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Verbesserte Ariane-5 demonstriert Startkapazität für Schwerstnutzlasten

Nach einem perfekten Start von dem europäischen Raumflughafen in Französisch-Guayana am 12.02.2005 um 18.03 Uhr Ortszeit (22.03 Uhr MEZ) setzte der Träger (Ariane-Flug 164) seine Nutzlasten in der vorausberechneten Umgangsbahn aus. Die neue Trägerrakete wird die 'Ariane-5G' ablösen.

Der erfolgreiche Start der 'Ariane-5 ECA' ebnet den Weg für deren kommerzieller Nutzung. Sie wird die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Trägersysteme auf dem Weltmarkt für Startsysteme sichern. Nach einem zweiten Flug Mitte des Jahres soll die 'Ariane-5 ECA' das neue Arbeitspferd für den Tranport schwerer Nutzlasten in die geostationäre Umlaufbahn und darüber hinaus sein.

Die beiden verbesserten Feststoffzusatzraketen der 'Ariane-5 ECA' können mit 2,43 Tonnen mehr Treibstoff beladen werden. Somit können sie 60 Tonnen mehr Schub als die der 'Ariane-5G' leisten. Zusätzlich wurde die kryotechnische Hauptstufe aufgerüstet. Nun kann sie 15 Tonnen zusätzlichen Treibstoff mitführen. Das neue Triebwerk Vulcan-2 leistet 20% mehr Schub als das alte Vulcan-1-Triebwerk. Die kryotechnischen Hochleistungs-Oberstufe ESC-A der 'Ariane-5 ECA' ist mit dem Triebwerk HM-7B, mit dem bereits die dritte Stufe der 'Ariane-4' bestückt war, ausgerüstet.

Die 'Ariane-5 ECA' bietet genügend Startkapazität um kommerzielle Satelliten in so gut wie jeder denkbaren Kombination in die Übergangsbahn zum geostationären Orbit zu bringen. 'Arianespace' wird damit in die Lage gesetzt wieder systematisch Doppelstarts anzubieten.

26 Minuten nach dem Start wurde als erstes der kommerzielle Satellit XTAR-EUR ausgesetzt. Dabei handelt es sich um einen 3.600 kg schweren X-Band-Nachrichtensatellit. Er wurde im Auftrag von 'XTAR LLC' mitgeführt. Seine endgültige Kreisbahn wird er mit seinem eigenen Antriebssystem erreichen. Nach der orbitalen Erprobung soll er staatlichen Kunden abhörsichere Kommunikationsdienste bieten.

Die beiden anderen Nutzlasten waren der Minisatellit SloshSat-FLEVO und eine mit Instrumenten bestückte Maqsat-B2-Attrappe. Während des Fluges befanden sie sich im Sylda-Doppelstartadapter und wurden im Auftrag der ESA gestartet. Die SloshSat-Einrichtung für Flüssigkeitsexperimente und ihre Überprüfung in der Umlaufbahn wurde 31 Minuten nach dem Start ausgesetzt. Dieser Satellit ist nur 129 kg schwer. Er wurde vom nationalen Luft- und Raumfahrtlabor der Niederlande für die ESA entwickelt. Die Experimente auf dem Gebiet der Fluidphysik unter Schwerelosigkeitsbedingungen sind auf 10 Tage angesetzt. Dabei soll untersucht werden wie sich die Schwappvorgänge in Treibstoffbehältern auf die Kontrolle eines Raumfahrzeugs auswirken.

Um die Vermehrung von Raumfahrtschrott zu begrenzen wird die dritte Nutzlast, die Maqsat-B2-Attrappe, mit der Oberstufe des Trägers verbunden bleiben. Die 3.500 kg Attrappe soll das dynamische Verhalten eines kommerziellen Satelliten innerhalb der Nutzlastverkleidung der 'Ariane-5 ECA' simulieren. Sie verfügt über ein eigenes Telemetriesystem, welches in allen Flugphasen vom Start bis zur Einbringung in die Umlaufbahn Daten über das Nutzlastumfeld übermittelte. Eine Kamera lieferte Bilder mehrerer Schlüsselphasen, darunter auch die Abtrennung der Feststoffzusatzraketen und das Aussetzen der in der oberen Hälfte des Sylda-Adapters untergebrachten Nutzlast.

"Weniger als einen Monat nach der Landung von Huygens auf Titan ist dieser Start ein weiterer großer Erfolg für Europas Raumfahrt und eine erneute Demonstration von Europas Stärken auf diesem höchst anspruchsvollen technologischen Gebiet", sagte ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain nach dem Flug. "Der heutige Erfolg ist zudem der verdiente Lohn für all jene, die in der Industrie und in den Raumfahrtagenturen in ganz Europa so hart daran gearbeitet haben, diesen Träger wieder einsatzfähig zu machen. Unser eigenständiger Zugang zum Weltraum ist eine Voraussetzung für die erfolgreiche Durchführung unserer anderen Weltraumtätigkeiten, weswegen wir diese Kapazität uneingeschränkt aufrechterhalten müssen."

(mb); STVC-Meldung vom 13.02.2005; Quelle: www.esa.int [1011 Aufrufe; 0 Kommentare]

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