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"Big Lew" trifft in Houston ein

Im "Johnston Space Centre" der NASA lagern Tausende von Gesteinsbrocken aus dem Weltall, die in der Antarktis gesammelt werden. Kürzlich traf der wohl bekannteste dieser Meteoriten ein. Er ist unter dem Namen "Big Lew" bekannt.

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"Big Lew"

"Big Lew" ist ein ganz schöner Brocken. Mit 125 Kilogramm ist er der größte Meteorit, der in der Antarktis gefunden wurde, seit die Amerikaner 1975 ihr Suchprojekt starteten.

Inzwischen wurden knapp eintausend dieser Felsbrocken im "Johnston Space Centre" der NASA gesammelt, gelagert, analysiert und vermessen.

Wissenschaftler sind der Meinung, dass die - zumeist von Asteroiden, in seltenen Fällen aber auch von Mond und Mars stammenden - Felsbrocken aus dem Weltall die Antworten auf unsere Fragen über das Sonnensystem, die Erdformation und nach dem Beginn des Lebens beantworten könnten:

"Es ist wie die ultimative Kriminalgeschichte",

erklärt Thomas Wagner, Programmleiter der amerikanischen Wissenschaftsstiftung für arktische Geologie und Geophysik.

Meteoriten, die auf dem südlichsten Kontinent gefunden werden, sind besonders wertvoll für die Wissenschaft, da sie durch Schnee und Eis gut in ihrem ursprünglichen Zustand konserviert werden.

"Wenn wir einen Stein in Nordamerika fallen lassen, so wird er Regen und Sonne ausgesetzt sein und schließlich zerbrechen", erläutert Wagner. "In der Antarktis passiert dies nicht".

Die Frage, ob Teile fremder Planeten oder des Mondes auf die Erde fallen, konnte von den Forschern bereits beantwortet werden.

Früher einmal glaubten die Wissenschaftler, dass dies nicht geschehen könne, so Wagner. Doch heute sind bereits fünf vom Mars stammende und fünfzehn vom Mond stammende Meteoriten in der Antarktis gefunden worden und werden nun in dem Labor in Houston gelagert.

"Meteoriten waren einmal die Hülle, der Mantel und der Kern von Planeten, die vollkommen zerstört wurden und in Millionen Teile zersprangen. Sie beinhalten also wichtige Informationen, die uns helfen, andere Planeten zu verstehen", sagte Wagner.

In dem sterilen Labor bedecken die Arbeiter ihre Kleidung, Schuhe, Köpfe und Hände mit Schutzkleidung, bevor sie durch eine Druckluftschleuse gehen müssen, um etwaige Staub- oder Schmutzpartikel zu entfernen.

Erst nach dieser Prozedur dürfen die Arbeiter das Labor betreten, in dem die Meteoriten darauf warten, katalogisiert und untersucht zu werden. Dabei strömt unaufhörlich Nietrogen über die Felsbrocken, um sie trocken und geschützt zu halten.

Die letzten 1.358 gefrorenen arktischen Meteoriten, bei denen die meisten die Größe eines Baseballs haben oder sogar noch kleiner sind, trafen im April in dem Labor ein und vergrößern die Sammlung damit auf die eindrucksvolle Menge von etwa 14.000 Exemplaren.

Arbeiter nehmen eine kleine Probe von jedem Neuankömmling und nummerieren diese, um sie anschließend an das "Smithsonian Institute" zu schicken, welches die Meteoriten katalogisiert.
Der Rest des Gesteinsmaterials bleibt für mindestens fünf Jahre im "Johnston Space Center", wo es untersucht wird.

"Man kann sogar eine kleine Probe sehr detailreich untersuchen und so eine Menge aus ihr Lernen", so Kevin Righter, ein Mitarbeiter des "Space Centers". "Die Größe spielt für den Wert der Proben keine Rolle. Sie enthalten alle unterschiedliche Informationen".

"Big Lews" sei aufgrund seines Aussehens, das an die Nase eines Space Shuttles erinnere und seiner beeindruckenden Größe etwas ganz Besonderes, erklärt Right.

"Big Lew" wurde in den achtziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts gefunden, nachdem er Hunderttausende von Jahren im Eis gelegen hatte. Der Meteorit war so schwer, dass er beinahe nicht aus der gefrorenen Landschaft entfernt werden konnte.

Heute liegt der nasenförmige Teil des 125 Kilogramm schweren Meteoriten in dem staubsicheren Labor im "Johnston Space Center" in Houston, wo er am 30. März 2004 eintraf.

"Für Menschen wie mich sind diese Meteoriten von unschätzbarem Wert", so der auf Mondfragmente spezialisierte Geochemiker Randy Korotev. "Meiner Meinung nach handelt es sich hier um einen nationalen Schatz, der bewahrt werden muss".

(ss); STVC-Meldung vom 19.05.2004; Quelle: Space.com [1091 Aufrufe; 0 Kommentare]

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