Heute Abend um 20:15 läuft 'Star Trek X: Nemesis" auf Sat.1 als Free-TV-Premiere. Dieser Kinofilm, der zusammen mit 'Deep Space Nine' und 'Enterprise' das vorläufige Ende von 'Star Trek' besiegelte, ist nicht nur grauenhaft schlecht, sondern auch unverschämt respektlos gegenüber der 'Das nächste Jahrhundert'-Crew, die würdeloser nicht hätten abtreten können. Erfahren Sie, worum es in diesem Film geht und lesen Sie eine Kurzkritik darüber.
Inhalt
Nach der irdischen Hochzeitszeremonie von Troi und Riker in Alaska entdeckt die 'Enterprise'-Crew einen Prototypen von Data - B-4. Es stellt sich heraus, dass B-4 eine Falle ist, gestellt von dem Remaner Shinzon, der ein Klon Picards ist. Der Bösewicht Shinzon kann nur überleben, wenn er eine komplette Bluttransfusion von Picard bekommt, was allerdings den Tod des Captains zur Folge hat. Ursprünglich von den Romulanern geklont, um die Föderation zu infiltrieren, gab man die Pläne aus Sicherheitsgründen auf und verbannte Shinzon in die Dilithium-Minen des unterdrückten Schwesterplaneten Remus. Dort führt Shinzon eine Revolte gegen die romulanischen Unterdrücker an und macht sich zum Ziel, nicht nur Picard zu töten, sondern auch die Erde und damit die Föderation zu vernichten...
Kritik
'Star Trek Nemesis' ist der schlechteste 'Star Trek'-Kinofilm aller Zeiten. Er ist wie kein 'Star Trek'-Film zuvor von solch einer Belanglosigkeit und Oberflächigkeit überzogen, dass man sich am Ende des Films fragt, was will 'Nemesis' aussagen und war dieser Film wirklich nötig gewesen? Die Story von 'Nemesis' ist zudem noch dünner als die von 'Star Trek V: Am Rande des Universums'.
Es schmerzt geradezu, wenn man bedenkt, was alles aus 'Star Trek Nemesis' hätte werden können. Schon die ersten Inhaltsbeschreibungen und Trailer machten Appetit auf mehr - wie kein anderer 'Star Trek'-Kinofilm zuvor. Und wie in keinem anderen Film zuvor stehen sich Erwartung und Erfüllung, Idee und Umsetzung so weit auseinander. Es schmerzt geradezu unerträglich, wenn man die geschnittenen Szenen des Films kennt und sich fragt, warum ausgerechnet diese herausgeschnitten wurden, zählen sie doch zu den besten des gesamten Films.
'Star Trek Nemesis' ist damit kurz und knapp ein durchschnittlicher Actionfilm zum Langweilen, ein Film, dem Herz und Seele fehlen.
Als Abschluss-Film für die 'Das nächste Jahrhundert'-Ära gedacht, vermag 'Nemesis' diesem Anspruch nicht einmal im Ansatz gerecht zu werden. Dem zehnten 'Star Trek'-Kinofilm fehlen Charaktermomente, Tiefgang und eine bessere Inszenierung. Produktionstechnisch gesehen gibt es nichts zu beanstanden.
Wie auch immer Rick Berman auf die Idee gekommen sein mag, einen reinen Action-Regisseur für diesen Film einzustellen, der die Dynamik der Serie nicht kennt, er hat eine seiner verheerendsten Entscheidungen für das gesamte Franchise getroffen. Denn dieser Film beendete aufgrund seines grandiosen Misserfolgs vorerst die 'Star Trek'-Kinoreihe.
Im Nachhinein kann man sehr gut die einzelnen Elemente erkennen, welche zum Untergang von 'Star Trek' führten - und das ist die Degradierung des 'Star Trek'-Universums zu mehr Durchschnitt, sprich mehr Action, mehr Krieg und mehr Schauwerte, aber weniger gelungene und tiefgründige Geschichten. Der Trend fing bereits in 'Deep Space Nine' an und erreichte mit 'Nemesis' und 'Enterprise' seinen fatalen Höhepunkt. Von den Qualitäten von 'Das nächste Jahrhundert' oder 'Raumschiff Voyager' ist 'Nemesis' weit weit entfernt. Note 5+
Der Artikel ist ein Auszug aus dem populären Kolumnen-Special 'Vergewaltigungs-Reihe', die ausführliche Antworten darüber liefert, wer oder was 'Star Trek' letzten Endes in den Ruin trieb.
(sl); STVC-Meldung vom 01.01.2006; Quelle: STVC
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