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Planet oder nicht? Riesenkugel hinter Pluto entdeckt

Am Montagabend gaben Wissenschaftler ihre Erkenntnisse über einen neu entdeckten Himmelskörper unseres Sonnensystems jenseits des Plutos bekannt. Noch ist man sich nicht einig, ob dieses Objekt als ein Plantet zu werten ist oder nicht.

Titelgrafik zur News
NASA Grafik von Sedna im Kuiper Gürtel

Der neu entdeckte, vorerst als Planetoid kategorisierte Himmelskörper wurde von US-Astronomen nach der Meeresgöttin der Inuit, "Sedna", genannt. In Washington gaben die Forscher des "California Institute of Technology" am Montagabend ihre bisherigen Erkenntnisse über das Objekt bekannt:

"Sedna" scheint zur einen Hälfte aus Eis zu bestehen, während die andere aus einem rötlichen Gestein ist. Der Planetoid ist mit 1.700 Kilometern Durchmesser kleiner als unser Mond. Nach aktuellen Informationen ist "Sedna" das am weitesten entfernte Objekt unseres Sonnensystems.

Rund 13 Milliarden Kilometer trennen "Sedna" von der Erde. Damit ist er dreimal weiter weg als der Pluto, welcher seit seiner Entdeckung 1930 als der fernste Himmelskörper unseres Sonnensystems galt. Mike Brown, Leiter des Forschungsteams erklärt:

"Auf "Sedna" erscheint die Sonne so klein, dass man sie mit einem Stecknadelkopf vollständig verdecken könnte".

Da "Sedna" sehr weit von der Sonne entfernt ist, herrschen auf dem Himmelkörper Temperaturen von 240 Grad unter Null. Da die Umlaufbahn stark elliptisch ist, wird es manchmal sogar noch kälter. Der größte Abstand zur Sonne beträgt 130 Milliarden Kilometer. Ein Sedna-Jahr dauert 10.500 Erdjahre.

Bisher ist der Ursprung von "Sedna" unbekannt: Vielleicht entstammt er dem Kuiper-Gürtel. Der nach dem US-Astronomen Gerard Kuiper benannte Gürtel besteht aus eisigen Planetoiden, welche jenseits des Jupiters ihre Bahn um die Sonne ziehen. Aus diesem Gürtel sind bisher 400 Objekte bekannt. Man nimmt von ihnen an, dass sie bei der Geburt unseres Sonnensystems übrig geblieben sind.

Alternativ könnte "Sedna" aber auch das erste gefundene Objekt aus der sogenannten Oortschen Wolke sein. Die Oortsche Wolke ist Astronomen zufolge eine Ansammlung kleiner, aus Eis bestehender, Objekte und umschließt das Sonnensystem wie eine Schale. Sie gilt als Ursprungsort der Kometen. Bislang ist ihre Existenz jedoch reine Theorie.

Schon Mitte November wurde "Sedna" von Brown und dessen Kollegen Chad Trujillo vom Gemini-Observatorium auf Hawaii und David Rabinowitz von der "Yale"-Universität entdeckt. Sie konnten mit Hilfe des "Palomar"-Observatoriums bei San Diego den Himmelskörper aufspüren. Binnen weniger Tage richteten weltweit Astronomen ihre Teleskope auf den Planteten-Kanditaten, auch das erst kürzlich ins All geschossene "Spitzer Space Telescope".

Laut Rabinowitz gibt es Hinweise darauf, dass "Sedna" über einen eigenen Mond verfügt. Die Forscher hoffen, dass das "Hubble Space Telescope" darüber Klarheit schaffen wird.

Durch die Entdeckung wird die Debatte darüber, was einen Planeten nun eigentlich ausmacht, wieder angeheizt werden. Einige Wissenschaftler sind der Meinung, dass Pluto kein Planet, sondern nur ein Objekt aus dem Kuiper-Gürtel sei. Andere glauben jedoch, das Pluto ein Planet ist nach deren Kriterien müsste auch "Sedna" als vollwertiges Mitglied der Planetenfamilie anerkannt werden.

Unter http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltraum/0,1518,grossbild-338362-290810,00.html finden Sie erste Schnappschüsse von Sedna, sowie einen Größenvergleich von "Sedna", Pluto, Quaoar, unserem Mond und der Erde.

(mb); STVC-Meldung vom 16.03.2004; Quelle: Spiegel Online [1040 Aufrufe; 0 Kommentare]

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