Am Montagmorgen um kurz vor acht Uhr MESZ ist es soweit : Erstmals wird ein Himmelskörper von Menschen beschossen. Die Deep Impact Sonde wird ein Kupferprojektil auf den Kometen Tempel 1 feuern, und so einen gewaltigen Krater in die Oberfläche reißen.
In der Nacht zum vierten Juli - dem amerikanischen Unabhängigkeitstag - wird die NASA-Raumsonde Deep Impact ein 372 Kilogramm schweres Geschoss - den Impactor - auf den Kometen 9P/Tempel 1 feuern. Mit einer Geschwindigkeit von 37.000 Kilometern pro Stunde wird das Projektil nach kurzem Flug auf der Tagseite des Kometen einschlagen. Die Energie des Aufpralls entspricht laut den Berechnungen einer Sprengkraft von fast fünf Tonnen TNT. Der Krater kann eine Tiefe von bis zu 50 Metern haben. Der Einschlag soll um 07:52 Uhr MESZ erfolgen.
Die Sonde wird zum Zeitpunkt des Aufpralls gerade mal 500 Kilometer vom Kometenkern entfernt sein. 210 Sekunden lang wird sie die Kollision verfolgen. Danach soll sie zehn Minuten lang den Krater erforschen. Danach ist sie so weit entfernt, dass sie den Einschlagpunkt nicht mehr ins Visier nehmen kann.
Sowohl die Sonde als auch das Projektil werden Messdaten an das Deep-Space-Networks in Kalifornien und Australien senden. Die Teleskope Hubble, Chandra, Spitzer und XMM-Newton werden die Kollision mit ihren kosmischen Augen verfolgen.
Die Geschwindigkeit des Kometen wird durch den Einschlag gerade mal um etwa 0,4 Millimeter pro Stunde verändern. Seine Bahn wird leicht verändert, so dass nach dem Impact der sonnennächsten Punkt zehn Meter näher an der Sonne liegen als davor. Die Umlaufzeit um die Sonne wird sich um weniger als eine Sekunde verringern, das herausgeschleuderte Material wird nicht auf die Erdbahn gelangen, sondern im Komentenorbit verbleiben.
(mb); STVC-Meldung vom 03.07.2005; Quelle: Spiegel-Online
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