Vor 125 Jahren wurde ein Mann geboren, dessen Erkenntnisse auch heute noch essentiell für unser Weltbild sowie für das Verständnis unseres Daseins sind. Charles Darwin veränderte mit seiner Evolutionstheorie die Denkweise der Menschen seiner Zeit und auch heute noch, zum Jahrestag seiner Geburt, können wir von ihm und seinen Theorien lernen.
Für lange Zeit in der Geschichte dachten die Menschen, der Himmel verändere sich nicht und das Leben sei, wie es schon immer war und auch in Zukunft immer sein wird.
Viele glaubten, die Erde sei der Mittelpunkt des Universums und dass der Mensch auf eine bestimmte Weise alle anderen Kreaturen überrage.
Dann fand vor 400 Jahren die kopernikanische Revolution statt und rückte die Erde vom Mittelpunkt des Universums in ihre wahre Position zu den übrigen Planeten in unserem Sonnensystem. Etwa 250 Jahre später fand eine weitere Revolution statt, als Charles Darwin die Beziehung zwischen der Menschheit und allen anderen Lebewesen auf der Erde neu definierte.
Diese beiden Revolutionen ähneln sich in der Weise, wie sie die Weltanschauung der Menschen veränderte und sie ähneln sich auch darin, wie sie uns heute ein besseres Verständnis bei der Frage nach unseren Anfängen und unserer Zukunft liefern.
Wir wissen, dass alle Dinge sich wandeln. In viereinhalb Milliarden Jahren wandelte sich die Erde von einem heißen, trockenen, mit Kratern bedeckten Felsen zu einer von Lebewesen besiedelten und mit großen Teilen von Ozeanen bedeckten Welt.
Wir wissen auch, dass die meisten Lebewesen, die auf der Erde lebten, ausgestorben sind. Diese Art und Weise, wie sich das Leben verändert, neue Arten hervorbringt, während andere verschwinden, macht nur dank Darwin und seiner Evolutionstheorie Sinn.
Eine Betrachtung, wie sich Dinge im Laufe der Zeiten wandeln, kann auch in der Astronomie hilfreich sein.
Wenn wir über die Erde hinaus tief ins Weltall blicken, dann werfen wir einen Blick in die Geschichte und wir sehen, dass sich das Universum und sein Inhalt im Laufe der Zeit wandeln.
Das Universum von vor 13,7 Milliarden Jahren kannte keine Sterne, keine Planeten und kein Leben jeglicher Art. Das Universum von damals war schlicht und bestand lediglich aus Helium und Wasserstoff. Irgendwann fielen langsam Wolken aus diesen beiden Gasen in sich zusammen und formten die ersten Sterne, die Evolution des Universums begann.
Die Sterne kann man also, wie man sieht, mit Kernkraftwerken vergleichen, die kleinere Atome zu größeren fusionieren. Hauptsächlich verwandelt sich Wasserstoff zu Helium, wobei während des Vorganges Energie freigesetzt wird, deren Ausstrahlung der gravimetrischen Kraft des Gestirns entgegenwirkt und so den Stern vom Kollabieren bewahrt. Sterne mit einer größeren Masse können größere Atome bilden, wie zum Beispiel Kohlenstoff oder Stickstoff.
Schließlich hat ein Stern irgendwann einmal nicht mehr genug Fusionsmaterial, um den Vorgang der Kernverschmelzung weiter zu betreiben und stirbt. Während dieses Sterbevorgangs dehnt sich der Stern aus, manchmal in einer spektakulären Explosion, und schleudert Teile seiner Masse ins Weltall. Die Überreste, die beim Tod des Gestirns freigesetzt werden, unterscheiden sich von dem Material, aus dem der Stern bei seiner Geburt entstanden ist. Das ausgestoßene Material ist reichhaltiger an schwereren Elementen.
Neue Generationen von Sternen formten sich aus den weiterentwickelten Überresten der alten Sterne, die Zusammensetzung des Universums beginnt sich zu wandeln. Felsige Planeten entstehen. Einfache Moleküle wie Wasser bilden sich und sammeln sich an der Oberfläche dieser Planeten.
Die Erde entstand nach acht Milliarden Jahren und nach dem Tod unzähliger Sterne. Auf unserem noch jungen, felsigen Planeten fanden interessante chemische Entwicklungen statt. Wissenschaftler diskutieren untereinander über den Ursprung des Lebens auf der Erde. Die genaue Entstehungsweise und der genaue Ort dieser "Wiege des Lebens" auf der Erde bleiben vorerst ein ungelöstes Rätsel.
Wir wissen jedoch, dass die Entwicklung mit der Geburt des Universums selbst begann und durch die Fusionsfeuer im Herzen majestätischer Sterne führte.
Wie Carl Sagan sagte, sind wir aus "dem Stoff, aus dem Sterne gemacht sind". Wir sind das Ergebnis einer kosmischen Evolution. Die Erde stellt keine besondere Ausnahme dar. Die physiologischen und chemischen Abläufe, die hier auftraten, können überall im Universum ablaufen.
Das moderne Verständnis für die Entwicklung der astronomischen und biologischen Evolution lässt SETI-Astronomen mit großem Optimismus in die Zukunft sehen. Wenn sich intelligentes Leben hier entwickelte, so kann es sich auch überall sonst im Universum entwickeln. (...)
Heute ist der 195. Jahrestag von Charles Darwins Geburtstag. Von uns allen, die menschliche Reisen der Forschung in das Weltall ermöglichen oder mit Interesse verfolgen, herzlichen Glückwunsch, Charles!
(ss); STVC-Meldung vom 12.02.2004; Quelle: Space.com
[993 Aufrufe; 0 Kommentare] Vorherige News: [Erste Details zur 2. Staffel von "Raumschiff Voyager" auf DVD] Nächste News: ["Star Trek" für vier "Saturn Awards" nominiert]

