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Jugend der Milchstraße: 14.000 Sterne enthüllen das Chaos

Seit 250 Millionen Jahren geht es in unserer Milchstrasse sehr turbulent zu. Eine bislang einmalige 15-jährige Langzeitbeobachtung von 14.000 Himmelskörpern ergab, dass Spiralarme, Schwarze Löcher und interstellare Materie die Bewegung der Sterne beschleunigte.

Titelgrafik zur News
Milchstraße und Sonne: 14.000 Sterne vermessen

Während eines 15-jährigen Projektes machten die dänische Astronomin Birgitta Nordström und ihre Kollegen aus Schweden und der Schweiz in 1.000 Nächten mehr als 60.000 Spektralaufnahmen von 14.000 sonnenähnlichen Sternen der Typen F und G. Dabei verwendeten sie Teleskope in der französischen Provence, La Silla (Chile) und Cambridge (Massachusetts, USA) und fotografierten jeden Stern mindestens vier Mal.

Spiralarme, Schwarze Löcher, interstellare Materie und andere Objekte scheinen ersten Ergebnissen nach die Bewegungen der Sterne zu beschleunigen. Anscheinend war die Entwicklung der Milchstraße viel chaotischer und komplexer als bisher angenommen.

Aus den gewonnenen Informationen können die Astronomen das Alter der Sterne, deren Gehalt an schweren Elementen und vieles mehr ableiten. Es wurden viele Doppelsterne gefunden: Jedes dritte beobachtete Objekt hat einen engen Begleiter.

Von den beobachteten Sternen die meisten sind weniger als 500 Lichtjahre von der Erde entfernt existierten bisher nur Daten über ihre zweidimensionale Bewegung auf einer imaginären Himmelsscheibe, welche der europäische Satellit "Hipparcos" gesammelt hatte.

Nun wissen die Forscher auch, wie sich die Sterne räumlich in allen drei Dimensionen bewegt haben. Die fehlenden Informationen hatten sie der Spektralverschiebung entnommen, aus welcher sich die Geschwindigkeit jedes einzelnen Sternes entlang der Sichtlinie berechnen lässt. Nordström erklärte:

"Wir haben gerade erst mit der Auswertung begonnen, aber wir wissen, dass Forscherkollegen weltweit schon darauf warten, an der Interpretation der wertvollen Informationen mitzuwirken".

Die Astronomen erstellten eine Animation, welche die Bewegung der Objekte in den vergangenen 250 Millionen Jahren zeigt. Klicken Sie bitte
http://www.spiegel.de/img/0,1020,344298,00.gif, um die Animation zu sehen.

"Erstmals haben wir einen kompletten Satz beobachteter Sterne, der die Sternenpopulation der Milchstraße angemessen repräsentiert", meint Nordstöm. Die Daten reichten für eine exakte statistische Analyse aus.

Für weitere Informationen klicken Sie bitte http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltraum/0,1518,k-1088,00.html.

(mb); STVC-Meldung vom 11.04.2004; Quelle: Spiegel Online [992 Aufrufe; 0 Kommentare]

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