Die US-Quoten von "Enterprise" waren bereits letzte Woche nicht besonders eindrucksvoll, gelinde ausgedrückt. Diese Woche sieht es nicht besser aus, denn die US-Quoten sinken noch weiter. Lesen Sie, warum die letzte Episode "The Forgotten" der Serie extrem vergessliche US-Quoten bescherte - wie immer mit ausführlichen Zahlen, einer kleinen Analyse und umfangreichem Kommentar.
Die Zahlen
20-Uhr-Sendeblock am Mittwoch, den 28. April 2004:
Es war ein langweiliges, übliches Rennen: Das Auto mit dem Piloten "Enterprise" hatte gleich am Start Getriebeprobleme und fuhr das ganze Rennen über dem Feld hinterher. Am Ende schaffte es mit einem erbärmlichen Fast-National-Rating von nur 2,1 bei 4% Marktanteil (Overnight-Rating: 3,3 bei 5% Marktanteil) gerade noch so übers Ziel und bescherte dem UPN-Team einen mageren sechsten und letzten Platz.
Ein Overnight-Rating von 3,3 Punkten entspricht also 3,3% der gesamten US-TV-Haushalte. Der Marktanteil gibt an, wieviel Prozent von den gesamten Zuschauern, die zur Sendezeit den Fernseher eingeschaltet hatten, "Enterprise" sahen. 5% bedeutet also, dass 5% aller zur Sendezeit aktiven Zuschauer "Enterprise" eingeschaltet hatten, der Rest bevorzugte andere Sender.
Fast-National-Ratings zeichnen sich dadurch aus, dass sie Auswertungen von Daten sind, die aus 5.000 Haushalten, verteilt über alle 210 US-TV-Märkte (Overnight-Ratings decken nur 55 TV-Märkte ab). Sie werden - analog zu den Overnight-Ratings - ebenfalls in Punkten angegeben. Fast-National-Ratings sind sehr viel genauer und entsprechen in den meisten Fällen den finalen Quoten.
Die finalen Einschaltquoten, sogenannte (Final-)National-Ratings, berücksichtigen alle TV-Märkte in den USA. Die Zahl wird in Haushaltspunkten angegeben, was nichts anderes bedeutet als die Prozentzahl aller US-TV-Haushalte. Bei einer finalen Einschaltquote von 2,1 Punkten sahen also rund 2,1% der US-TV-Haushalte "Enterprise". Der Marktanteil gibt an, wieviel Prozent von den gesamten Zuschauern, die zur Sendezeit den Fernseher eingeschaltet hatten, "Enterprise" sahen. 4% bedeutet also, dass 4% aller zur Sendezeit aktiven Zuschauer "Enterprise" eingeschaltet hatten, der Rest bevorzugte andere Sender. Die Zuschauerzahl in Millionen gibt schließlich an, wieviele Zuschauer (nicht Haushalte) tatsächlich eingeschaltet haben.
Etwas besser, aber weit unter den Erwartungen lag "My Wife And Kids". Ein Kopf-an-Kopf-Rennen wurde leider zugunsten des Rivalen "Life's Funniest Moments" entschieden. Somit gab es Platz Vier für das Team ABC und Platz Drei für NBC.
Einsam, aber gekonnt, fuhr "60 Minutes II". Das Team CBS gewann mit einem Fast-National-Rating von 5,7 bei 10% Marktanteil den zweiten Platz.
Wenn es so weiter geht, wird keiner mehr in dieser Saison noch wirklich ein spannendes Quotenrennen erwarten; denn das Team FOX ist zur Zeit mit seinen beiden Piloten "That '70s Show" und "American Idol" schlicht unschlagbar. Das Fast-National-Rating von 9,6 bei 16% Marktanteil bestätigt dies nur zu deutlich.
Analyse
Im Vergleich zu "Damage" letzte Woche verlor "Enterprise" abermals an Boden. War das Fast-National-Rating von 2,2 bei 4% Marktanteil schon katastrophal, unterbot "The Forgotten" diese Woche das Ergebnis nochmals um 0,1 Punkte.
Im Overnight-Sektor gab es zwar Steigerung um 0,2 Punkte - doch war das Overnight-Rating von letzter Woche bereits so niedrig, dass es mehr oder weniger aufwärts gehen musste und diese minimale Steigerung ist nicht wirklich der Rede wert.
"Enterprise" sei "auf der Kippe", so beschreibt der renommierte Medien-Analyst Marc Berman in seiner aktuellen TV-Kolumne die aktuelle Situation der Serie.
Kommentar
tun Sie uns allen anspruchsvollen Zuschauern bitte einen Gefallen und setzen Sie bitte endlich "Enterprise" ab.
Die US-Quoten von "Enterprise" haben ein Niveau erreicht, über das sich zu diskutieren nicht mehr lohnt. Nicht nur sieht man sehr schön an den Zahlen, dass kein Zuschauer mehr sich für "Enterprise" interessiert, auch reflektieren diese sehr gut die miserable Qualität der dritten Staffel, die mit ihrer aktuellen Richtung schlicht eine Blamage für das Franchise ist.
Der Sciencefiction-Fan von Heute - und damit sind nicht die Action-Knaben gemeint - möchte nach langer Durststrecke, bedingt durch unheimlich schlechte Serien wie "Andromeda", "Stargate" oder gar "Babylon 5", wieder eine richtige Sciencefiction-Serie im TV sehen. Eine Serie, die nicht mit unglaublicher Kontinuität voller Nebencharaktere und Intrigen glänzt, in die sich hargesottene Ich-habe-kein-Leben-Fans festbeißen können; nein, der Sciencefiction-Fan von Heute möchte eine Serie sehen, die endlich wieder mit unglaublichen Geschichten aufwartet.
Wen interessieren die Effekte? Wen interessiert die Erotik? Wer will schon die Action? Fans, die die Pubertät einigermaßen heil überstanden haben, wollen in die Tiefe gehen und nicht nur mit Banalitäten oder gar körperlichen Ausgleich-Bedürfnissen zugeschüttet werden. Der intelligente Fan von Heute, ehemals "Das nächste Jahrhundert"- oder "Raumschiff Voyager"-Zuschauer, möchte eine Serie sehen, die endlich wieder einmal mit Geschichten fürs gute alte menschliche Gehirn daherkommt.
Er möchte keine Durchschnittscharaktere, sondern außergewöhnlichere Rollen sehen. Er möchte keinen Krieg zwischen Gegner A und B sehen, viel weniger einen Nebenkrieg zwischen Gegner C und D und schon gar nicht eine Intrige zwischen A und C, die zum Krieg zwischen D und E führt. Er möchte bodenfeste Geschichten über Menschen sehen. Er möchte Geschichten über eine optimistische und friedvolle Zukunft sehen, in der der Mensch im Mittelpunkt steht. Er möchte humanistische Sciencefiction sehen, keine kriegerische.
All das erfüllt "Enterprise" nicht im Ansatz. Die paar Fans, die Protest-Briefe schreiben oder sonstige peinliche Rettungsaktionen unternehmen, haben keine Ahnung, sind verzweifelt und sollten unberücksichtigt gelassen werden. Ignorieren Sie sie bitte! Die meisten Zuschauer wollen "Enterprise" nicht mehr. "Enterprise" ist out. "Enterprise" gehört ins Archiv. Wollen Sie sich etwa weiterhin mit diesen miserablen US-Quoten blamieren? Wollen Sie etwa weiterhin eine so teure Serie wie "Enterprise" finanzieren, die all das Geld nicht wert ist und die das Geld eher in umwerfende Effekte investiert als in handfeste Geschichten?
Wollen Sie etwa wirklich das Desinteresse der Zuschauerschaft ignorieren und die Serie in eine vierte Staffel (!!!) schicken? Wollen Sie der vergewaltigten TV-Landschaft das etwa wirklich antun? Ist es nicht schon Strafe genug, dass die grauenhafte "Stargate"-Serie eine achte Staffel bekommen hat und sogar ein Spin-Off namens "Atlantis" (sehr origineller Name) ausgestrahlt wird? Wollen Sie die Sciencefiction-Welt noch ärmer machen als sie ohnehin ist? Wollen Sie den Sciencefiction-Fan mit Hirn wirklich weiterhin auf so brutale Art und Weise vergewaltigen?
Bitte setzen Sie "Enterprise" ab. Bitte lassen Sie "Star Trek" ein Weilchen Pause machen. Bitte geben Sie den Action-Knaben Zeit, erwachsen zu werden. Denn "Star Trek" krankt zur Zeit u.a. extremst an ihren jungen, unerfahrenen, unreifen und teils völlig idiotischen Fans, die zwar einen Orgasmus bei jeder Augenweide, aber einen Hänger bei jedem Tiefgang bekommen. Bitte geben Sie diesen Kindern Zeit, erwachsen zu werden.
Oder schicken Sie bitte eine Serie ins Rennen, die gegen all das ist, wofür diese kindlichen Fans sind, damit diese endlich "Star Trek" verlassen und dorthin schalten, wo schon zahlreiche andere Action-Knaben sind. Vergewaltigen und schänden Sie die niveaulosen "Enterprise"-Fans, nicht uns! Wir haben das nicht verdient oder ist es heutzutage ein Verbrechen, wenn man verzweifelt nach Niveau im Fernsehen sucht? Wagen Sie sich ruhig an anspruchsvolle Sciencefiction-Inhalte, haben Sie Mut zu Friede-Freu(n)de-Eierkuchen. Trauen Sie sich ruhig an Einzelgeschichten!
Bitte setzen Sie "Enterprise" ab! Sie sehen ja, was diese Serie anrichtet. Lassen Sie doch stattdessen Comedy-Formate laufen, mit denen Sie zur Zeit einen recht großen Erfolg haben und die billiger zu produzieren sind. "Enterprise" ist Vergangenheit, Ihr Sender sollte sich von dieser selbsternannten "Star Trek"-Serie endlich lösen.
Ein Tipp: Strahlen Sie doch lieber zur "Enterprise"-Sendezeit alte "Das nächste Jahrhundert"- oder "Raumschiff Voyager"-Episoden aus. Die sind erstens viel besser und zweitens bringen sie trotz zahlreicher Wiederholungen noch immer dieselben US-Quoten wie "Enterprise" ein.
Mit freundlichsten Grüßen.
Unsere Tipps
- Vergessen Sie "Enterprise", kommen Sie zur besseren Serie, indem Sie Das erste DVD-Boxset von "Raumschiff Voyager" kaufen, das in nur noch 3 Tagen erscheint.
- "Enterprise"-Action-Knaben, die sich im Prozess des Erwachsenwerdens befinden, sollten unsere "Vergewaltigungs-Trilogie" nochmals lesen.
Hinweise
Bitte bedenken Sie, dass jeder Kommentar nur die Meinung des jeweiligen Redakteurs wiederspiegelt und nicht repräsentativ ist für die Website.
Bitte bedenken Sie auch, dass die Fast-National-Ratings Vorabquoten sind. Die endgültigen US-Quoten - die sogenannten National- oder Final-Ratings - können anders aussehen. Sobald die (Final-)National-Ratings zu "The Forgotten" abrufbar sind, werden wir Sie darüber informieren.
Die US-Quotenbesprechung beruht auf Zahlen von "MediaWeek.com" und "Zap2it.com".
Linktipps
- Kolumne: "Enterprise - die Vergewaltigung von Star Trek"
- Kolumne: "Nemesis - die Vergewaltigung von Star Trek geht weiter"
- Kolumne: "Deep Space Nine(-Fans) - die Vergewaltigung von Star Trek hat einen Ursprung"
(sl); STVC-Meldung vom 29.04.2004; Quelle:
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