Albert Einsteins Relativitätstheorie befindet sich auf dem Prüfstand. Denn sie basiert auf einem von Galileo entdeckten Naturgesetz: Eine schwere Kugel aus Metall fällt exakt so schnell wie eine leichte aus Holz. Einige Physiker bezweifeln das jedoch und wollen es mit modernen Methoden überprüfen.
Das Äquivalenzprinzip hat wohl jeder im Physikunterricht kennen gelernt: Zwei verschiedene Körper fallen gleich schnell, unabhängig von Masse oder Material. Galileo Galilei hat seinerzeit diesbezüglich ein Experiment auf dem schiefen Turm von Pisa durchgeführt. Selbst Albert Einstein verließ sich bei der Formulierung seiner Relativitätstheorie auf das Äquivalenzprinzip. Bisher konnten Abweichungen nur auf den Luftwiderstand zurückgeführt werden.
Mache Physiker glauben, dass die Beschleunigung durch die Schwerkraft doch in geringem Maße von der Zusammensetzung des Objektes abhängt. Sollte dies zutreffen, so müsste sich der Abstand zwischen Erde und Mond aufgrund der Einwirkung der Gravitation der Sonne geringfügig ändern.
Der Abstand der beiden Himmelskörper (rund 385.000 Kilometer) wurde bisher "nur" auf 1,7 Zentimeter genau gemessen. Mit diesen Daten ließ sich die Gültigkeit des Äquivalenzprinzips nur auf 13 Stellen hinter dem Komma bestimmen. Dies reicht für manche der Theorien, die an Einstein zweifeln, nicht aus.
Nun soll mit einem Laser-Impuls auf Reflektoren gezielt werden, welche Apollo-Astronauten Ende der sechziger Jahre auf dem Mond aufgestellt hatten, um den Abstand auf 2 Millimeter genau zu ermitteln. Das "Apache Point Observatory Lunar Laser Ranging Operation"-Observatorium ist in der Lage, die Zeit, welche der Impuls für die Strecke Erde-Mond-Erde benötigt, auf wenige Billionstel Sekunden genau zu berechnen. Dabei wird der Einfluss, den die Erdatmosphäre auf den Lichtweg nimmt, ebenso berücksichtigt wie tektonische Bewegungen der Erdkruste.
Sollte durch die neuen Untersuchungen ein Fehler in den Grundlagen der Allgemeinen Relativitätstheorie sie beschreibt das Universum in seiner ganzen Größe - gefunden werden, so hoffen NASA-Forscher, kann diese mit der Quantenmechanik, welche die Welt des Allerkleinsten beschreibt, zu einer "Weltformel" vereinigt werden.
(mb); STVC-Meldung vom 12.05.2004; Quelle: Spiegel Online
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