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Schwarze Löcher erinnern sich an ihre Opfer

Im Februar 1997 einigten sich die drei Top-Physiker Stephen Hawking, Kip Thorne und John Preskill auf eine Wette. In der Wette ging es darum, ob Schwarze Löcher alle Informationen über das Material, das ihnen zum Opfer fällt, vernichten. Jetzt sieht es so aus, als hätten Hawking und Thorne die Wette verloren.

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Stephen Hawkings: Wette verloren

Stephen Hawking und Kip Thorne hatten gewettet, dass Schwarze Löcher rein gar nichts nicht einmal Information wieder hergeben, wenn sie es sich einmal einverleibt haben. Ihr Kollege John Preskill glaubte aber, nach den Grundsätzen der Quantentheorie - dass die Information, die ein Schwarzes Loch verschluckt, erhalten bleibt.

Ein Forscherteam um Samir Mathur von der "Ohio State University" hat komplizierte Gleichungen entwickelt, welche belegen sollen, dass Schwarze Löcher nicht die großen Gleichmacher sind, für die sie bisher gehalten wurden.

Nach den Beschreibungen des Forscherteam erinnert ein Schwarzes Loch eher an ein Wollknäuel als an eine homogene, superschwere Kugel. Die klassische Beschreibung beinhaltet ein Paradoxon: Jede Art von Materie, welche den Ereignishorizont des kosmischen Staubsaugers passiert hat, ist unwiderruflich verloren.

Nach der Quantentheorie gibt es aber das Grundprinzip der Reversibilität: Zumindest rein theoretisch müsste sich jeder physikalischer Vorgang auf einen vorangegangenen Zustand zurückberechnen lassen. Hawking und Thorne meinten 1997, dass diese fundamentale Regel jedoch nicht für Schwarze Löcher gelte.

Die String-Theorie, auf welcher die neue Lösung für das Problem basiert, besagt, dass die Grundbausteine des Universums Protonen, Neutronen und Elektronen aus ultradünnen Fäden, Strings genannt, basieren.

Mathur und sein Team belegen, dass Strings, die von einem Schwarzen Loch verschlungen werden, ihre ursprünglichen Eigenschaften beibehalten. So wäre die komplette Information über die verschlungene Materie noch innerhalb des Schwarzen Loches erhalten. Die von Hawking und Thorne vorausgesagte Informationsvernichtung findet laut Mathur nicht statt.

Mathur selbst ist von den Ergebnissen seiner Arbeit nicht überrascht:

"Ich glaube, dass die meisten Leute sich 1995, als die String-Theorie bekannt wurde, von der Idee verabschiedet haben, dass Information zerstört werden könnte. Bis jetzt hat es bloß keiner geschafft, zu beweisen, dass Information überlebt".

(mb); STVC-Meldung vom 10.03.2004; Quelle: Spiegel Online [1263 Aufrufe; 0 Kommentare]

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