung der "Raumschiff Voyager"-DVDs (wir berichteten) ...

Hinweise

Bitte bedenken Sie, dass jeder Kommentar nur die Meinung des jeweiligen Redakteurs wiederspiegelt und nicht repräsentativ ist für die Website.

Bitte bedenken Sie auch, dass die Fast-National-Ratings Vorabquoten sind. Die endgültigen US-Quoten - die sogenannten National- oder Final-Ratings - können anders aussehen. Sobald die (Final-)National-Ratings zu "Proving Ground" abrufbar sind, werden wir Sie darüber informieren.

Die US-Quotenbesprechung beruht auf Zahlen von "Zap2it.com".

Linktipps

- Kolumne: "Enterprise - die Vergewaltigung von Star Trek"
- Kolumne: "Nemesis - die Vergewaltigung von Star Trek geht weiter"
- Kolumne: "Deep Space Nine(-Fans) - die Vergewaltigung von Star Trek hat einen Ursprung"

(sl); STVC-Meldung vom 22.01.2004; Quelle: [877 Aufrufe; 0 Kommentare]

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