Wenn sich Kometen der Sonne nähern, zeigen sie ihren Schweif. Nun wurden US-Astronomen Zeuge, wie ein junger, heißer Stern einen Kometen regelrecht in Dampf auflöste. Von dem durchs All rasenden kosmischen Eisklumpen blieben nur Gaswolken übrig.
Im Oktober und November beobachteten Astronomen von der "Penn State University" wie ein etwa 100 Kilometer großer Komet auf einen jungen sonnenähnlichen Stern fiel.
Wegen der dabei entstehenden Hitze verdampfte der hauptsächlich aus Eis bestehende Kometenkern und hinterließ Wolken aus Wasserstoff und Helium.
sagte Jian Ge von der "Penn State University". Das seltene Ereignis wurde mit dem neun Meter großen "Hobby-Eberly"-Teleskop im "McDonald Observatory" in Texas entdeckt.
Der Komet stürzte auf den mit 100.000 Jahren sehr jungen Stern "LkHalpha 234" (zum Vergleich: Unsere Sonne ist über vier Milliarden Jahre alt). Der Stern ist rund sechsmal so schwer wie unsere Sonne.
Eine Spektralanalyse des Sternenlichts, das 3.200 Jahre bis zur Erde unterwegs war, brachte den Beweis für den verdampften Kometen: Innerhalb von 10 Tagen im Oktober und November 2003 wurden 5 Messungen gemacht. Diese ergaben, dass das Sternenlicht plötzlich von Wasserstoff- und Heliumwolken absorbiert wurde.
Zuvor waren den Forschern Veränderungen bestimmter Natriumlinien aufgefallen. Der Astronom Abhijit Chakraborty erklärt:
Die Astronomen erhoffen sich von der weiteren Auswertung der Daten neue Erkenntnisse über die Entstehung von Planetensystemen. Möglicherweise werden solche Kometeneinschläge durch große Planeten hervorgerufen.
Solche Eisklumpen können so in die inneren Bereiche des Sonnensystems vordringen und als Kometen wahrgenommen werden, erklärte der Forscher.
(mb); STVC-Meldung vom 21.04.2004; Quelle: Spiegel Online
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