Zum ersten Mal in der Geschichte der Raumfahrt erreichte ein privat entwickeltes und finanziertes Raumschiff den Weltraum. Mike Melvill, der Pilot von "Space Ship One" ist somit der erste Mensch, der als Zivilist den Orbit erreichte.
Am frühen Nachmittag startete das Trägerflugzeug "White Knight" vom Flughafen "Mojave" des "Civilian Aerospace Test Center", einem kommerziellen Flughafen in der Kalifornischen Wüste.
"Space Ship One" wurde auf eine Höhe von 15.000 Kilometern gebracht, vom Raumgleiter ausgeklinkt und dem Piloten Mike Melvill mit Hilfe eigener Antriebsraketen in 100 Kilometern Höhe gesteuert. Anschließend landete das Gefährt wieder sicher auf dem Wüstenflughafen.
Seit der Mensch das erste Mal in Gestalt von Yuri Gagarin und Al Shepard in den Weltraum vordrang, waren Weltraummissionen von hohen finanziellen Ausgaben der Regierungen geprägt. Und auch heute kämpfen Weltraumorganisationen wie die ESA und die NASA um Sponsoren- und Fördergelder, damit sie astronomisch bedeutende Projekte, wie den Erhalt des "Hubble"-Teleskops finanzieren können.
Kritiker bemängeln, dass die Raumfahrt zu kostspielig betrieben und der technische Fortschritt dadurch behindert und verlangsamt werde.
Das Team von "Space Ship One" unter der Leitung von Paul Allen und Burt Rutan hat es sich zum Ziel gemacht, die Raumfahrt erschwinglich zu machen und damit auch Privatpersonen und Zivilisten das Tor zum Weltall zu öffnen. Ihr Projekt hat somit einen hohen ideellen Wert.
"Space Ship One" wurde innerhalb weniger Jahre von Burt Rutan und seine Firma "Scaled Composites" entwickelt und erhielt dabei finanzielle Unterstützung von "Microsoft"-Mitbegründer und -Milliardär Paul Allen.
"Space Ship One" wurde mit dem heutigen Flug zum Favoriten um den "X-Prize", eine mit zehn Millionen Dollar dotierte Auszeichnung für den Privatunternehmer, dem es gelingt, als Erster ein Raumschiff zu bauen, das es schafft, innerhalb von zwei Wochen zweimal den Weltraum zu erreichen (
erklärte Rutan auf einer früheren Pressekonferenz.
Burt Rutan ist ein Pioneer der alten Schule in der Erfinderszene der Flug- und Raumfahrt. Er entwickelte unter anderem das Flugzeug "Voyager", das es 1986 zum ersten Mal schaffte, nonstop und ohne aufzutanken rund um die Welt zu fliegen sowie auch die Rettungskapseln für die internationale Raumstation ISS.
Bis zum 5. Juli muss "Space Ship One" nun ein zweites Mal den Orbit erreichen, um den "X-Prize" gewinnen zu können.
(ss); STVC-Meldung vom 21.06.2004; Quelle: Spiegel Online
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