Zufällig entdeckten Röntgenteleskope diese Woche spektakuläre Bilder eines Sternes, der gerade von dem starken Gravitationsfeld eines schwarzen Loches zerrissen wurde. Seine Reste flammten zu einem gigantischen Röntgenfeuer auf.
Mit Hilfe der Röntgenteleskope der Raumfahrtagenturen "NASA" und "ESA", gelang es den Wissenschaftlern erstmals zu verfolgen, wie ein Schwarzes Loch einen Stern teilweise zerstörte und verschluckte.
Die Beobachtung des astronomischen Ereignisses sei ein Zufallstreffer gewesen, berichtete Eugen Hintsches von der Max-Planck-Gesellschaft. "Wir konnten das Schwarze Loch direkt bei seiner Arbeit beobachten."
Die Forscher rekonstruieren das Schicksal des verschlungenen Sternes folgendermaßen:
Der Stern, der in etwa die Größe unserer Sonne besaß, sei von einem anderen Himmelskörper aus seiner Bahn geworfen worden und kam daraufhin dem Schwarzen Loch zu nahe.
Die starken Gravitationskräfte des Schwarzen Lochs wirkten nun den enormen Fliehkräften des Sternes entgegen, wodurch der Himmelskörper zunächst verzerrt und schließlich endgültig zerrissen wurde. Eine Animation zu dem Vorgang finden Sie
Beim Einströmen in das Schwarze Loch hätten sich demnach die Überreste des Sternes stark aufgeheizt, was auf der Erde durch erhöhte Röntgenstrahlung in der Erd-Satellitenumlaufbahn nachgewiesen werden konnte.
Dieses Phänomen beweist, dass sich im Zentrum der Galaxie "RXJ1 242-11" ein Schwarzes Loch befindet, obwohl diese zuvor als ein relativ unauffälliges Himmelsobjekt von Forschern eingestuft wurde.
Möglicherweise säße im Zentrum jeder Galaxie ein Schwarzes Loch, vermutete Hintsches. Diese seinen jedoch nur zu entdecken, wenn ihnen ein Stern zu nahe käme und durch das Schwarze Loch zerstört würde.
In ihren Theorien seien die Astrophysiker schon lange davon ausgegangen, dass Schwarze Löcher nicht nur in vereinzelten Galaxien zu finden seien.
Die jetzige Beobachtung sei jedoch ein erster klarer Nachweis, dass derartige Prozesse tatsächlich in der Natur vorkämen. Offenbar scheint es im Universum viel mehr Schwarze Löcher zu geben als bisher angenommen.
Schwarze Löcher sind dabei selbst Überreste von alten Sternen, die am Ende ihres Lebens kollabierten. Ist die Masse eines Sternes etwa zehn mal so groß wie die unserer Sonne, so kommt es zu einer Super-Nova, einer riesigen Explosion, bei welcher der Stern das meiste seiner Materie wegsprengt. Übrig bleibt nur ein sehr kleiner, sehr dichter Kern aus Neutronen, so dicht, dass eine Milliarde Tonnen davon in einen Eierbecher passen würden.
Wenn die Masse des ursprünglichen Sternes jedoch noch größer ist, kann der Stern nicht einmal mehr als Supernova explodieren. Er wird weiter schrumpfen, bis er eine so große Gravitationskraft aufweist, dass nicht einmal mehr Licht von ihm entkommen kann. Er ist zu einem Schwarzen Loch geworden.
(ss); STVC-Meldung vom 20.02.2004; Quelle: Spiegel Online
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