Ein Highlight-Wochenende in Sachen "Star Trek" steht bevor. Denn "Raumschiff Voyager" zeigt sich am Samstag und Sonntag in der Wiederholung der beiden Glanzepisoden "Verborgene Bilder" und "Chaoticas Braut" von ihrer besten Seite. Warum Sie sie auf gar keinen Fall verpassen dürfen, verraten Ihnen eine kurze Inhaltsbeschreibung und umfangreiche Kritik zu den beiden Episoden.
Hinweis
Bitte bedenken Sie, dass im Artikel viele Begriffe auftauchen, deren vollständige Definition Ihnen erst nach dem Lesen unserer äußerst populären "Vergewaltigungs-Trilogie" geläufig sein dürfte. Die "Vergewaltigungs-Trilogie" besteht aus den Kolumnen "Enterprise - die Vergewaltigung von Star Trek", "Nemesis - die Vergewaltigung von Star Trek geht weiter" und "Deep Space Nine(-Fans) - die Vergewaltigung von Star Trek hat einen Ursprung".
Inhalte
"Verborgene Bilder"
Als der Doktor bei Harry eine 18 Monate alte Operation entdeckt und er sich jedoch nicht daran erinnern kann, muss er feststellen, dass Erinnerungsdateien aus seinem Speicher gelöscht wurden. Und bald ist auch der Täter ermittelt. Es ist Captain Janeway. Doch die Gründe dafür bleiben dem Doktor weiterhin verborgen ... [mehr]
"Chaoticas Braut"
Als die Voyager in einer Subraumspalte gefangen wird, können sich Harry und Kim sich erst durch den Einsatz des Transporters hinausbewegen. Plötzlich tauchen im Programm, welches ja weiterläuft, zwei Lichtkugeln auf, aus denen zwei Menschen rauskommen- es sind Bewohner der Anomalie, photonische Wesen, welche das Holodeck für die Realität halten. Der böse Dr. Chaotica aus der "Captain Proton"-Holosimulation von Paris hält die beiden für Wesen aus der 5. Dimension... [mehr]
Tatsachen
Dieses Wochenende wiederholt Sat.1 die beiden absoluten "Raumschiff Voyager"-Klassiker "Verborgene Bilder" und "Chaoticas Braut". Beide Episoden räumen endgültig mit dem dämlichen und sinnfreien Vorwurf auf, "Raumschiff Voyager" sei eindimensional oder gar uninnovativ. Als ob die Autoren es den dummen "Raumschiff Voyager"-Bashern mal so richtig zeigen wollen, präsentieren diese hier zwei großartige Sciencefiction-Episoden voller Intelligenz und Innovation.
Spätestens hier ist "Raumschiff Voyager" zu einer ganz besonderen Sciencefiction-Serie geworden, die konsequent die Stärken von "Das nächste Jahrhundert" weiterentwickelt, ohne dabei ihre eigene Identität zu verlieren. "Raumschiff Voyager" kann man spätestens nach diesen beiden Episoden als eine der abwechslungsreichsten Sciencefiction-Serien bezeichnen. Das hat die Serie besonders ihren Charakteren zu verdanken. Ohne diese würden Episoden wie "Verborgene Bilder" gar nicht funktionieren und Folgen wie "Chaoticas Braut" wären nur halb so lustig.
Immer wieder betont "Raumschiff Voyager" ihr Einzelepisodenkonzept, das besonders in diesen beiden Episoden auf großartige Art und Weise aufgeht. Es ist genau diese Art von Episoden, die einen zum "Star Trek"-Fan macht. Nicht das ständig Wiederholende einer Kontinuitätsserie, nicht das erdrückend Düstere einer durchschnittlichen Kriegssciencefiction-Serie wie "Deep Space Nine" oder "Enterprise". Nein, es sind Episoden wie "Verborgene Bilder" oder "Chaoticas Braut", die die Zuschauer jede Woche mit etwas völlig Neuem begeistern. Es sind vor allem Episoden wie "Verborgene Bilder", die sich einem menschlichen Thema annehmen und den Zuschauer zum Nachdenken anregen anstatt jede Woche aufs Neue zu betonen, wie schrecklich Krieg, wie schrecklich das Universum oder gar wie schrecklich das ganze Leben ist.
"Raumschiff Voyager" ist eine optimistische Serie. Sie ist wie keine "Star Trek"-Serie zuvor voller Humor und Leidenschaft, ohne dass diese beiden Elemente im Widerspruch zueinander stehen müssen. Die meisten Action-Knaben können mit Humor und Leidenschaft in einer Sciencefiction-Serie nichts anfangen, da ihr Leben - wir wollen ehrlich sein - humor- und leidenschaftslos ist. Da deren Leben voller Trauer und Hoffnungslosigkeit ist, wollen sie diese Hoffnungslosigkeit auch auf ihren Fernseh-Bildschirmen in Form von Krieg projiziert sehen, weil sie sich sofort damit identifizieren können.
"Raumschiff Voyager" hingegen gibt sich vielschichtig. Die gesamte Mühe wird aufgebracht, um ein Thema möglichst erschöpfend in einer Episode zu behandeln, ohne dieses ewig auf mehrere Episoden zu strecken. 45 Minuten sind mehr als genug für eine Geschichte und diese 45 Minuten werden bei "Raumschiff Voyager" von Anfang bis Ende genutzt. Faulheit wie bei "Deep Space Nine" oder "Babylon 5" dürfen und können sich die "Raumschiff Voyager"-Autoren nicht leisten, müssen sie sich doch jede Woche neue Geschichten ausdenken anstatt einfach einen bestehenden Handlungsbogen ewig weiterzuentwickeln. Sie müssen jede Woche ein neues Thema behandeln anstatt ein Thema zu strecken, damit sie sich weniger Mühe geben müssen.
Das beste "Star Trek" handelt noch immer von Menschen als Individuen, das herausragende "Star Trek" hält den Menschen einen Spiegel hin und zeigt ihnen sie selbst aus einer anderen Perspektive (nicht unbedingt immer in Kriegssituationen), das brillante "Star Trek" ist nachwievor menschliches Drama. Alle guten und seriösen Geschichten drehen sich letzten Endes um uns Menschen - alles andere ist schlicht trivial.
"Verborgene Bilder"
Und ein solches menschliches Drama ist die Episode "Verborgene Bilder", in der ironischerweise der Doktor im Mittelpunkt des Geschehens steht. In dieser vielschichtigen Vorzeige-Episode geht es um eine Kern-Frage: Inwiefern sind wir so wie der Holo-Doktor? Der Doktor wird hier zu einer Metapher für menschliche Eigenheiten. Uns wird hier auf raffinierte Art und Weise - wie es nur die Sciencefiction kann - ein Spiegel vorgehalten. Dadurch, dass wir den Doktor in einer Feedback-Schleife sehen, erkennen wir unsere eigene Eigenheit, nämlich die, im Kreis zu denken. Wir stellen uns dadurch die Frage, inwiefern uns dieses Kreisdenken menschlich macht - ob jemand das Recht hat, unser Kreisdenken bewusst zu durchbrechen. Aus einer faszinierenden Idee - der Holodoktor in einer Feedback-Denk-Schleife - lässt sich eine Vielzahl menschlicher Fragen ableiten, die in dieser Episode behandelt werden. Das ist großartiges "Star Trek"!
Jeder kennt mehr oder weniger den Verlust eines geliebten Menschen - eines geliebten Freundes. Wir hängen auch Jahre nach dessen Tod an einem Gedanken fest, nämlich, ob der Tod endgültig war. All die Erinnerungen, all die Freude und der gemeinsame Genuss am Leben - vergangen? Für immer? Wir wissen es. Wir wissen, dass der Tod eingetreten war, wir wissen, dass all die Erinnerungen irgendwann verschwinden werden. Und doch wollen wir es nicht wahr haben, weil der Verlust zu groß ist. Und genau aus diesem Grunde müssen wir uns immer wieder selbst das klar machen, was wir bereits wissen. Dieses Wissen, diese Auseinandersetzung mit dem Verlustgefühl - diese bewusste Konfrontation erlaubt es uns schließlich eines Tages, dieses Kreisdenken zu durchzubrechen.
Und genau das ist das Interessante an der Episode: Dadurch, dass wir sehen, wie der Doktor dieses Kreisdenken erlebt, erkennen wir unsere besondere menschliche Eigenschaft und stellen uns Fragen. Genau das ist exakt das, was gute Sciencefiction ausmacht: Uns aus einer anderen, ungewöhnlichen Perspektive darstellen. Die Geschichte wäre nämlich weitaus weniger effektiv mit einem menschlichen Protagonisten, weil wir auf dem Bildschirm serviert bekommen, wie dieser reale Charakter sein Dilemma abarbeitet und wir würden uns daher nicht großartig Gedanken machen. Aber dadurch, dass der holographische Doktor mit diesem Dilemma konfrontiert wird, fehlt uns eine reale Bezugsbasis und wir nehmen dann selbstverständlich uns selbst und fragen uns selbst, wie wir ein solches Dilemma abarbeiten würden. Und eben daraus zieht die Geschichte und gute Sciencefiction ihren Vorteil: Den Zuschauer zum Nachdenken anregen und nicht einfach mit irgendwelchen Schauwerten in Form von bombastischen Explosionen begeistern, die er bald vergessen hat.
Genau aus diesem Grunde ist der Vorwurf der zunehmend schrumpfenden "Raumschiff Voyager"-Basher-Gruppe nicht aufrechtzuerhalten, dass die Serie nur Action, aber keinen Tiefgang biete - was im Übrigen ein schwachsinniger Vorwurf ist, zumal keine einzige "Raumschiff Voyager"-Episode Action zum Selbstzweck hatte und die Charaktere immer involviert waren.
Wie kann man "Raumschiff Voyager" als schlechte Serie bezeichnen, wenn diese eine so fabelhafte Episode wie "Verborgene Bilder" hervorbringen kann? Wie kann man das? Wir wollen ehrlich sein - das können nur Leute behaupten, die die Serie nicht wirklich kennen, sondern schlicht chauvinistisch sind oder sauer sind, weil "Raumschiff Voyager" kein "Deep Space Nine" geworden ist - weil eine Frau Captain ist, die nicht mit jedem Mann ins Bett steigt und die auch nicht dauernd irgendwelche Männer mit Fäusten droht und die Serie auf ihr Einzelepisodenkonzept - glücklicherweise - so besteht.
"Verborgene Bilder" bietet aber noch mehr, um in 45 Minuten das Thema komplett abzuschöpfen. Sie fragt sich außerdem, ob es Vorteil oder Nachteil wäre, wenn jemand einfach unsere Erinnerungen an diesen toten Freund löschen würde. Wenn wir uns nicht mehr mit dessen Tod auseinandersetzen müssten. Wenn wir von keinen Verlustgefühlen mehr geplagt sein würden. Und da beginnt die herausragend gespielte und sehr gut geschriebene Szene mit Janeway und Seven. Hat der Doktor nicht das Recht, sich mit seinen Problemen auseinanderzusetzen? Hat er nicht das Recht, diese Verlustgefühle zu empfinden - und nachdem diese Fragen gestellt sind, beginnen wir wieder, eine reale Bezugsbasis zu suchen - nämlich uns selbst - und fragen uns selbst, wie würde es uns ergehen, wenn man uns unsere Erinnerungen einfach so löschen würde? Wenn man uns vor solchen Verlustgefühlen bewahren würde und wir stellen dann die Frage: Sind wir dann noch menschlich, wenn wir vor unseren Gefühlen weglaufen? Macht die Auseinandersetzung mit einem Hindernis und dessen Bewältigung nicht erst das Menschsein aus? Lernen wir nicht erst durch unsere Erfahrungen? Sind wir nicht dann erst richtige Menschen? Und selbst ohne die Antworten zu kennen, sehen wir sofort, dass der Doktor weniger menschlich wäre, wenn er jedesmal einer solchen Auseinandersetzung aus dem Wege ginge bzw. wenn man ihm das Konfrontieren mit solch einer Auseinandersetzung verbiete.
Und jetzt stelle ich eine Frage an Sie, liebe Leserschaft - ob Sie nun ein Action-Knabe sind oder nicht - nach all dem Besprochenen: Möchten Sie nicht lieber eine Sciencefiction-Serie sehen, in der Sie so zum Nachdenken angeregt werden und in der Sie soviele Fragen auch nach dem Ende der Episode stellen oder lieber eine triviale Kriegs-Action-Sciencefiction-Serie, in der nur die Waffen sprechen und in der Sie praktisch immer nur eine einzige Frage beantworten müssen, nämlich ob Krieg schlecht ist? Möchten Sie nicht lieber eine Sciencefiction-Serie sehen, in der Sie sehr oft zum Nachdenken angeregt werden können - bedingt durch das Einzelepisodenkonzept - anstatt nur ein paar Male in einer Staffel - bedingt durch den erdrückenden Handlungsbogen? Und selbst wenn Sie so stur sind und sich jeweils fürs Letztere entscheiden, können Sie nicht abstreiten, dass das Erstere anspruchsvoller, niveauvoller, ja zeitloser, da menschlicher ist! Soll nicht so "Star Trek" sein? Sind Sie nicht deshalb "Star Trek"-Fan geworden? Und stimmen Sie nun zu, warum in "Deep Space Nine" die Vergewaltigung von "Star Trek" ihren Anfang nahm und in "Enterprise" ihre Vollendung fand?
Auf alle Fälle wurde oft die Wende bei "Raumschiff Voyager" erwähnt, die sich ab der dritten Staffel abzeichnete, in der vierten Staffel fortgeführt wurde und nun in dieser atemberaubenden fünften Staffel ihre Vollendung findet. "Verborgene Bilder" bekräftigt dies."Verborgene Bilder" ist das siebente Highlight von gerademal elf ausgestrahlten Episoden der fünften Staffel. Das hat noch keine "Star Trek"-Staffel geschafft. Wo die fesselnde Episode "Kontrapunkt" zuvor mit höchstem Niveau beeindrucken konnte, führt "Verborgene Bilder" diesen wunderbaren Trend nun fort. "Raumschiff Voyager" ist in dieser Staffel auf dem absoluten Gipfel ihrer Qualität angekommen und es ist Woche für Woche ein Genuss, diese wunderbare Serie zu verfolgen.
Lassen Sie sich von irgendwelchen Möchtegern-"Star Trek"-Kennern nichts einreden. Ignorieren Sie Action-Knaben und Forum-Gespenster. Schalten Sie bei "Raumschiff Voyager" endlich ein! Wenn nicht, verpassen Sie die absolut beste Sciencefiction-Serie aller Zeiten! Und es wäre wirklich schade drum - für Sie und für die Serie.
"Chaoticas Braut"
Fälscher können die "Raumschiff Voyager"-Basher nicht liegen, die der Serie Innovationslosigkeit vorwerfen. Direkt nach der Glanzepisode "Verborgene Bilder" kommt hier die nächste Highlight-Episode. Diese Episode ist die lustigste und bisher einzigartigste "Star Trek"-Episode. Wo sonst bekommen Sie eine derart liebevoll gemachte Parodie von alten Sciencefiction-Filmserials der 30er Jahre zu sehen - und auch noch in Schwarzweiß?
"Chaoticas Braut" stellt den bestechenden Humorgehalt von "Raumschiff Voyager" zur Schau, der mit der fünften Staffel ein fester Bestandteil der Serie wird. Auf der "Voyager" darf es halt lustiger zugehen als auf der "Enterprise" oder gar auf "Deep Space Nine". Hier nimmt die Serie sich selbst nicht zu ernst und es ist ein wahrer Genuss, Captain Janeway als Queen Aracnia zu sehen. Herrliche Gags und köstliches Schauspiel sorgen immer wieder für Lachanfälle.
Vom Bildübergang bishin zu den Dialogszenen - die Parodie ist perfekt und absolut überzeugend. Eine Episode wie "Chaoticas Braut" wäre sowohl in "Das nächste Jahrhundert" als auch in "Deep Space Nine" undenkbar, da die beiden Serien nicht über so vielschichtige Charaktere wie die von "Raumschiff Voyager" verfügen, die mehr Spaß machen als in jeder anderen "Star Trek"-Serie. Das alles macht "Raumschiff Voyager" sympathischer, wenn man sich auf die Serie einlässt.
Nach dieser Episode ist "Raumschiff Voyager" nun endgültig zur abwechslungsreichsten Sciencefiction-Serie aufgestiegen - wo sonst hat man soviele mehrdimensionale Charaktere, mit denen sich soviel anstellen lässt? Sogar Harry Kim gespielt von Garret Wang fesselte in "Temporale Paradoxie", der Jubiläumsfolge. Zwar ist "Raumschiff Voyager" nachwievor Drama - doch kann sie mi t Leichtigkeit Comedy, Horror etc sein - die Betonung liegt auf Leichtigkeit. Denn bei "Raumschiff Voyager" steht kein Genre im Widerspruch zum anderen und das zeichnet die Serie aus: Ihre ungeheure Abwechslung und Mischung, ohne jemals lächerlich zu sein.
Und lächerlich ist "Chaoticas Braut" nun ganz und gar nicht. Dafür ist die Episode zu clever. Der Reiz an dieser Episode ist es, zu sehen, was die damaligen Menschen für eine Vorstellung von der Zukunft hatten und was wir für welche haben. Und nun stehen sich beide Vorstellungen vereint gegenüber. Es ist praktisch Fernsehen im Fernsehen. Sciencefiction parodiert Sciencefiction. Das ist schlicht faszinierend und fesselnd.
Und jetzt stelle ich eine weitere Frage an Sie, liebe Leserschaft - möchten Sie lieber eine Sciencefiction-Serie sehen, die abwechslungsreich daherkommt und Sie oft zum Lachen bringt oder lieber eine Sciencefiction-Serie, die von Woche zu Woche bedrückender wird und in der man gar nicht mehr geradeaus sehen kann, weil überall Explosionen stattfinden und Leichen durch die Gegend fliegen? Sollten Sie sich fürs Letztere entscheiden: Sie wissen doch wie schlimm Krieg ist, sie wissen doch, wie grausam Krieg ist - warum das, was Sie wissen, immer wieder in Sciencefiction bestätigt haben wollen? Warum dieser Drang nach Gewalt? Sind Sie gar gewaltgeil? Dann sollten Sie aber dringend zum Psychologen gehen anstatt Serien als naiv oder gar eindimensional zu beschimpfen, nur weil sie optimistischer und anspruchsvoller daherkommen UND nicht von Krieg handeln!
Gemeinsamkeiten
In beiden Episoden laufen die "Raumschiff Voyager"-Darsteller zur absoluten Höchstform auf und zeigen, dass diese zu den besten "Star Trek"-Schauspielern gehören. Sei es Robert Picardo, der den Doktor in "Verborgene Bilder" fesselnd verkörpert, oder Kate Mulgrew, die als Queen Aracnia in "Chaoticas Braut" für Lachkrämpfe sorgt - "Raumschiff Voyager" hat nicht nur mehrdimensionale Charaktere, sondern auch multitalentierte Schauspieler!
Was beide Episoden - und natürlich die gesamte Serie - auch auszeichnet, ist die Einhaltung des Short-Story-Stils. Das heißt, die Episoden beginnen möglichst im Geschehen ohne lange Einführung. In einer Kontinuitätsserie würde die triviale Einführung mit dazugehörigen Trivialitäten in der einen Episode stattfinden und das tatsächliche Geschehen in der anderen - und schon sparen sich die Autoren die Mühe für eine Episode. Nur ein Narr könnte solch ein Kontinuitätskonzept begrüßen, das das Triviale vorzieht, was der Zuschauer sich ohnehin denken kann. Wie oft erwähnt, haben solche Narren kein eigenes Leben, sondern suchen im TV einen kontinuierlichen Ersatz und dazugehört, dass sie alle tivialen Ereignisse auch im TV sehen möchten. Leider wird das TV dadurch ein Stück trivialer. Anders geht es glücklicherweise bei "Raumschiff Voyager" zu. Nach einer kurzen Einführung - meist im Teaser - findet sich der Zuschauer im Hauptgeschehen wieder und findet sich umgehend mit dem Thema der Episode konfrontiert.
Die "Raumschiff Voyager"-Basher würden nun kritisieren: Weltraumphänomen der Woche! Alien der Woche! Und wenn den bemitleidenswerten Basher-Kreaturen nichts mehr einfällt, kommen sie mit der "Kritik": Kleine Fehler in der Logik! Janeways Frisur! etc -
Und? Wo ist das Problem bitte? Solange die Geschichte stimmt, solange die Dinger der Woche eine starke Geschichte ermöglichen - wo ist das Problem? Und ist es nicht nur logisch, dass ein Schiff wie die "Voyager", die aufgrund ihrer Heimreise sich nie irgendwo lange aufhalten kann, jede Woche auf ein neues Weltraumphänomen und eine neue Alien-Rasse trifft? Was soll das überhaupt für ein komischer Vorwurf sein? Genau so kann man ja kommen und sagen und fragen - der Weltraum ist groß; warum NICHT jede Woche ein neues Weltraumphänomen, warum NICHT jede Woche eine neue Alien-Rasse? Das ist doch nur "realistisch"! *winke winke*
Und wenn man sich über jeden Logikfehler aufregt und Janeways Frisur als Anlass sieht, die Episode zu verreißen - was die meisten "Raumschiff Voyager"-Basher tun - dann muss man kein Psychologe sein, um zu wissen, dass diese komischen Leute nicht alle Tassen im Schrank haben. Dass diese erbärmlichen Leute kein eigenes Leben haben und sich stattdessen über jeden Logikfehler im Fernsehen (Widerspruch in sich) aufregen müssen. Sollte ein normaler Mensch mit normaler Psychologie sich nicht auf die eigentliche Geschichte konzentrieren? Was interessiert ihn, dass z.B. der Torpedo A das Ziel B nicht im Winkel C treffen kann? Was hat das bitte mit der eigentlichen Geschichte zu tun? Wer soetwas als Vorwurf nehmen kann, der weiß schlicht nicht mehr, was er an der Serie noch kritisieren sollte. Und da die meisten "Raumschiff Voyager"-Basher eh nie wissen, was sie da kritisieren, sollte man diese minderwertigen Geschöpfe lieber ignorieren!
Hauptsache man kommt ohne Umweg auf ein Thema so schnell wie möglich zu sprechen. So soll es sein. In der Kürze liegt nachwievor die Würze!
Fazit
Ein absolutes Highlight-Wochenende in Sachen "Star Trek" steht bevor. Wo "Verborgene Bilder" die Zuschauer auf raffinierte Art und Weise zum Denken anregt, bringt "Chaoticas Braut" die Zuschauer auf geniale Art und Weise zum Lachen. Beide Episoden demonstrieren das starke Einzelepisodenkonzept von "Raumschiff Voyager", die spätestens mit diesen beiden Episoden endgültig in den Sciencefiction-Olymp aufgestiegen ist. Ignorieren Sie "Raumschiff Voyager"-Kritiker, irgnorieren Sie Action-Knaben, denn diese gelten nun als ... tot! Note 1+ für beide Episoden.
Infos
Sat.1 - 07.02.2004, 17:00 Uhr: Wiederholung von "Verborgene Bilder", 105. Episode (5. Staffel) der Serie "Raumschiff Voyager", Sciencefiction, USA 1999
Sat.1 - 08.02.2004, 17:00 Uhr: Wiederholung von "Chaoticas Braut", 106. Episode (5. Staffel) der Serie "Raumschiff Voyager", Sciencefiction, USA 1999
(sl); STVC-Meldung vom 07.02.2004; Quelle:
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