Es gelang Forschern erstmalig Sonnen zu finden, die sowohl von Planeten als auch von gigantischen Staubscheiben umkreist werden. Somit scheint eine alte, weit verbreitete Theorie bewiesen: Planeten bilden sich beim Zusammenklumpen von Staub und Felsbrocken.
Planeten bilden sich aus Staubwolken, die junge Sterne umhüllen. Diese Theorie ist unter Astronomen schon lange unumstritten. Die Staubpartikel kollidieren und verbinden sich zu immer größeren Klumpen bis schließlich Planeten entstehen. Manchmal stoßen auch größere Objekte zusammen und zerbersten in tausende Splitter. Diese Splitter sammeln sich in Staubringen weiter außen. Auch in unserem Sonnensystem gibt es einen solchen Staubring: den Kuiper-Gürtel.
Bisher wurden jedoch nur junge Sterne mit Staubscheiben oder ältere Sterne mit großen Gasplaneten gefunden. Noch nie wurde in einem Solarsystem beides beobachtet. Bei sechs sonnenähnlichen Sternen erspähte nun das 'Spitzer'-Teleskop Staubringe. Astronomen wussten bereits, dass diese Sterne von Planeten umkreist wurden. Sie sind 50 bis 160 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Sonnenähnlicher Stern HD 107146 mit Staubscheibe
"Junge Sterne besitzen große Mengen des Baumaterials für Planeten. Älteren Sternen bleibt nur übrig gebliebener Schutt.", sagte Charles Beichmann vom 'Jet Propulsion Laboratory' der NASA. Er betonte, dass die 'Spitzer'-Aufnahmen erstmals eine direkte Verbindung zwischen Planeten und Staubscheiben zeigen. Nachdem die genauen Zusammenhänge untersucht worden sind, können die Studien auch zum Auffinden von Planeten genutzt werden.
Auch das Teleskop Hubble der amerikanischen Weltraumbehörde NASA lieferte neue Bilder von Sternen mit Staubscheiben. Aber bei diesen Sternen wurden bisher keine Planeten entdeckt. "Das neue Hubble-Foto ermöglicht uns den bisher besten Blick auf eine Scheibe um einen Stern, der so groß ist wie unsere Sonne", sagte David Ardila von der Johns Hopkins University in Baltimore. "Es zeigt eine der möglichen Vergangenheiten unseres Sonnensystems"
(mb); STVC-Meldung vom 14.12.2004; Quelle: Spiegel Online
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