Forscher konnten erstaunliche Beobachtungen machen, indem sie das 'Chandra'-Teleskop außnahmsweise auf die Erde richteten: Die Polarlichter geben eine Röntgenstrahlung ab. Die weiten Bögen erstrecken sich weit über die Nordhalbkugel.
Normalerweise ist das Röntgenteleskop 'Chandra' auf der Suche nach Röntgenstrahlung, die zum Beispiel von explodierten Sternen ausgehen.
Die Wissenschaftler der Nasa richteten nun aber das Teleskop auf die Erde und erlebten eine Überraschung. Die Bilder von 'Chandra' zeigten Lichtbögen im Spektralbereich der weichen Röntgenstrahlen, die sich über viele Tausend Kilometer hinziehen. Bisher wussten die Forscher nur, dass Polarlichter Anteile von hartem Röntgenlicht haben können.
Die Forscher um Ron Elsner vom 'Marshall Space Flight Center' konnten in zehn 20-minütigen Messungen das Lichtspiel des Polarlichts aufnehmen. Das weiche Röntgenlicht fluktuierte und veränderte sich dabei ähnlich schnell wie das mit bloßem Auge sichtbare Spektrum des Polarlichts, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt 'Journal of Atmospheric and Solar-Terrestrial Physics'.
Polarlichter entstehen aus einem Sonnenwind aus Teilchen, der sich ähnlich einem gewaltigen Stroms auf die Erde zu bewegt. Diese Teilchen, meist Elektronen und Protonen, in in der Atmosphäre der Erde stoßen mit den Luftmolekülen zusammen und bringen sie zum Leuchten. Dabei entsteht Licht verschiedener Wellenlängen.
(ag); STVC-Meldung vom 03.01.2006; Quelle: Spiegel Online
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