Forscher haben zwei supermassive Schwarze Löcher entdeckt. Das enorme Alter der beiden Giganten - sie sind fast so alt wie das Universum selbst - lassen Astrophysiker an ihren Theorien zur Entstehung von solchen kosmischen Vielfraßen zweifeln.
Forscher vermuten im Zentrum einer jeden Galaxie unseres Universums ein supermassives Schwarzes Loch. Diese Giganten haben das millionen- bis milliardenfache der Masse unserer Sonne. Schon seit längerem vermuten Astrophysiker, dass derartige Riesen bereits im Anfangsstadium des Universums entstanden sind. Dies konnten nun zwei Forscherteams unabhängig voneinander nachweisen.
12,8 Milliarden Lichtjahre entfernt ist das Schwarze Loch "SDSS J1030", welches vom europäische Weltraum-Röntgenteleskop "XMM-Newton" erspähte wurde. Das "Chandra"-Röntgenteleskop der "NASA" fand ein 12,7 Milliarden Jahre alten Giganten. Forscher vermuten, dass das Universum selbst 13,7 Milliarden Jahre alt ist.
"Diese beiden Entdeckungen beweisen offenbar, dass die Art, wie schwarze Löcher Gammastrahlung produzieren, sich seit den Anfängen des Universums nicht geändert hat", sagte Daniel Schwartz vom "Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics". Im "Astrophysical Journal" schreiben er und seine Kollegen, dass dies bedeute, dass schon kurz nach dem Urknall die ersten supermassiven Schwarzen Löcher entstanden sind. Somit sind bisherige Theorien über die Entstehung von Galaxien und supermassiven Schwarzen Löchern im Anfangsstadium des Universums in Frage gestellt.
Dass es sich bei den gefundenen Objekten tatsächlich um Schwarze Löcher handelt, bewies die typische Signatur von Gammastrahlung. Die Masse von solch kosmischen Vielfraßen hat eine so gigantische Gravitation, dass selbst elektromagnetische Strahlung keine Chance hat aus ihrem Innern zu entweichen.
In der Akkretionsscheibe der schwarzen Löcher sammeln sich Gase. Sie erhitzen sich so stark, dass sie Gammaquanten emittieren. Diese Gammastrahlung sowie die hohe Gravitationswirkung verraten die Schwarze Löcher.
(mb); STVC-Meldung vom 02.12.2004; Quelle: Spiegel Online
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