Europas Raumtransportfähre hat ihre ersten Rolltests auf der Erde absolviert. Der verkleinerte Prototyp "Phoenix" steuerte automatisch über die Landebahn. Die unbemannte Fähre soll Lasten kostengünstig ins All transportieren und wie ein Flugzeug landen.
Der Prototyp eines europäischen unbemannten Raumtransportes "Phoenix" bestand heute die ersten aufwendigen Rollversuche auf einer Landebahn in Bremen. Dies teilte der Raumfahrtkonzern "EADS Space Transportation" mit. Das sieben Meter lange und 1200 Kilogramm schwere Fluggerät gilt als Vorläufer für den Raumtransporter "Hopper", welcher als wiederverwendbare und preisgünstige Alternative zu Einweg-Trägerraketen geplant wird.
Bei den Tests wurde "Phoenix" von einem Schleppfahrzeug beschleunigt und bis zu fünf Meter von der Mitte der Landebahn entfernt ausgekoppelt. Bei Rollgeschwindigkeiten zwischen 30 und 150 Stundenkilometern musste die Fähre den Kurs mit Hilfe eines internen Navigationscomputers auf der Basis von GPS-Positionsdaten selbst ermitteln. Projektleiter Peter Kyr sagte:
Als Nächstes muss "Phoenix" beweisen, dass er auch fliegen kann. Bei den im Mai in Schweden angesetzten Tests wird der Gleiter von einem Hubschrauber in eine Höhe von 2.400 Metern gebracht. Dort abgeworfen soll er nach freiem Fall in den Segelflug übergehen und letztendlich auf der Erde aufsetzen.
Eines Tages wird der Raumgleiter ähnlich wie ein Flugzeug starten und landen. Den nötigen Schub soll die Fähre beim Start von einem Magnetschlitten bekommen, welcher sie beschleunigt. Sobald sie die benötigte Geschwindigkeit erreicht hat, wird sie von dem Schlitten abgekoppelt.
Derzeit kostet der Transport von einem Kilogramm Nutzlast ins All 15.000 bis 20.000 US-Dollar, so "EADS"-Sprecher Matthias Spude. Mit der Technologie des "Hoppers" ließen sich diese Kosten halbieren. Im Jahre 2020 könnte der Gleiter Einsatzbereit sein. Vorausgesetzt natürlich, dass sich die europäische Raumfahrtbehörde ESA für dieses Konzept entscheidet.
Als Weiterentwicklung wäre eine bemannte Version des "Hoppers" denkbar, welche ähnlich wie die amerikanischen Space Shuttles funktioniert.
Nach eigenen Angaben investierte EDAS bislang 8,2 Millionen Euro in das Projekt. Das Land Bremen beteiligte sich mit 4,3 Millionen Euro. Ingesamt sind 16 Millionen Euro vorgesehen.
(mb); STVC-Meldung vom 06.03.2004; Quelle: Spiegel Online
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