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Wasser auf dem Roten Paneten entdeckt

Die Europäische Weltraumorganisation ("ESA") hat bei ihrer Marsmission zum ersten Mal Lage und Volumen von gefrorenem Wasser am Südpol des Roten Planeten nachgewiesen. Alle Instrumente an Bord der Sonde "Mars-Express" funktionierten einwandfrei, sagte "ESA"-Wissenschaftsdirektor David Southwood am Freitag. Der Nachweis von Wasser war eines der wichtigsten Ziele der Mission.

Titelgrafik zur News
Flussbett auf dem Mars

"ESA"-Mitarbeiter Prof. Walter Flury bezeichnete den Fund als einen "ganz großen Tag" für die europäische Raumfahrt:

"Das ist für die bemannte Raumfahrt sehr wichtig",

wenn zukünftig Menschen auf den Mars gingen - und davon gehe er aus -, müssten sie kein Wasser von der Erde aus mitbringen.

"Es ist oben auf dem Mars vorhanden, und das ändert die Sachlage ganz fundamental",

sagte Gerhard Neukum von der Freien Universität Berlin. Unter seiner Leitung wurde die hochauflösende 3D-Stereokamera (HRSC) an Bord von "Mars Express" entwickelt.

Er führte im "ESA"-Kontrollzentrum in Darmstadt sensationelle Bilder von der Oberfläche des Mars vor. "Mars Express" hatte mit einer Auflösung von bis zu zwei Metern 1,87 Millionen km² der Oberfläche vom Roten Planeten fotografiert - eine Fläche, die der von Österreich, Deutschland, Italien, Spanien und Portugal zusammen entspricht.

Man erkennt auf den Bildern unter anderem auch tiefe Schluchten, die wie Neukum sagt, nur auf große Aktivität von viel Wasser zurückzuführen sind. Man erkennt in einem Flussbett dunkle Sedimente, die das Wasser hinterlassen hat.

Um zu den Bildern zu gelangen, klicken Sie bitte http://www.spiegel.de/fotostrecke/0,5538,PB64-SUQ9MzI3Jm5yPTE_3,00.html

Es werden auf den Bildern Krater und Vulkane gezeigt, sogar Canyons. Bisher wurden 100 Gigabytes an Daten verarbeitet.

Beim ersten Überflug des Südpols hatte das "Mars Express"-Instrument "Omega" - eine Kombination aus Kamera und Infrarot-Spektrometer - schon Wassereis und gefrorenes Kohlendioxid entdeckt. Zusätzlich wurde Wasserdampf in der Atmosphäre gefunden.

Liegen die europäischen Wissenschaftler richtig, ist bewiesen, dass es auf dem Mars einmal eine Menge Wasser gegeben hat und somit wahrscheinlich auch Leben. Die Europäer wären damit ihren amerikanischen Kollegen einen großen Schritt voraus, der Mars-Rover "Spirit" hat bisher noch keine Hinweise auf Wasser gefunden.

"Mars Express" wird von der Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn als sensationellen Erfolg für die europäische Raumfahrt gewürdigt:

"Europa kann stolz sein, die Bilder vom Mars sind eine Sensation",

sagte Buhlman. "ESA"-Wissenschaftsdirektor David Southwood sagte, dass in den nächsten zwei Jahren der ganze Mars fotografiert wird und eine 3D-Karte der Oberfläche erstellt wird.

Die Entdeckung von Wasser auf dem Mars bezeichnete die "NASA" - absichtlich herunterspielend - als keine große Neuigkeit. Die "NASA"-Sonde "Mars-Odyssey", die den Roten Planeten seit 2001 umrunde, habe bereits große Mengen gefrorenen Wassers im Norden und Süden des Roten Planeten entdeckt, sagte der Mars-Programmdirektor der "NASA", Orlando Figueroa, dem Fernsehsender CNN:

"Wir waren überrascht, wie viel es war und wie dicht unter der Oberfläche. Deshalb ist es keine Neuigkeit, aber wir sind froh, dass deren Satellit auch in der Lage ist, zu sagen, wo es ist".

(ak); STVC-Meldung vom 23.01.2004; Quelle: Spiegel Online [1403 Aufrufe; 0 Kommentare]

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