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Entmilitarisierung des Weltraums?

Der russische Präsident Putin plädierte am Montag für eine Entmilitarisierung des Weltraums, fügte aber trotzdem hinzu, dass Russland bereit sein müsse, militärische Schritte anderer Länder beantworten zu können.

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Erneutes Wettrüsten?

In einer an führende Weltraum-Spezialisten gerichteten Rede am "Cosmonauts Day", bei dem in Russland dem 43. Jahrestag von Juri Gagarins legendärem Flug ins All gedacht wird, rühmte Putin zudem die Errungenschaften der sowjetischen Raumfahrt und betonte, dass die Weltraumforschung weiterhin eine der Top-Prioritäten der Regierung bleibe.

"Ich möchte Sie wissen lassen, dass die Landesführung sehr genau versteht, dass die Erforschung des Weltalls eines der wichtigsten Aufgabenfelder ist", so Putin.

Das russische Weltraumprogramm, das zu Sowjetzeiten eine Quelle des Nationalstolzes war, musste seit dem Zusammenbruch der UdSSR 1991 harte Zeiten durchmachen.

Putin dankte dem Vorstand der Weltraumforscher dafür, das Prestige des Industriezweiges im letzten Jahrzehnt trotz des knappen Budgets gepflegt zu haben und betonte wie wichtig der Weltraum für die nationale Sicherheit sei.

"Die Raumfahrt ist nicht nur für die Lösung von landwirtschaftlichen- und Umweltproblemen wichtig, sondern sie ist auch essentiell für die Existenz unserer Nation als Gesamtheit", hob Putin hervor.

Dieses Statement von Präsident Putin folgte auf einen Test einer neuen, im Februar getesteten Pionierwaffe, die in der Lage sein soll, Raketen-Abwehr-Systeme, wie sie beispielsweise von den USA entwickelt werden, zu durchbrechen.

Putin und andere russische Regierungsmitglieder erklärten nach dem Test, dass die Entwicklung der neuen Waffen nicht gegen die USA gerichtet sei. Viele Beobachter sahen jedoch in ihnen die Antwort auf das amerikanische Raketen-Abwehr-System.

"Viele Jahre lang war der Weltraum Austragungsort für militärisch-politische Rivalitäten", sagte Putin am Montag. "Nun müssen wir alles tun, um den Weltraum zu entmilitarisieren und in einen Bereich der friedlichen Kooperation zu verwandeln".

Er fügte jedoch hinzu, dass trotz des russischen Drängens für eine friedliche Nutzung des Weltraums, dieser noch immer und wahrscheinlich auch weiterhin Austragungsort für das Wettrüsten sein wird.

"Wir werden uns bemühen, zu verhindern, dass der Weltraum zu einem Ort der politisch-militärischen Konfrontation wird, aber wir verstehen alle nur zu gut, dass diese Situation heute noch immer existiert und auch noch für eine sehr lange Zeit weiterhin bestehen wird", sagte Putin. "Wir beziehen dies in unsere Planungen mit ein und werden auch in Zukunft diesen Aspekt nicht außer Acht lassen".

Putin bezog sich dabei nicht auf ein bestimmtes Land oder ein bestimmtes Programm.

Nach Jahren des vehementen Protests reagierte Russland besonnen, als Washington 2002 ankündigte, sich aus dem antiballistischen Waffenabkommen zurückzuziehen und einen landesweiten Raketenschild zu installieren.

(ss); STVC-Meldung vom 13.04.2004; Quelle: Space.com [950 Aufrufe; 0 Kommentare]

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