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Sauerländer wollen Bushs Mondstation verhindern

Muss George W. Bush im Sauerland um Erlaubnis fragen, wenn er auf dem Mond eine Station bauen lassen will? 1200 Leser eines Anzeigenblattes des westfälischen Hügellandes glauben: ja. Sie hatten vor drei Jahren Mondgrundstücke für 30 Mark pro Parzelle gekauft und fühlen sich nun betrogen.

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NASA-Vision einer Mondstation

Torsten-Eric Sendler, Chefredakteur des "Sauerland-Kurier" meinte:

"Damals war das ein Party-Gag. Die Leute haben sich ein Mondgrundstück geschenkt, wie man ja auch eine Zeit lang Sterne verschenkt hat".

Nachdem US-Präsident George W. Bush seine Pläne für den Bau einer Mondstation veröffentlichte, beriefen sich die Sauerländer auf ihre Urkunden.

Viele besorgte Leser riefen bei der "Sauerland-Kurier" an. Das Anzeigenblatt forderte dazu auf, Protestbriefe an den US-Präsidenten zu schreiben.

"Wir haben heute mehr als 60 Briefe ans Weiße Haus geschickt", so Sendler.

In diesen Briefen warnten manche Leser die Amerikaner davor, ihre Mondgrundstücke mit Weltraumschrott zu verschmutzen, andere sprachen gar ein striktes Betretungsverbot aus.

Damals sei alles rechtlich in Ordnung gewesen, so Sendler. Dennis Hope, mit dem der "Sauerland-Kurier" zusammengearbeitet habe, hatte die Verkaufsrechte der Grundstücke von der US-Regierung übertragen bekommen. Auch heute gibt es noch deutsche Unternehmer, die mit Hope zusammenarbeiten, um Parzellen auf dem Mond zu veräußern. Einer davon ist die "Astrox GmbH" von Holger Czajka, welche nach eigenen Angaben bereits 10.000 Grundstücke verkauft hat.

Der in Nevada lebende Hope hatte sich 1980 im Grundbuchamt des kalifornischen San Franciscos als Eigentümer des Erdtrabanten, der Venus, des Mars und des Jupiters sowie aller anderen Sonnensystem-Planeten und deren Monde registrieren lassen. Nebenbei sicherte sich Hope das Copyright für die Besitzurkunden, welche die Grundstücksverkäufer von ihm erhielten.

Zu den zweieinhalb Millionen Besitzern eines Mondgrundstückes, die es laut Hope gibt, gehören auch etliche Prominente wie die Schauspieler Nicole Kidman, Meg Ryan, Tom Hanks und Tome Cruise sowie zwei Ex-Präsidenten und rund 25 Kongressabgeordnete.

Die Nutzung des Weltraums ist seit 1967 in einem UNO-Abkommen der so genannten "Outer Space Treaty" geregelt. Darin heißt es, dass das All und sämtliche Himmelskörper für alle Nationen da sei. Obwohl Privatpersonen nicht ausdrücklich genannt werden, sind sich die meisten Juristen einig: Wenn ein Staat keine Rechte geltend machen kann, können es seine Bürger auch nicht.

Für weitere Informationen zu der "Outer Space Treaty" klicken Sie bitte http://www.oosa.unvienna.org/SpaceLaw/outerspt.html.

(mb); STVC-Meldung vom 14.03.2004; Quelle: Spiegel Online [1967 Aufrufe; 0 Kommentare]

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