Nach einer neuen Theorie rast permanent ein gigantischer Strahl dunkler Materie durch unsere Erde. Der Strahl jagt mit einer Geschwindigkeit von 300 Kilometern pro Sekunde durchs Weltall. Bald schon könnte es Forschern gelingen, die Existenz dieser mysteriösen Teilchen nachzuweisen.
Astronomen glauben heute, dass nur fünf Prozent unseres Universums aus sichtbarer Materie bestehen. Die restlichen 95% sollen "Dunkle Materie" und "Dunkle Energie" bilden (
Schon seit einigen Jahren vermutet man diese mysteriöse unsichtbare Masse, jedoch ist noch vollkommen unbekannt, wie sie zusammengesetzt ist. Vielleicht besteht sie aus Neutrinos. Genauso gut ist es möglich, dass sie aus "Wimps" schwach wechselwirkenden, aber massiven Teilchen besteht.
An der "University of Utah" glaubt man, Wimps nachweisen zu können. Den Schlüssel dazu soll ein bogenförmiger Schweif, welcher von der Zwerggalaxie "Sagittarius" in die Richtung unserer Galaxie zeigt, sein. Möglicherweise enthält er einen dicken Strom Wimps. Sagittarius wird derzeit von der Milchstraße regelrecht zerrissen und aufgefressen. Ein typischer Vorgang unter Galaxien, um zu wachsen.
Forscher schreiben im Fachmagazin "Physical Review Letters", dass dieser Strom mit einer Geschwindigkeit von 300 Kilometern pro Sekunde durch unser Sonnensystem (und damit auch durch die Erde) rast. Aber Mensch und Natur dürften nach derzeitigem Wissensstand keinen Schaden nehmen, da die Wimps und Neutrinos sich nahezu spurlos durch Materie hindurch bewegen.
Paolo Gondolo meint, da sich der Winkel des Stromes dunkler Materie im Verhältnis zur Erde während ihres Sonnenumlaufes ändert, sollten die Detektoren an bestimmten Punkten in der Umlaufbahn mehr Teilchen registrieren als an anderen Punkten. Gondolo glaubt, dass am 25. Mai das Maximum erreicht werde.
Auch aus der Milchstraße sollen neben dem angenommenen Strom aus der Sagittarius-Galaxie Wimps auf die Erde zurasen (allerdings mit einer geringeren mittleren Geschwindigkeit von 220 Kilometern pro Sekunde).
Bei den Messungen in Italien sollten beide Ströme ein eindeutiges Muster ergeben, so Gondolo. Wird tatsächlich so ein Muster gefunden, wäre die Existenz der Wimps bewiesen.
Am Dama-Detektor in Italien hat man bereits begonnen, die bisherigen Messungen auszuwerten, doch es wird wohl noch Monate dauern, bis erste Ergebnisse vorliegen.
(mb); STVC-Meldung vom 30.03.2004; Quelle: Spiegel Online
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