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"Rosetta" startete erfolgreich und setzte Sonnensegel

Aufatmen unter den "ESA"-Wissenschaftlern: Der dritte Startversuch war erfolgreich. Die Sonde "Rosetta" hat sich an Bord einer "Ariane-5"-Rakete vom Weltraumbahnhof auf Französisch-Guayana mit einem Bilderbuchstart auf ihren zehnjährigen Flug zum Zielkometen begeben.

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"Rosetta"-Start in eine Zehn-Jahres-Mission

Als um 08:17 Uhr deutscher Zeit die Raketen der "Ariane-5" zündeten, war es in Kourou noch tiefste Nacht. Ein gewaltiger Feuerschwall hüllte den Startplatz sekundenlang ein. Sieben Sekunden später erhob sich die "Ariane" mit der drei Tonnen schweren Sonde an Bord in den Himmel. Schon nach kurzer Zeit war sie so hoch, dass sie nicht mehr mit bloßem Auge beobachtet werden konnte.

"Der erste Schritt ist gemacht. Das ist ein sehr, sehr gutes Gefühl", freute sich Flugdirektor Manfred Warhaut.

Die seitlichen Feststoffraketen wurden nach zweieinhalb Minuten abgetrennt und fielen in den Atlantik. Als sich nach acht Minuten die Oberstufe von der Hauptstufe trennte, hatte die Rakete bereits eine Höhe von über 100 Kilometern erreicht.

Während des Starts herrschte im Kontrollzentrum eine besonders große Anspannung, da der Jungfernflug der neu entwickelten "Ariane-5-Plus" vor anderthalb Jahren gescheitert war. Damals war die Rakete kurz nach dem Start von ihrer Flugbahn abgekommen und musste gesprengt werden.

Wäre jetzt etwas Ähnliches passiert, hätten sich allein von den "Rosetta"-Kosten über eine Milliarde Euro in Rauch und Staub aufgelöst. Erst als "Rosetta" zwei Stunden später, sich bereits im All befindend, ihre Sonnensegel setzte, knallten in Kourou die Sektkorken.

Da man bei der ESA keinerlei Risiken eingehen wollte, war der Start schon zweimal kurzfristig verlegt worden. Der Startversuch am Donnerstag war wegen starken Höhenwinden abgesagt worden. Am Freitag verhinderte ein Schaden an der Wärmeisolierung den Start.

Nun aber ist "Rosetta" auf dem Weg zu dem Kometen "Churyumov-Gerasimenko". Im Jahre 2014 soll die Sonde den Kometen erreichen, in eine Umlaufbahn schwenken und das Landegerät "Philae" auf der Oberfläche absetzen. Die Sonde wird auf der Oberfläche einige Experimente durchführen, von welchen sich Forscher Erkenntnisse über die Ursprünge des Sonnensystems erhoffen.

Da der Komet nur drei bis fünf Kilometer breit ist und kaum Schwerkraft hat, ist es eine besondere Herausforderung für die Forscher, eine Sonde auf dessen Oberfläche abzusetzen.

Erst als der russische Astronom Klim Tschurjumow 1969 Fotos des Kometen "Comas Sola" untersuchte, wurde der Komet entdeckt. Der Schweifstern hat in etwa die Form eines Rugbyballs. In den vergangenen Jahren wurde er vom "Hubble"-Teleskop intensiv beobachtet.

Diese Untersuchungen ergaben, dass er sich innerhalb von 12 Stunden einmal um sich selbst dreht. Für einen Umlauf um die Sonne benötigt "Tschurjumow-Gerasimenko" ungefähr 6,6 Erdenjahre. Da die Bahn extrem elliptisch ist, wechselt der Abstand zur Sonne zwischen 194 und 858 Millionen Kilometern.

Als sich vor 4,5 Milliarden Jahren die Planeten bildeten, entstanden auch die Kometen. Sie bestehen vorwiegend aus Eis und Staub, doch in ihrem Inneren werden komplexe Moleküle vermutet. So brachte möglicherweise ein Komet mit solchen Molekülen die Grundlage für die Entstehung des Lebens auf die Erde.

"Eine der aufregendsten Missionen in der Geschichte der Raumfahrt hat begonnen. Mit "Rosetta" wird es uns gelingen, Fragen zu beantworten, die sich die Menschheit schon seit Jahrhunderten stellt",

glaubt ESA-Expertin Rita Schulz, eine der führenden, an dem Projekt beteiligten Wissenschaftler.

Nach den Erfolgen von "Mars Express" und dem geglückten Start der Mondsonde "Smart-1" herrscht bei der ESA nun zum dritten Mal innerhalb eines Jahres große Freude. Auch die Mitarbeiter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR in Köln-Pforz und des Raumfahrtkonzerns EADS mit Niederlassungen in Bremen und Friedrichshafen können auftamen.

Bei EADS wurde die Oberstufe der "Ariane" und federführend innerhalb eines internationalen Konsortiums - "Rosetta" selbst konstruiert. Wesentliche Teile des Landers "Philae" wurden in Köln entwickelt. Deshalb ist dort auch das Kontrollzentrum, welches die für 2014 geplante Landung auf dem Kometen vorbereiten und betreuen wird.

Für weitere Informationen über den Start klicken Sie bitte http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltraum/0,1518,288713,00.html. Die ESA-Seite der "Rosetta"-Mission finden Sie http://www.esa.int/export/SPECIALS/Rosetta/index.html.

(mb); STVC-Meldung vom 02.03.2004; Quelle: Spiegel Online [1097 Aufrufe; 0 Kommentare]

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