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Hüpfball soll den Mars erforschen

Die NASA hat den Roboter "Tumbleweed" erfolgreich getestet. "Tumbleweed" zu deutsch "Steppenläufer" sieht wie ein überdimensionaler Strandball aus. Vom Wind getrieben, rollte er 70 Kilometer durch die Eiswüsten der Antarktis. Eines Tages soll er die Pole unseres Roten Nachbarn erkunden.

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"Tumbleweed", ein Forschungsball im ewigen Eis.

Die NASA entwickelt einen neuen Roboter. Die Idee dazu ergab sich aus einem Unfall. In der "Mojave"-Wüste testeten NASA-Techniker einen Prototypen für den Mars-Rover, welcher mit kugelförmigen Rädern ausgestattet war. Eines der Räder löste sich und raste auf einmal vom Wind getrieben über den Wüstenboden. Mit einem zufällig vorbeikommenden Geländewagen gelang es einem NASA-Techniker das Rad wieder einzufangen.

"Das gab den Ausschlag", freute sich "NASA"-Forscher Jack Jones. "Wenn wir diese Dinger groß genug machen, dachten wir uns, kann sie nichts aufhalten".

So entstand die Idee für das rollende Labor "Tumbleweed". In dessen Innerem verteilt eine Umluftpumpe die Wärme der elektronischen Messgeräte. So herrschen dort keine eisigen Minustemperaturen, sondern angenehme 30 Grad über Null. Der Ball misst Außentemperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit sowie Lichtintensität. Per Satellitensystem funkt er diese Daten und seine aktuelle Position an die Basisstation zurück.

"Tumbleweed" wurde nun in der Antarktis einem ersten Härtetest unterzogen. Bei dem Test wurde der ballförmige Roboter bei einer durchschnittlichen Außentemperatur von minus 30 Grad vom Wind übers Eis geblasen. Irgendwann einmal soll er über die Polkappen des Mars rollen.

Der Prototyp rollte im Schnitt mit sechs Stundenkilometern über das Eis, blieb aber oft auch liegen. Doch selbst wenn die Ruhezeiten einberechnet werden, bewegte sich das rollende Labor mit durchschnittlichen 1,3 Stundenkilometern. "Spirit" und "Opportunity" schaffen gerade mal 0,05 Stundenkilometer, sind dafür steuerbar und nicht nur von den Launen des Windes abhängig.

Die Schnelligkeit ist nicht der einzigste Vorzug des Steppenläufers. Die elastische Kugel ist ihr eigener Fallschirm und Airbag. Da der Ball einen hohen Luftwiederstand hat, würde der Aufprall auf den Planeten gedämpft werden. "Spirit" und "Opportunity" mussten extra einen Airbag mitnehmen.

Die "Tumbleweed"-Version, die irgendwann auf den Mars geschickt werden soll, wird größer sein als der gerade getestete Prototyp. Damit er auch Bodenproben nehmen kann, wird sich in dessen Innerem auch ein Bohrer verbergen. Dazu müsste das Mars-Labor anhalten können. Damit dies ermöglicht wird, wird es Luft ablassen können. Aus einer Öffnung an der entlüfteten Unterseite sollen dann Instrumente und Bohrer den Marsboden untersuchen.

Die meisten Unebenheiten der Mars-Wüsten werden dem sechs Meter hohen Wüstenläufer keine großen Probleme bereiten. Allein von der Kraft des Windes angetrieben, soll er auch Steigungen bis zu 25 Grad erklimmen können. 99,9% der Marsoberfläche stünden "Tumbleweed" so theoretisch offen.

Um eine größere Zeichnung von "Tumbleweed" zu sehen, klicken Sie bitte http://robotics.jpl.nasa.gov/~behar/southpoletw_files/twexploded.jpg. Mehr englische - Informationen zum Thema "Tumbleweed" finden Sie http://robotics.jpl.nasa.gov/~behar/southpoletw.htm.

(mb); STVC-Meldung vom 08.03.2004; Quelle: Spiegel Online [1064 Aufrufe; 0 Kommentare]

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